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Eight Of Spades: Driven By Hate

Eine Runde Pogo, bitte!
Wertung: 5.5/10
Genre: Speed-Rock, Punk'n'Roll
Spielzeit: 31:54
Release: 18.10.2010
Label: Pervade Production/Manitou Music

Es gibt niemanden – die Betonung liegt auf "niemanden" – auf der Welt, der so klingt wie Lemmy von Motörhead. Da kann sich Eight Of Spades-Sänger JPouille noch so sehr anstrengen, auch er kommt nicht ansatzweise an den Mann mit der Warze ran. Mutig ist allerdings, dass er es versucht. Überhaupt ist die französische Band mit ihrer Mischung aus energetischem Rock’n’Roll und Punk den alten Recken relativ ähnlich, nur dass eben nicht alles mit dieser Lässigkeit zusammenpasst. Aber wer kann schon Motörhead imitieren?

Seit 2004 macht das Punk’n’Roll-Quartett die Musikwelt unsicher und man hört den Jungs ihre Tourpartner definitiv an: Bands wie The Unseen oder Peter Pan Speedrock kommen einem neben der Kult-Combo mit dem Umlaut sowieso automatisch in den Sinn, wenn man „Driven By Hate“ anhört. Sie ist übrigens bereits die zweite Full Length-Scheibe der Vier nach dem 2006er Erstling „Look In My Eyes“. In ihrer Heimat scheint das Quartett schon beachtlichte Fanreaktionen hervorzurufen, hierzulande dürfte die Band noch kein Mensch kennen. Das könnte sich durchaus ändern, denn obwohl einem die zumindest vokalistisch arg gezwungen wirkende Ähnlichkeit mit Motörhead zwischendurch sauer aufstößt, haben die meisten Song durchaus das Zeug zu Partyhymnen.

Bereits beim Opener kann man ungefähr erahnen, wie sich der Rest des Albums gestaltet: „March Of The Lambs“ geht mit Punk-Attitüde und schnellem Rock’n’Roll nach vorne, dazu kommt die leicht akzentbehaftete Stimme von JPouille – das klingt doch schon nicht schlecht, obwohl die Vocals mir fast zu gewollt aggressiv erscheinen. „Revolt“ fängt dann schon an zu nerven, was aber vor allem an der tierisch hysterischen Stimme liegt, die so gar nicht zum Rest passen will. JPoiulle kann das doch kaum sein, der da singt? Es klingt jedenfalls wie ein durchdrehender Köter und das mag zwar zum Punk passen, aber auditiv nur stören.

„Destroy“ ist zwar genauso zweistimmig gehalten, überzeugt aber durch ordentlich Groove und eine relativ düstere Grundstimmung. Fast thrashig mutet der Track an und markiert direkt den ersten Anspieltipp. Übrigens sind die Titel „Destroy“ und der Nachfolger „Come With Me“ auf der Tracklist zumindest der Promo-CD vertauscht – da muss man erst einmal drauf kommen. Ob die Jungs ihre Fans absichtlich verwirren?

„Ride“ startet Rockstar-gemäß mit stöhnenden Frauen, aber mit so etwas hatte man bei dem Titel schon irgendwie gerechnet. Die Ladys sind dann aber auch schon das Beste an dem Track, denn hier wird nicht nur extrem Lemmys Stimme imitiert – ob das nun berechnend ist oder nicht, sei hier mal außen vor gelassen – der Song ist außerdem auch noch eher mittelprächtig, weil er ziemlich radiotauglich gehalten ist.

Erst „Survive“ bringt wieder richtig Spaß in die Bude, überzeugt mit schön flirrenden Gitarren, hörbarer Spielfreude und einem Mitgröhl-Refrain, der auch die lahmste Party sprengen würde. Schön ohrwurmig, wenn auch ohne großartigen Biss präsentiert sich hingegen „Hey You!“, was wohl einer der einfallslosesten Songtitel aller Zeiten sein dürfte. Das macht aber nichts, der Song plätschert sowieso mehr oder weniger unbemerkt an einem vorbei, nur der Refrain hält sich nervtötend lange im Gehörgang. Immerhin: „High Speed Rock’n’Roll“ rettet den Abend noch einigermaßen – der Titel ist Programm und könnte theoretisch auch gut als bandinterne Genrebezeichung herhalten. Schade ist, dass der Track mit nicht einmal drei Minuten so kurz ausfällt.

Fazit: Es scheint sich ein Punk-bezogenees Muster abzuzeichnen, denn man könnte sich vorstellen, dass mit steigendem Alkoholpegel „Driven By Hate“ immer besser wird. So ist mir aber zu viel Gegröhle, zu wenig Feeling und zu viel Motörhead-Imitation vorhanden, als dass die Scheibe viel mehr als die Hälfte der Punkte bekommen könnte. Zum Pogen und Moshen eignen sich die Songs allesamt, wer aber ein wenig mehr Tiefgang sucht, hat hier direkt verloren.

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