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Ektomorf: What Doesn't Kill Me...

Bewährtes, Bekanntes, Durchschlagkräftiges
Wertung: 8/10
Genre: Modern Metal
Spielzeit: 37:36
Release: 20.03.2009
Label: AFM Records

Bei Ektomorf weiß man, was man hat, und das ist gewissermaßen auch gut so. Keine großartigen Experimente, keine großen Innovationen, sondern einfach nur brachialer Metal mit stampfenden Cavalera-Grooves, klassisch-brasilianischen Arrangements und extrem tief gestimmten Gitarren. Wo andere nach einiger Zeit den kreativen Stillstand einläuten, gilt diese Beschränkung auf das Wesentliche bei den erfolgreichen Ungarn als eines der wichtigsten Qualitätsprädikate.

In diesem Sinne ist natürlich fast schon vorprogrammiert, was inhaltlich auf der neuen Scheibe „What Doesn't Kill Me...“ geschieht. Brutale Midtempo-Riffs paaren sich mit dem energischen Gebrüll von Frontmann Zoli und werden schließlich in eine druckvolle Produktion eingewickelt, die selbst den jüngsten Sepultura-Dauerbrenner eiskalt versenkt. Da gibt“s typische Jaumpdafuckup-Rhythmen, fast schon standardisierte Brecher-Gitarren, ein paar Ingredienzien, die entfernt an die neue Bay Area-Schule erinnern und zu guter Letzt immer wieder diese pumpenden Riffs, die live garantiert wieder für einige Erschütterungen gut sein werden. Und? Wo bleibt die Kritik? Eigentlich ist „What Doesn't Kill Me...“ ja nur ein weiteres Selbstzitat ohne wirklich neue Ansätze. Oder doch nicht?

Nun, die Ungarn haben wie gehabt einen geschickten Mittelweg gefunden, das neue Material frisch zu halten, ihren musikalischen Standpunkten aber uneingeschränkt treu zu bleiben. Wenn in „Revenge To All“ mal eine angenehme Annäherung an Machine Head eingeschoben wird, „Sick Of It All“ sich in Richtung Stuck Mojo bewegt oder zwischendurch auch noch mal klargestellt wird, dass man die Konkurrenz mit den offenkundigen brasilianischen Vorbildern durchaus ernst nimmt, dann kommt man nicht umher, euphorisch im Takt mitzuwippen. Selbst die an sich weniger spektakulären Ideen, wie sie in Nummern wie „Rat War“ und „Envy“ aufgetischt werden, gewinnen durch den wuchtigen Gitarrensound und die packenden Grooves deutlich an Überzeugungskraft und können alleine dadurch über den bisweilen mangelnden Variantenreichtum hinweghelfen.

Der Skeptiker wird sich aber sicherlich weiter fragen, wie lange Ektomorf mit dieser Masche noch Erfolge feiern werden, denn grundsätzlich verlangt es hier und dort auf alle Fälle nach einigen neuen Elementen, die das engmaschige Soundkorsett der Band sprengen könnten. Der Bedarf ist da, wird von starken, traditionellen Ektomorf-Kompositionen wie „Love And Live“ und „I Can See You“ aber bislang noch mit vehementem Nachdruck zurückgeschoben

Aus diesem Grund funktioniert „What Doesn't Kill Me...“ schließlich auch nicht besser oder schlechter als die bislang veröffentlichten Scheiben der Osteuropäer – eine Aussage, die wahrscheinlich sämtliche Fans besänftigen wird. Aber die Band sollte gewappnet sein; auch in Rio und Umgebung ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem die Einspurigkeit zum Eigentor avancierte. Und wenn Ektomorf sich künftig nicht intensiver darum bemühen, ihr Spektrum zumindest ein kleines bisschen zu erweitern, könnte es irgendwann relativ eng für Zoli und seine Mannen werden. Irgendwann, jetzt aber Gott sei Dank noch nicht.

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