Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Elane: Arcane

Elane verzaubern und geben Kai Meyers Geschichten einen Klang
Wertung: 9.5/10
Genre: Folkore
Spielzeit: 54:34
Release: 18.02.2011
Label: Curzweyhl

Die Sauerländer Elane sind zurück und bringen ihr viertes Album mit, genannt „Arcane“, ein Adjektiv, welches das „wenig Bekannte“ und „Geheimnisvolle“ meint. Wer die ersten vier Alben kennt, weiß was auf ihn zu kommt: geheimnisvolle Klänge, sanfte Melodien und eine überragende Stimme, die einerseits elfengleich und dann doch wieder tief und gedankenverloren klingt. Elane stehen für mittelalterliche Folklore, die sie aber mit Gitarre und Keyboard rockig anhauchen.

Schon beim Betrachten des Cover des neuen Longplayers fällt direkt der Untertitel auf. Hier weisen Elane schon darauf hin, dass dieses Album etwas Besonderes in ihrer Schaffenszeit ist. Alle Stücke des Albums sind inspiriert vom Fantasy-Autor Kai Meyer. In Gedanken bei den Alben „The Fire Of Glenvore“ oder „Lore Of Nén“ weiß der Hörer, dass dieses Zusammenspiel eigentlich nur funktionieren kann. Insgesamt sind es fünf Bücher des Autors, die innerhalb des Albums Platz gefunden haben.

„Arcane“ beginnt mit „The Gift“ einem kurzen instrumentalen Stück, welches schon aufzuzeigen versucht, dass Elane die vielen rockigen Elemente, die noch auf „The Silver Falls“ zu hören waren, wieder zurückfahren. Ein guter Zug, denn schon die kurze Sequenz trifft genau ins Herz. Schnell, fast zu schnell endet es schon und macht Platz für „Heart Of The Desert“, ebenfalls ein Song, wie „The Gift“, der vom Buch „Göttin Der Wüste“ inspiriert wurde. Die Geschichte des Romans, nämlich die Reise in die Wüste wird unheimlich treffend inszeniert. Hier steht die Stimme von Joran Elane im Vordergrund, Instrumente wie Trommel und Violine stehen weit hinter ihrem Gesang.

Die nächsten beiden Songs vertonen die Geschichte des Romans „Die Sturmkönige“. „Samarkand“, die Stadt, in der die Trilogie spielt, ist ein Song mit weltlichen Musikeinflüssen, und zwar ganz gezielt orientalischen Klängen. So ist der Hörer direkt inmitten des Landes, wo ein illegales Teppichrennen der Start in eine große Geschichte ist. Die Instrumente spielen hier auch eine weitaus größere Rolle als noch im zweiten Song des Albums „Arcane“. Der nächste Song „Arcane Ride“ scheint genau das eben genannte Rennen zu vertonen und Joran gelingt es stimmlich perfekt, die Spannung aufzubauen, zu halten und am Ende aufzulösen. 

Schon nach nur vier Songs ist klar, Elane schaffen es die beschriebenen Atmosphären von Kai Meyer auf den Punkt zu übertragen. Es ist aber nicht so, dass die Musik als reine Berieselung neben dem Lesen angesehen werden kann. Ganz im Gegenteil, auch Hörer, die Kai Meyers Welt noch nicht für sich entdeckt haben, werden von den in den Songs erzählten Geschichten gefesselt.

„Magdalena“ ist dafür ein gutes Beispiel. Vermutlich kennt jeder die Geschichte um Maria Magdalena. Kai Meyer schrieb seine Version der Geschichte in „Herrin Der Lüge“. Joran erzählt wunderschön die ihre Geschichte mit einer wahnsinnig antreibenden Stimme.

Dann scheint es einen Bruch innerhalb des Albums zu geben. Es folgen mit „Wasser Und Fels“ und „Die Geheime Melodie“ zwei instrumentale Stücke, die zwar wundervoll arrangiert sind und einen guten Einstieg in die Geschichte der „Loreley“ geben, aber nicht so recht packen können. Zu ähnlich und wenig ergreifend tröpfeln die Stücke dahin. Anders wieder „My Ivory Lady“, der Song greift von der ersten Sekunde, Jorans Stimme unterstützt dieses zusätzlich zur Wahl der Instrumente. Insgesamt sechs Stücke des Albums widmen sich dem Buch „Loreley“. Hier wird die Geschichte der Loreley und dem Mädchen Ailis, dem Mädchen Fee und den Spielleuten auf einfühlsame Weise vertont. Elane nutzen die englische, die deutsche Sprache für sich und sind auch nicht verlegen, einen Song in lateinischer Sprache zu veröffentlichen („Deae Noctis“). Diese Vielfalt fällt aber nicht wirklich auf, die Musik nimmt derart gefangen, dass der Hörer immer derart im Geschehen verhaftet ist, dass er den Unterschied nicht unbedingt bemerkt. „Masken“ tritt musikalisch, durch die dunkle tiefe männliche Stimme, aus dem Reigen der Songs hervor. Hier wird all das Düstere der Geschichte vertont und exakt getroffen.

Elane zeigen, dass sie sich seit dem ersten Album enorm weiter entwickelt haben. Die Arrangements von folklorischen Instrumenten wie der Tin-Whistle, der Low-Whistle und der Harfe mit rockigen Instrumenten wie Gitarre, Keyboard und Percussion weisen genau in die richtige Richtung und sind auf hohem Niveau ineinander verwoben. So wurde aus der Literatur Kai Meyers Musik, die für sich selbst spricht.

comments powered by Disqus

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“