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Eisblume: Unter dem Eis

Seelenloser Düsterpop
keine Wertung
Genre: Düster-Pop
Spielzeit: unbekannt
Release: 06.03.2009
Label: B1

Scheinbar begann alles mit einem Song – einem Cover, welches spaltend auf die Nation wirkte: Doch „Eisblumen“, im Original von Subway to Sally, war das zweite Lebenszeichen der nach diesem Song benannten Berliner Band Eisblume. Mit diesem Song schafften sie den Durchbruch in den Popcharts, sehr zum Ärger vieler Subway to Sally-Fans, die sich mit der stilistischen Orientierung des Covers nicht anfreunden konnten.

Spricht Ria, die Sängerin der im rein optischen Eindruck als Gothic-Vertreter erscheinenden Band, davon, dass sich ihre glockenklare Stimme gegen „harte Gitarren und druckvollen Sound bewähren“ müsse, so ist in der Musik selber von einem solchen Kräftemessen nichts zu spüren. Der Grund hierfür ist einfach: Harte Gitarren und druckvollen Sound sucht man auf dem kompletten Album vergebens – zumindest wenn man in dieser Hinsicht nicht völlig anspruchslos ist.

Tatsächlich weisen nahezu alle Songs des Albums eine sehr einfache Struktur auf: simple Melodien, standardisierte Beats und im Falle des Songs „Leben ist schön“ gar ein Refrain im Eurodance-Charakter, in welchem dem Höreindruck nach nur synthetische Instrumente vorherrschen. Hierbei kommt vonseiten der Sängerin auch wenig innovativer „Nanana“-Gesang zum Einsatz – dies alles spricht für eine nicht gerade tiefgehende Kompositionsleistung.

Bei einer solch glatt produzierten Platte mit an sich austauschbaren Songs einen Anspieltipp zu finden, ist im Allgemeinen nicht gerade einfach: In diesem Fall jedoch lässt sich sehr einfach sagen, dass der Opener des Albums im Vergleich zu den restlichen Songs geradezu abgöttisch gut klingt. Die Überraschung dabei: Es handelt sich um den oben bereits erwähnten Stein des Anstoßes, „Eisblumen“, auf den musikalisch wohl nicht mehr eingegangen werden muss – Chartpräsenz sei Dank.

Der Song, den man qualitativ ein wenig herausheben könnte, ist „Zeit zu gehen“ – hier wird zumindest versucht, so etwas wie eine melancholische Stimmung zu erzeugen: So sind die Strophen in der Instrumentierung mit leisen Streicherkeyboards und Schlagzeug spartanisch gehalten, während die Keyboards im Refrain die Lautstärke hochdrehen – den Rest der Band, namentlich Bass und Gitarre, kann man dort nur erraten.

Alles in Allem lässt sich „Unter dem Eis“ ziemlich leicht als Pop-Scheibe klassifizieren. Wenn man es gut meint, adelt man sie als Düster-Pop. Wer einfache Kompositionen, weiche Klänge und glatt-künstliche Produktionen mag, der sollte hier zugreifen.

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