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Eisregen: Knochenkult

Leute mit einem zarten Gemüt sollten von Eisregen lieber die Finger lassen
Wertung: 8/10
Genre: Dark Metal
Spielzeit: 51:59
Release: 19.09.2008
Label: Massacre Records

Dass Eisregen eine Vorliebe für alliterierende Titel haben, ist seit „FleischFestival“, „BlutBahnen“, „LeichenLager“ oder „WundWasser“ nichts Neues mehr. Zumindest dieser Gepflogenheit bleibt die Band auch mit dem neuen Album „Knochenkult“ treu und der informierte Fan bemerkt schnell, dass die Initialen des siebten Albums auf das Motto „Back To The Roots“ schließen lassen: KK, sowohl „KnochenKult“ als auch „KrebsKolonie“. Ein weiteres Anzeichen dafür ist übrigens das Artwork, welches einige Parallelen zu dem Wundwasser-Cover aufweist. Auch bei dieser CD streckt die gefürchtete und berüchtigte deutsche Index-Zentrale BPjM wieder ihre Finger aus, sodass man an einem unschönen Aufkleber auf dem Artwork wieder mal nicht vorbei kommt, aber was wäre eine Eisregen-CD auch ohne diesen? Ganz genau: "Blutbahnen", dessen Indizierungsantrag übrigens vor gar nicht allzu langer Zeit abgelehnt wurde.

Nachdem vor wenigen Jahren Theresa die Band verließ, wird die Violine nur noch selten eingesetzt, dafür umso mehr Keyboard-Passagen. Gleich der Opener „Stahlschwarzschwanger“ beginnt mit einem Synth-Intro und behält erhebende Flächensounds auch noch im weiteren Verlauf des Songs bei. Diese machen sich besonders gut im ersten Teil des Songs, bei dem der Sänger, genannt „Blutkehle“, noch nicht klar singt.

Die Songs auf dieser CD sind entweder eher balladesk gehalten, oder aber ungewöhnlich hart für Eisregen – „Treibjagd“ und „Das Liebe Beil“ weisen beispielsweise sogar Blastbeats auf. Als Beispiel für die balladeskeren Songs könnte man „19 Nägel Für Sophie“ anführen, eine traurig-aggressive Liebesgeschichte. Ein Midtemposong wäre „Schwarzer Gigolo“, der sowohl groovig als auch melodisch gehalten ist und fast ausschließlich klaren Gesang anstelle des aggressivem „Gekeifes“ aufweist.

Eben dieses wird bei „Süßfleisches Nachtgebet“ eingesetzt und verbindet sich hier schön passend mit den anfangs schleppenden Riffs und den gelegentlich einfließenden Klaviertönen. Bei der limitierten Version des Albums findet man noch den Bonus-Track „Blut Ist Leben“: Ein neu eingespielter Song, der vor mehr als einer Dekade geschrieben wurde und bereits auf dem Demo „Das Ende Des Weges“ enthalten war. Dieser wäre wieder ein Paradebeispiel für die härtere Seite dieses Albums, denn dieser Track klingt schon mehr nach Black Metal als nach Dark Metal.

Eisregen werden mit der neuen Scheibe sowohl die "Blutbahnen"-Anhänger als auch die Liebhaber der älteren Scheiben ansprechen. Wem diese Band irgendwann gefallen hat, dem wird „Knochenkult“ bestimmt auch gefallen. Wer Texte dieser Art mag, aber sich bisher noch nicht mehr mit der Band beschäftigt hat, sollte in die CD reinhören, denn die Musik ist in der Tat ziemlich gut. Leute mit einem zarten Gemüt beziehungsweise sogar nur einem durchschnittlichen oder einer Abneigung gegenüber schwarzem Humor sollten von Eisregen jedoch lieber die Finger lassen.

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