Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Eibon: Entering Darkness

Düstere Kunst – wenig Musik
Wertung: 6/10
Genre: Doom Metal/ Black Metal
Spielzeit: 63:03
Release: 06.06.2010
Label: Aesthetic Death

Die französischen Eibon, deren Name sehr wahrscheinlich mit dem Cthulu-Mythos von H.P. Lovecraft zusammenhängt, zeigen nicht nur bei der Wahl ihres Bandnamens einen Hang zur schlichten Schwärze, auch ihr Debütalbum „Entering Darkness“ erfüllt diese Kriterien hinsichtlich Titel wie auch Musik.

Bei „Entering Darkness“ konzentriert sich die Band besonders auf eine dunkle, tiefe Tonlage und eine spürbar düstere Stimmung, die durch eine unsaubere Spielart unterstützt wird. Gleichzeitig ist ihre Musik sehr schlicht - geradezu minimalistisch - aufgebaut. Eibon schwanken stilistisch dabei zwischen Doom und Black Metal, lassen aber auch progressive Ideen in ihre Musik mit einfließen. Auf diese Weise taumeln die Franzosen auf dem gesamten Album zwischen selbstzerstörender Schwermut und einem melancholisch angehauchten Gefühl, sich treiben zu lassen.       

Ein besonders schönes Beispiel hierfür ist das Lied „Path To Oblivion“: Meeresrauschen kombiniert mit einer einfachen, in sich ruhenden und doch schweren Melodie vermittelt dem Hörer nicht nur Melancholie, sondern auch einen automatischen Fluss von Gedanken. Die heiseren, tiefen  Vocals fügen sich passend in dieses Bild ein. Das Stück „Substance“ ist „Path To Oblivion“ in den eben genannten Punkten sehr ähnlich. In ihm wird die Melancholie aber noch deutlicher mit der bedrohlichen Seite von Eibons Musik verknüpft. Es ist daher ein Paradebeispiel für das oben erwähnte Taumeln und präsentiert Doom- wie auch Black-Metal-Elemente im Rahmen einer progressiven Machart. Keine große Überraschung, dass Eibon sich nicht sehr schwer damit tun, des Öfteren mit links die Zehn-Minuten-Marke der einzelnen Lieder zu knacken.
 
Was aber noch bei Eibon auffällt, ist die Art, trotz der eben angesprochenen progressiven Grundstruktur der Lieder, scheinbar strukturlose Musik zu machen. Die Songs scheinen insgesamt ein etwas wild vertontes Gefühlschaos darzustellen und weniger eine echte Aussage zu treffen. Dies zieht sich fast durchs gesamte Album. „Substance“ und „Entering Darkness“ sind also nur Beispiele für die zerstörerische, aber dennoch chaotisch inszenierte Musik von dem Debütalbum der Franzosen.  
Letzteres Stück weiß dafür aber durch eine unsichere und niederschmetternde Todesstimmung zu punkten. Diese wird nicht zuletzt durch das gelungene, kurze Sprach-Intro passend eingeläutet. Viel Stimmung wird aber vor allem auch durch die fast nicht mehr wahrnehmbaren Schreie im Hintergrund beigesteuert, die dem ganzen Lied noch mehr Dramatik verleihen.

Dieser gute Eindruck wird aber leider durch den zeitweise sehr dominanten Minimalismus geschmälert (wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von „Dominanz“ sprechen kann). In „Through The Eyes“ oder „Convulse The Reign“ nehmen sich Eibon dermaßen zurück, dass von ihrer Musik nicht mehr viel übrig bleibt. Das passt zwar zu ihrer Art, die gerade mit dem schleppendem Doom-Tempo sehr träge ist, hat aber in diesem Fall auch zur Folge, dass die Musik dadurch sehr mager und eine Identifikation hiermit deutlich erschwert wird. Der Fluss der Stimmung gerät dadurch ins Stocken, bevor Eibon wieder ihre eigentliche Musik aufnehmen bzw. weiterführen.

„Entering Darkness“ kann als Debütalbum leider noch nicht ganz überzeugen. Die inszenierte Düsternis ist so allgegenwärtig, dass die Band selbst davon scheinbar übermannt wird und dadurch immer mal wieder den Anschluss ihrer eigenen Musik verpasst. Die Stimmung bleibt zwar erhalten, die Grundlage aber wird dem Hörer entzogen. Dies wirkt sich sehr ungünstig aus. Man hat den Eindruck, Eibon behandeln ihr Werk wie ein verdrehtes, düsteres Kunstprojekt und vergessen dabei immer mal wieder, wobei es dabei geht: nämlich um Musik.

comments powered by Disqus