Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Eisregen: Blutbahnen

Daumen ganz ganz weit nach oben
Wertung: 9.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 55:6
Release: 27.04.2007
Label: Massacre Records

„Eltern von Deutschland. Sperrt eure Kinder ein oder klebt ihnen die Ohren mit Tesafilm zu. Eisregen veröffentlichen ein neues Album“. So oder so ähnlich könnte ein Rundschreiben der Moralapostel beginnen, die auch schon den Vorgänger „Wundwasser“ als jugendgefährdend eingestuft haben. Da fehlen einem wirklich die Worte. Genau darum wäre es ein Geniestreich, wenn die Thüringer mit „Blutbahnen“ wieder einmal in die deutschen Albumcharts einsteigen. Eine bessere Ohrfeige kann es nicht geben.

Und das mit den Charts ist gar nicht so weit hergeholt, präsentieren Eisregen doch ihr bisher bestes Machwerk. Wo in der Vergangenheit oft noch das musikalische Gütesiegel fehlte, gibt es auf „Blutbahnen“ endlich den Beweis, dass Eisregen nicht nur mit kranken Texten sondern auch mit musikalischer Reife überzeugen können. Da fiel es mir wirklich schwer, einzelne Highlights herauszupicken und diese beim Namen zu nennen. Die Band schafft es wirklich, den Zuhörer von Beginn bis Ende zu fesseln, ohne sich dabei permanent zu kopieren oder das Leichentuch immer im selben Muster zu weben.

Eisregen sind im extremen Metal Deutschlands wirklich eine Band, denen man auch so einen Tanzbeinschwinger wie den Opener „Eisenkreuzkrieger“ nicht übelnimmt. Versteht mich nicht falsch, ich finde den Song wirklich geil, doch die meisten Bands würden dafür nur müde belächelt oder bitter beschimpft werden. Umso besser, dass Eisregen ihren Stiefel durchziehen. Sonst hätten wir nicht diesen gothik-lastigen Einstieg ins Album mit einer sich ins Hirn fressenden Melodie. Das Teil könnte zum Hit auf den anstehenden Konzerten werden. Genauso wie „Alphawolf“, der in die gleiche Kerbe schlägt, nicht minder geil ist und den Beweis antritt, dass zu einem wirklich guten Song keine Vielzahl von Riffs gehört sondern eine prägnante Hook. „So einfach jeht Murmeln“…sagt da der Berliner.

„Blutbahnen“, „Zurück In Die Kolonie“ und „Schneuz Den Kasper!“ will ich in meinem Reigen der amtlichen Übersongs definitiv nicht vergessen. Beim Zweitgenannten haben Eisregen dann auch mal wieder typische Black Metal – Zutaten verbraten und dem geneigten Fan summt eine Gitarrenwand entgegen, welche in dieser typisch sägenden Black Metal – Manier auf dem neuen Album eher weniger zu finden sind. Doch das stört nicht wirklich, wenn der Rest so passt wie auf „Blutbahnen“. Mit viel Bombast und Breitbandsound kommt zum Abschluss des Albums „Schneuz Den Kasper!“ um die Ecke. Hier heißt es klotzen, nicht kleckern.

Mit „17 Kerzen Am Dom“ widmen sich Eisregen den Geschehnissen in Erfurt, wo ein geistig verstrahlter Schüler Amok lief. Musikalisch nicht wirklich die Offenbarung, textlich hat das Teil durch den Erzählablauf aber irgendwie etwas.

So gesehen kann ich Eisregen nur bescheinigen, dass sie mit ihrem sechsten vollständigen Album alles richtig gemacht haben. Vom fetten Sound bis hin zu den „allseits“ beliebten Texten und endlich der musikalischen Klasse, um die Texte perfekt in Szene zu setzen. Dann rate ich euch, sobald ihr das Review gelesen habt, sofort loszustürmen und euch ein Exemplar des Albums zu sichern. Es gibt euch ja keiner die Garantie, dass das Teil auch nächste Woche noch frei zugänglich verkauft werden darf. Der Index ruft vielleicht schon. Wer weiß.

Daumen ganz ganz weit nach oben. Für Fans sowieso. Und auch für alle, die mit abwechslungsreichem Black Metal was anfangen können, der auch mal Gothicmomente enthält, Bombast um die Ecke schiebt oder einfach mal nur auf cleanen Gesang setzt..

Kaufen, Kaufen, Kaufen!!!

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen