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Eläkeläiset: Humppasirkus

Fröhliche, nicht ganz ernst gemeinte und auf das Wesentliche reduzierte Humppa-Cover-Versionen
Wertung: 7.5/10
Genre: Humppa
Spielzeit: 42:54
Release: 17.03.2006
Label: TUG Records

Eläkeläiset genießen einen gespaltenen Ruf in der Musikszene. Die eine Hälfte empfindet die Musik als nervtötend und wenig innovativ, die andere Hälfte hat die Rentner (denn das ist die deutsche Übersetzung des Bandnamens) bereits ins Herz geschlossen. Fabriziert wird seit jeher eine modernisierte Art der finnischen Humppa-Musik. Modernisiert, das heißt, diese an Polka erinnernde, finnische Variante des Foxtrotts wird schneller und mit eher ungewöhnlicher Instrumentierung dargeboten. Gerne werden bekannte Pop-, Rock- und Metal-Songs als Vorlage genommen und im 2/4-Takt mit Off-Beats versehen neu interpretiert. Nach einem Ausflug in den Bereich der Eigenkompositionen, sind auf dem neuen Longplayer „Humppasirkus“ wieder ausschließlich Cover-Versionen zu finden.

Schon das Cover des Albums zeigt, dass Eläkeläiset irgendwie anders ticken. Farbenfroh präsentieren sie hier eine Selbstdarstellung in einer Zirkusmanege voll von gelben und roten Sternen und zwei Elefanten. Auch ein Blick auf die Tracklist bestätigt den Eindruck. Die Musiker haben es tatsächlich geschafft, in 10 von insgesamt 14 in Poplänge gehaltenen Songs das Wort „Humppa“ unterzubringen.

Ich muss zugeben, viele Melodien habe ich – wenn überhaupt – erst beim mehrmaligen Hören erkannt und Parallelen zu den Originalen ziehen können. Das Highlight dieser extrem fröhlichen CD ist jedoch gleich in Form von Track 2 am Anfang zu finden. Man hat sich in „Vihaan Humppa“ getraut, „Hate Me!“ von Children of Bodom neu umzusetzen. Sänger und Keyboarder Onni Varis ist sogar hörbar bemüht, einen etwas aggressiveren Unterton in seine stets energiegeladene Stimme zu bekommen. Sowieso ist zu bemerken, dass er sich des Öfteren am originalen Gesangsstil festzuhalten versucht. So imitiert er in „Humppaidiootti“ („Idiot Walk“) die nervig aufgedrehte Stimme des The Hives-Sängers. Glücklicherweise gilt die Nachahmungsnummer nicht für alle Tracks, so sind im bereits als Single ausgekoppelten „Jukolan Humppa“ („Nemo“ von Nightwish) keine stimmlichen Ausflüge in die für Tarja Turunen typischen hohen, gesanglichen Gefilde zu vernehmen. Allerdings handelt es sich hier auch um den sicherlich am einfachsten umzusetzenden Nightwish-Song. Weiter geht es über Madonna und Kylie Minogue bis hin zu „Party Hard“ von Andrew W.K. Auch „Word Up“ von Cameo, an dem sich auch schon KoRn vergriffen haben und „Solitary Man“, bekannt von Neil Diamond oder auch HIM, haben ihren Platz in Form einer ver“humppa“ten Version auf der CD gefunden.

Interessant ist die Auflistung aller Bands, denen Eläkeläiset ausdrücklich keinen Dank aussprechen. Diese umfangreiche Liste präsentiert nämlich alle Formationen, die sich gegen ein Humppa-Cover ihrer Songs aussprachen. Darunter sind auch Metallica und Rammstein zu finden. Dabei wurde Metallicas „Enter Sandman“ schon früher umgesetzt und Rammstein erlaubte einst Mambo Kurt, eine misslungene Heimorgel-Cover-Version von „Engel“ zu publizieren.

Die gut 43 Minuten lange CD bietet, das, was (fast) alle Eläkeläiset-CDs bieten. Fröhliche, nicht ganz ernst gemeinte und auf das Wesentliche reduzierte Humppa-Cover-Versionen, die einem zwar spätestens nach dem dritten Hören hintereinander ordentlich auf den Senkel gehen, aber dennoch nett anzuhören sind. Und solange man die CD immer mal wieder aus dem Regal kramt und es mit dem Konsumieren nicht übertreibt, bietet sie doch eine nette Abwechslung zu der Musik, die sonst aus den Boxen schallt.

Warum die Jungs gerade in der Metal-Szene doch ziemlich bekannt sind und auch schon beim Wacken Open Air auftraten, bleibt fraglich. Vielleicht sind die Anhänger der Szene doch nicht so böse und satanisch?

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