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Eisheilig: Auf dem Weg in deine Welt

Auf dem Weg in den Mainstream
Wertung: 6.5/10
Genre: Dark Rock
Spielzeit: 49:9
Release: 28.09.2007
Label: Drakkar Records

Mit „Auf dem Weg in deine Welt“ haben die Mannen um Dennis Mikus ein mutiges 4. Studioalbum geschaffen, welches sich von den meterhohen Gitarrenwänden und dem brachialen Klanggewand des erfolgreichen Vorgängers „Elysium“ distanziert und mehr in die ruhige, melancholische Kerbe einschlägt.

„Auf dem Weg in deine Welt“ fährt auf der ruhigen Dark Rock-Schiene und hat einen deutlich offeneren und positiv gestimmten Grundtenor als noch der düstere Vorgänger, nicht zuletzt aufgrund der luftigen Atmosphäre, welche in dieser Form an „Pure Reason Revolution“ erinnert. Das filigran anmutende Arrangement und die leichte Prise im Hinblick auf 70er Jahre Einflüsse steuern ihr übriges zu dieser Tatsache hinzu.

Gitarrist Till Maiwald erklärt diesen Sinneswandel folgendermaßen: „Die düstere Phase war nach Elysium einfach vorbei, denn wir hatten seinerseits alles ausgedrückt, was wir sagen wollten“. Über allem steht natürlich Dennis Mikus´ Stimme, welche nun weicher, höher und mit mehr Volumen daherkommt, auch die harte Aussprache wurde zugunsten eines melodischeren Flusses zurückgelassen.

Nun jedoch die Kehrseite der Medaille: Eisheilig klingen in meinen Augen nicht mehr nach Eisheilig. Während „Elysium“ in meinen Augen noch mit dem Eigenständigkeitsbonus aufwarten konnte, ist das nun nicht mehr der Fall und ob es tatsächlich nötig war, sich von Bands wie HIM, Porcupine Tree und Muse inspirieren zu lassen, dürfte mehr als fragwürdig sein. Was ich damit meine, lässt sich bereits am Opener „Wir leben“ feststellen, welcher sich ungehemmt bei Secret Discovery bedient.

„Ich halte dich“ hingegen, ist eine wunderschöne, balladeske Nummer, welche vor allem durch den weichen und eindringlichen Gesangspart besticht. Harte Klänge und eine gewisse Affinität zum Vorgänger vernimmt man wiederum auf „Geh durchs Feuer“, welches auch durchaus auf „Elysium“ seine Daseinsberechtigung hätte.

Fazit: Nun, welche Quintessenz ziehen wir daraus? Eisheilig hat mit ihrem neuen Werk ein erwachsenes Album hervorgebracht, welches durch seine konsequente Affinität zum Mainstream und der durchwegs ruhigen Machart besticht. Der eingeschlagene Weg wurde mutig und ohne Kompromisse beschritten, bereits dafür verdient die Band Anerkennung. Ausgerechnet dies ist jedoch auch die größte Schwäche des Albums.

Denn zugunsten der Eingängigkeit ist die beeindruckende Atmosphäre des Vorgängers verloren gegangen und so hat dieses Machwerk, salopp gesagt, keine eigene Identität mehr. Es ist ein Album von vielen, welches an einem geringen Wiedererkennungswert krankt. Schade drum…

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