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Eigensinn: Die Wahrheit

Manchmal ist weniger eben doch mehr
Wertung: 6/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 58:49
Release: 22.05.2009
Label: Echozone

Jetzt ist Schluss mit lustig. Denn das Quintett aus Stuttgart erhebt den alleinigen Anspruch auf die Verkündung der Wahrheit – und das mit ihrem Debüt. Eigensinnig? In der Tat. Selbstbewusst? Durchaus. Berechtigt? Wir werden sehen.

Wenn Eigensinn auch schon einige Jahre existieren, so erscheint das Debüt „Die Wahrheit“ erst jetzt. Die Formation arbeitete volle vier Jahr an dem Album, die Wahrheit lässt sich schließlich nicht von jetzt auf gleich ergründen. Was dabei herauskam, ist in erster Linie deutschsprachiger Alterative Rock, gespickt mit einigen Elementen aus dem Hard Rock- und Gothic-Bereich.

Aufhorchen lässt vor allem Sängerin Nemesis, die der Musik nicht etwa neue Facetten zufügt, sondern sie viel mehr am Leben hält. Kraftvoll und ungestüm führt sie durch die 13 Songs. Ob nun wütend („Spring“), gefühlvoll („Stimmen“) oder gar aufmüpfig („Wahrheit“); sie beweist stets, dass ihr stimmliches Spektrum beachtlich ist. Doch während die Vocals im Opener „Kraft“ orientalische Züge bekommen und in „Sternenkind“  arg viel Vibrato verwendet wird, keimt im Laufe des Albums die Frage auf, ob der Abwechslung damit nicht genug getan ist. Denn die raue Stimme der Fonterin spricht auch ohne solche Experimente alleine wegen des nicht alltäglichen Klangs für sich.

Und auch die Band dahinter scheint sehr bemüht um einen möglichst eigenständigen und vielfältigen Sound zu sein, denn keiner der Songs klingt wie der andere: Schwere Gitarrenriffs finden beispielsweise  in „Die Macht“ Verwendung, während „Überlicht“ angenehm flott daherkommt und „Schrei“ sogar Industrial-Elemente aufweist. Die vier Jahre Vorbereitungszeit ist vor allem im Detail zu entdecken. Doch so abwechslungsreich die Tracks auch sind, die Eingängigkeit oder auch nur den bleibenden Eindruck sucht man oftmals vergebens. Ohrwürmer sind am ehesten in „Feuerengel“ oder der 2004er-Version von „Tränen aus Blut“ zu finden, während andere Tracks zwar durchaus Höhepunkte und überzeugende Passagen besitzen, aber letztendlich nicht viel zu bewegen wissen. Im Nachhinein bleibt oft einfach zu wenig hängen. In „Stimmen“ etwa, der ruhigsten Nummer des Albums, zeigt Sängerin Nemesis zwar, wie viel Energiepotential tatsächlich in ihrer Stimme steckt, doch von der eigentlichen Melodie oder der verwendeten Harmonien bleibt wenig im Gedächtnis.

Durch eine kraftvollere Produktion und einen etwas höheren Stellenwert der Musik gegenüber dem Gesang hätte sicherlich noch einiges aus den Songs herausgeholt werden können. Letztendlich wäre das Ohrwurm-Potential aber auch dadurch nicht weiter gesteigert worden. Potential ist der „Wahrheit“ in jedem Fall zuzuschreiben. Doch würde es dem Gesamteindruck sicherlich gut tun, wenn sich die Musiker statt auf einen möglichst eigenständigen und facettenreichen Sound eher auf ein stimmigeres und eingängigeres Klangbild konzentrieren. Dass eine solche Entwicklung weder die musikalische Härte, noch etwaige provokante Themen beeinflussen muss, haben andere Bands bereits unter Beweist gestellt. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

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