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Ektomorf: Redemption

41 Minuten pure Aggression
Wertung: 8.5/10
Genre: Hardcore, Neo-Thrash
Spielzeit: 41:23
Release: 17.12.2010
Label: AFM Records

Hoch, sehr hoch sind die Erwartungen an die neue Ektomorf-Scheibe. Nach dem eher durchwachsenen Vorgänger „What Doesn’t Kill Me...“ wartet man gespannt, ob die neue Scheibe wieder etwas mehr Biss hat. Von der Aufmachung geht es schon einmal wieder back to the roots. Das Cover kommt wieder in Erdtönen, doch gibt es auch einen Bezug zu „What Doesn’t Kill Me...“, denn abermals ist auf dem Cover nur das Konterfei von Zoli zu sehen. Genug davon, wenden wir uns der Musik zu.

Der Sound ist ein Subwoofer-Killer. Der untere Frequenzbereich drückt so enorm, dass schon bei verhältnismäßig geringer Lautstärke die Kleidung flattert und es flau im Magen wird. Alle unvorsichtigen Tuning-Freaks können sich schon gleich mal einen Termin in der Werkstatt eintragen lassen. Entweder eine heißgelaufene Spule setzt die Karre in Brand oder es fehlt irgendwann einfach einmal die Heckscheibe. „Redemption“ wartet mit einem extrem hohen Aggressionspotential auf. Das entwickelt sich aber immer wieder eher unterschwellig während des Hörens. Diese Tatsache alleine macht das Album schon interessant. Ektomorf brechen aus ihren gewohnten Gefilden aus und spielen auch mit anderen Genres. So bauen sie viel auf verschiedene Tempi, arbeiten verstärkt mit Stilmitteln anderer Musikrichtungen wie dem klassischen Rock ’n’ Roll und riskieren auch den einen oder anderen Stilbruch. Allerdings kommt zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise ein Zweifel auf, wer da aus den Boxen brüllt. Und Ektomorf brüllen dem Hörer eine gefühlte Kriegserklärung entgegen. Es drängt sich zwangsläufig das Bedürfnis auf, eine völlig unschuldige Gitarre zu zertrümmern oder sonstiges Unschuldiges in Mitleidenschaft zu ziehen. Auf einer „Mann, bin ich sauer“ -Skala von eins bis zehn bekommt dieses Album eine glatte zwölf.

Allerdings gibt es ein paar Momente auf der CD, bei denen man sich fragt, was sich die Band wohl dabei gedacht hat. Einer davon ist gleich zu Beginn der Scheibe. Das Intro ist sehr strange, es besteht aus Gitarrengeklimper oder Keyboards und Basslines die zusammenhanglos wirken und erst die letzte Sekunde leitet dann den Song „Last Fight“ ein. Der Titel an sich ist aber sehr gut und bohrt sich wie fast die ganze CD sofort ins Ohr. Für den Titel „The One“ haben sich Ektomorf Unterstützung von Danko Jones geholt, der im Refrain mitwirkt. Auch die Probleme der Roma und Sinti greift die Band wieder auf. Die Titel „Cigany“ und „Stigmatized“ beschäftigen sich verstärkt mit dieser Thematik.

„Redemption“ ist ein durchwegs gelungenes Album, das im Vergleich zum Vorgänger ein breiteres Musikspektrum aufweist. Schwächen sind kaum wahrnehmbar, sieht man von Kleinigkeiten wie dem oben schon angeführten Intro ab. Fans der Band können ohne zu zögern zuschlagen. Für alle, die sich mit der Musikrichtung der Band so ungefähr identifizieren können, ist das Album auch höchst interessant. Melodiefetischisten und Gitarrenfrickelarbeitliebhaber werden keine große Freude daran haben.

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