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Electrostorm Vol. 2

Der perfekte Soundtrack zur Tanznacht
keine Wertung
Genre: EBM, Industrial, Dark Electro, Synth-Pop
Spielzeit: 75:29
Release: 21.05.2010
Label:

Value for money ist heutzutage ein Kriterium, nach dem man sich bei der Anschaffung einer neuen Platte durchaus richten sollte. Die Herren und Damen von Out Of Line Music haben das Prinzip scheinbar verstanden, denn dort erscheint nach dem ersten Electrostorm-Sampler 2009 nun der zweite Output aus der Reihe „viel gute Musik für wenig Geld“.

Mit dabei sind neben den ganz Großen wie Die Form, Blutengel oder Agonoize auch weniger bekannte Bands wie zum Beispiel die Newcomer Marsheaux oder die alten Underground-Hasen Kirlian Camera, die zwar seit 1980 die Szene unsicher machen, sich aber bisher noch keinen besonders großen Namen bei uns machen konnten. Dabei wird tief in die Diversitäts-Kiste gegriffen und ein bunt-schwarzer Mix aus Dark Electro, Industrial, EBM, Noise, Aggrotech und Dark Pop kredenzt, der zukünftig sicherlich einige Tanzflächen unsicher machen dürfte.

Die deutschen Chrom machen mit „Worst Day“ den Anfang; die Newcomer sind definitiv eine Band, die man im Auge behalten sollte, gehen sie doch in eine ähnliche, wenn auch etwas weniger poppige Richtung wie die Berliner Blutengel, die auf diesem Sampler natürlich auch nicht fehlen dürfen.

Die eingangs erwähnten italienischen Kirlian Camera bilden mit „Eclipse – Anniversary“ das nächste Highlight – hier trifft eine sinnlich-tiefe weibliche Stimme auf weiche Beats und fließende Samples. Im krassen Gegensatz dazu kommt „Boulevard Of Broken Hearts“ rüber, bei dem Lola Angst einer düsteren Version der Achtziger-Synth-Pop-Musik huldigen.

Rabia Sorda kommen überraschend hart daher, was vielleicht gar nicht so überraschend ist, wenn man weiß, wer dahinter steckt – niemand anderer als Erk Aicrag, seines Zeichens Fronter der mexikanischen Hardfloor-Chaoten Hocico hat sich hier nämlich eine neue Band zusammengeschustert, die ähnlich harsh wie sein erstes Projekt daherkommt.

Natürlich sind auch die Belgier Suicide Commando dabei, die mit „God Is In The Rain“ ein hypnotisches Stück abliefern, bei dem man sich bildlich vorstellen kann, wie die Clubmeute zu den Peitschenknall-artigen Beats abgehen wird. Solitary Experiments bilden mit „A Rush Of Ecstasy“ sowas wie einen Einschnitt, da sie das bisher melodischste Stück abliefern; der Song thront auf einem leicht an Faithless erinnernden sphärischen Electro-Sample und wird durch Dennis Schobers Gesang veredelt.

Kriminal Minds’ „I Can’t See You“ schlägt schon in niedriger Lautstärke mit seinen wummernden Bässen auf Magen und Trommelfell, unsere Freunde von Combichrist kredenzen uns mit „Can’t Change The Beat“ durch eingestreute niedliche Samples einen fast schon putzigen Song und die Irren von Agonoize schütteln mit „Objectum Sexuality“ einen Dancefloor-Stampfer par excellence aus dem Ärmel, bei dem Frontmann Chris mal wieder den Psychopathen rauslassen darf.

And One beschließen den Sampler – wie auch schon beim ersten Teil -, diesmal allerdings mit einer Live-Version von „Stand The Pain“, bei dem das Publikum hörbar Spaß hat, während die Band einen astreinen EBM-Pop-Song präsentiert. Auch der zweite Teil der Electrostorm-Reihe ist also ein gelungener Soundtrack für eine durchtanzte Nacht in einem Club, den man am liebsten nie wieder verlassen würde. Wie immer wurde auf die Qualität der einzelnen Bands Wert gelegt, dabei ein gutes Mittelmaß gefunden zwischen bekannten Eyecatchern und Newcomern. Volume 3 kann kommen!

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