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Eisheilig: Imperium

Innovation oder Stagnation?
Wertung: 6.5/10
Genre: Neue Deutsche Härte/Gothic Metal
Spielzeit: 36:32
Release: 18.09.2009
Label: Drakkar Records

Angst vor Experimenten hatten die vier Recken von Eisheilig ja noch nie – das ändert sich auch mit dem neuen Album „Imperium“ nicht, denn wieder einmal wird ein völlig neuer Pfad eingeschlagen. Herrschte auf den früheren CDs noch atmosphärischer Gothic Metal vor, so versuchte man sich beim letzten Album „Auf dem Weg in deine Welt“ an Gothic Rock mit starkem 70er-Einfluss. Was also kommt als nächstes?

Auf jeden Fall wird es wieder deutlich härter und düsterer als auf dem letzten Album, dies allerdings nicht im Sinne der Werke wie „Elysium“. Vielmehr ist ein starker NDH-Einschlag zu vernehmen, der auch auf die Vocals starke Auswirkungen hat, doch dazu später mehr. Zuerst einmal zeichnet sich „Imperium“ durch eine unglaublich dichte Atmosphäre aus, die kalt und beklemmend wirkt und vor allem durch die mal düsteren, mal symphonischen Synths erzeugt wird. Diese sind zugleich auch eine der größten Stärken des Albums, denn so perfekt eingesetzt findet man selbige nur selten. Auch der Rest des Sounds lässt keine Wünsche offen, die Produktion ist erstklassig und besticht mit einem druckvollen Gesamtbild.

Bei den Songs an sich offenbaren sich allerdings schon wesentlich eher Schwächen. Nahezu alle der Stücke setzen auf schwere Riffs und ebenso donnernde Refrains, die jedoch mit dem Sprechgesang des Frontmannes Dennis Mikus kombiniert werden. Abwechslung an Melodien ist zwar gerade wegen den erwähnten Synths vorhanden, auf Dauer erscheint der Gesang aber doch ein wenig eintönig. Wenn man bedenkt, wie viel Emotion in den vorherigen Alben durch die Stimme zum Tragen kam, wird sicherlich der eine oder andere Fan enttäuscht sein – schlecht beherrscht der Sänger seinen neuen Gesangsstil aber immerhin nicht, zumal er oft zu den Songs passt.

Schon bei dem ersten, episch anmutenden Track „Imperium der Schande“ fügt sich der Sprechgesang gut ins Konzept ein: Mit ihrem neuen Album wollen Eisheilig einen Weckruf aussenden und die Gesellschaft kritisieren, wozu sie klare Worte wählen – vielleicht zu klar, denn die Texte sind viel zu offensichtlich und plump, um ernsthaft zum Nachdenken anzuregen. „Lauft“, der vielleicht interessanteste Song der CD, wählt im Gegensatz zu dem schwerfälligen ersten Sück einen gänzlich anderen Weg. Cinematische Elektro-Klänge leiten zu dem treibenden Refrain über – dieser Song trägt seinen Namen zurecht.

Die apokalyptische Stimmung, die dem Album anhaftet, bleibt erfreulicherweise über die volle Länge erhalten, ob nun bei tanzbaren Stücken wie „Tanzt das Kapital“, das textlich offensichtlicher kaum sein könnte, oder aber ruhigen, mit unheimlichen Chören versehenen Songs wie „Now We Leave“ und „Das letzte Gericht“, von denen letzteres aufgrund der optimal eingesetzten elektronischen Elementen zu den Highlights der Platte zählt.

Letztendlich ist es wohl der Gesang, der der CD trotz beeindruckender Arrangements auf Dauer ein wenig die Fahrt nimmt und die Stücke eintönig erscheinen lässt. Einzig auf „Erben der Erde“ lässt Dennis im Refrain noch einmal seinen melodiösen Gesang kurzzeitig aufblitzen, ansonsten ist die Stimmleistung äußerst gleichförmig.

Zugegebenermaßen kann man der Band auch attestieren, ein mutiges Experiment gewagt zu haben und das Konzept konsequent durchgeführt zu haben, denn das „Imperium“ wirkt zu jeder Sekunde bedrohlich und düster. Wer sich also an dem Gesang nicht allzu sehr stört und diesen als Stilmittel anerkennt, kann dem Album durchaus eine Chance geben. Fans der Band hingegen sollten hier allerdings erst einmal vorsichtig herangehen, denn wie schon „Auf dem Weg in deine Welt“ sind wieder viele Veränderungen vonstatten gegangen, die sicherlich nicht jedem behagen werden.

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