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Einherjer: Norrøn

Die Wikinger sind zurück
Wertung: 9.5/10
Genre: Viking Metal
Spielzeit: 41:24
Release: 09.09.2011
Label: Indie Recordings

„Norwegian Native Art“, zu deutsch so viel wie norwegische Volkskunst, so hieß eine der Platten der Norweger von Einherjer. Die Band, die den Viking Metal praktisch beinahe erfunden hat, und das lange vor den aktuellen Helden der Szene, hatte sich im Jahr 2003 eigentlich dazu entschlossen, nicht mehr gemeinsam zu musizieren. Erfreulicherweise haben sich die drei Künstler im Jahr 2008 zuerst nur für ein paar Liveshows und nun auch für ein neues Album wieder zusammengefunden.

Das neue Album „Norrøn“ muss sich an sehr guten Alben messen lassen. Die Band hat während ihrer Schaffensphase nämlich schon einige beeindruckende Rundlinge abgeliefert. Egal ob es um den Klassiker „Far, Far North“, „Odin Owns Ye All“ oder das oben schon angeschnittene und recht heftige Album „Norwegian Native Art“ geht, die Gruppe hat auf jeder Scheibe ein paar Songs, die eigentlich ein jeder Pagan- und Viking-Metal-Fan kennen sollte. „Far, Far North“, „Doomfaring“, „Burning Yggdrasil“ oder auch „Ironbound“ und „Crimson Rain“ sind genau solche Titel.

Schwierig wird es da natürlich immer für das nachfolgende Album. Je mehr Klassikeralben bereits aufliegen, desto extravaganter muss die Nachfolgerscheibe ausfallen, um Aufsehen zu erregen. Ironischerweise erregt „Norrøn“ dieses Aufsehen ganz ohne ausgeflippt zu sein. Auffallend ist nämlich die Tatsache, dass die Gruppe an ihrem Stil nichts ändern muss, weil ihr Potential, was genau den Einherjer-Stil betrifft, noch längst nicht erschöpft ist. Viel wichtiger ist aber, dass die Band ihre Erkennungsmerkmale wie die getragenen Gitarrenläufe, den abwechslungsreichen Keifgesang, und den bandtypischen Rhythmus nicht verleugnet. Wenn man die Scheibe einlegt und auch nur ganz wenig Ahnung von den Norwegern hat, so wird man sie aber doch sofort wiedererkennen.

Grundlegend spiegelt die Langrille alle Schaffensphasen der Band wider. Es gibt schnelle und aggressive Rumpelpassagen, viele melodische, kalte Elemente und einen beeindruckenden Chor bei „Balladen Om Bifrost“. Das Album ist überlegt arrangiert, klingt aber fast schon ein klein wenig zu rein; im Vergleich zu „Dragons Of The North“ wirkt es fast schon ein wenig steril. Allerdings hat es immer noch locker genug Dampf, selbst das dickste Eis zu tauen. Das Potential der Band ist längst nicht versickert und es wäre eine Schande gewesen, wenn die Karriere der Gruppe bereits zu Ende erzählt gewesen wäre. Eine Reunion sollte immer kritisch hinterfragt werden, natürlich auch in diesem Fall. Der Grund für den Wiederzusammenschluss dürfte allerdings bei Einherjer das hohe Ideenpotential gewesen sein.

„Norrøn“ erweist sich nach mehrmaligem Hören als eines der aufwendigsten Alben der Norweger. Es vereint Epik, Brutalität, intelligentes Songwriting und die gewisse Rohheit, die ein Viking-Metal-Album eben braucht. Für Fans der Gruppe ist die Scheibe ein Muss, allerdings dürfen auch alle anderen ruhig mal ein Ohr riskieren - enttäuscht wird niemand werden. Einprägsamer dunkler Bombast-Viking-Metal at its best!

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