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EGOamp: Welcome To The Cabinet

Treibende Beats nehmen den Hörer mit auf die Reise in die Welt des Dr. Caligari
Wertung: 9/10
Genre: Electro, New Wave
Spielzeit: 49:04
Release: 22.02.2011
Label: Ionium Records

„Welcome To The Cabinet“ heißt der Longplayer von EGOamp und ist der erste Blick hinter den Vorhang. Das Cover des Werks und der Titel muten an, als würden EGOamp uns den Gruselstummfilm wieder nahe bringen wollen.

So geht es auch los, düstere Glocken geleiten den Hörer direkt in das Hörerlebnis, beigemischt aufgeregtes Gemurmel, als würde der Hörer sich direkt in einem Theater befinden. „Holstenwall“ heißt der Track, der so beginnt. EGOamp singen Deutsch, kombinieren die alten Facetten des Stummfilms mit einer guten Portion EBM. Die Mischung kommt an, die Füße beginnen zu wippen. Mitten im Song wechselt die Sprache ins Englische. Die erste Klappe findet Gefallen, die Ouvertüre ist gelungen.

Insgesamt bringen EGOamp zwölf Klappen, äh, Songs mit. Die Titel erinnern alle an die Gothic Novel des 19. Jahrhunderts in abgewandelter Form. Was aber definitiv hinter dem Werk steht ist der Klassiker „Das Kabinett des Dr. Caligari“. Der zweite Song „The Cabinet“ ist schon im Dezember erschienen und konnte die ersten mit seinen sphärischen Klängen heimsuchen und überzeugen. EGOamp mischen verschiedenste Elemente und kreieren sich ihren eigenen Sound. Was sie zum einen von Vorgängern wie Die Krupps unterscheidet und den Hörern zeigt, dass auch der EBM weiterlebt und neue Facetten aufzeigen kann. Das Interessante dabei ist, dass EGOamp dies schaffen, indem sie das Grundrauschen der alten Stummfilmklassiker so unterbringen, dass ihre Musik einen besonderen Gruselfaktor enthält.

„We Are Freaks“ ist ein Song, der ins Ohr geht und die Gehörgänge erst wieder verlässt, wenn man vom Tanzen völlig erschlagen wieder an der Bar hängt. Die Beats treibend, die Stimme elektronisch verzerrt, so will es gehört werden.

Wirklich klasse gemacht ist auch der Song „The Veil“. Die Beats, die am Anfang noch monoton daher wummern, werden treibender, je weiter der Song fortschreitet. Mit dieser Veränderung kommt ein komisches Gefühl auf. Ein Gefühl der Enge wird so an den Hörer weitergegeben. Das ist aus dem Grund interessant, als dass es in dem Song um Enge und Klaustrophobie geht. Mit diesem Song schaffen EGOamp es, ihr gesamtes Können offen zu legen.

„The Lady And The Tramp“ ist wieder ein Song, der an einen Film erinnert. Diesmal aber nicht an die alten Stummfilme, sondern an den ersten Zeichentrickfilm, der im Breitbildformat veröffentlicht wurde: „Susi und Strolch“. Hier findet der Hörer aber keinen zuckersüßen Kitschsong, der einen dazu animiert, Fleischbällchen mit der Nase über den Teller zu schieben. Nein, auch hier handelt es sich um einen Clubsong par excellence.

EGOamp mischen auf geniale Art und Weise Altes mit Neuem und schaffen es, dem EBM eine gehörige Portion Horror mitzugeben und das mit einer guten Stimme im Hintergrund, die es den Hörern ermöglicht, bei jedem erneuten Hören neue Facetten und Gesichtspunkte aufzuspüren. Hier handelt es sich um ein sehr gutes Debüt.

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