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Edguy: Age Of The Joker

Ergeben viele kleine Highlights ein großes?
Wertung: 8/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 65:22
Release: 26.08.2011
Label: Nuclear Blast

Neun Studioalben zu veröffentlichen ist schon eine reife Leistung, vor allem wenn man berücksichtigt, wie schnelllebig das Musikgeschäft inzwischen auch im Metal- und Rocksektor geworden ist. Seit nunmehr über fünfzehn Jahren sind Edguy ein Garant für hochwertige Power-Metal-Songs mit einer gehörigen Prise Humor und (Selbst-)Ironie. Daran ändert sich auch beim aktuellen Output der Band, „Age Of The Joker“, nichts. Trotzdem klingt die Platte ganz anders als der Vorgänger „Tinnitus Sanctus“.

Die Unterschiede braucht man auch gar nicht lange zu suchen. Als Erstes fällt auf, dass die komplette Scheibe epischer und langsamer ausgefallen ist als der Vorgänger. Alle Titel stampfen im Mid-Tempo-Bereich herum, die Ausnahmen sind die Stücke „Robin Hood“ und „The Arcane Giuld“, denn dort geht es etwas heftiger und flotter zur Sache. Der erstgenannte Titel, der auch das Album eröffnet, klingt noch am ehesten nach einem typischen Song der Band. Zu dem Song wurde auch ein Video gedreht, in dem Bernhard Hoecker, seines Zeichens bekennender Fan der Band, die Rolle der Prinzessin Mary spielt. Mit einer Laufzeit von knapp achteinhalb Minuten ist das Stück auch nicht gerade handlich ausgefallen. Das stört aber fast nicht, einzig der Akustikteil in der Mitte des Songs baut nur schwerlich die gewünschte Stimmung auf und zieht den Song eher wie Kaugummi. Das folgende Gitarrensolo macht diesen nicht so gelungenen Part aber locker wieder gut. Auffallend hierbei ist der gnadenlos gute Gitarrensound der Sologitarre. Die Lead- und Rhythmusgitarre klingen schon fett, aber mit der Soloklampfe hat der Tontechniker ein kleines Kunststück abgeliefert.

Natürlich haben sich die Bemühungen des Knöpfeverdrehers nicht nur auf die Sechssaiter konzentriert. Das Drumset klingt ebenfalls anständig, die Bassgitarre kann man hören und der Gesang von Tobi Sammet ist klar, aber etwas dominant. Der Fronter präsentiert sich bei bester Stimme und ist bei einigen Songs durchaus mitverantwortlich, dass die Stücke interessant bleiben. Der Mann, der erst vor kurzem eine Wahnsinnshow mit seinem Projekt „Avantasia“ auf die Bühne des W:O:A gezaubert hat, punktet in gewohnter Manier mit seiner charakteristischen und emotionalen Stimme. Er zeigt sich aber, wie das Album selbst auch, sehr vielseitig und experimentierfreudig. Es haben sich nämlich auch Songs auf das Album geschlichen, die ein etwas freieres Gewand erhalten haben. „Pandora's Box“ ist einer von jenen Songs. Mit Slideguitar und einem Feeling, das irgendwie an eine staubige Kneipe an einem verlassenen Highway erinnert, schaffen die Künstler ein Kontrastprogramm zum ersten Song der Scheibe.

Die Analyse zu „Robin Hood“ lässt sich auf viele der auf dem Silberling enthaltenen Songs fast identisch anwenden. „The Age Of The Joker“ kann nicht mit Superhits wie „Babylon“, „Superheroes“ oder „King Of Fools“ aufwarten, dafür gibt es über eine Stunde interessante Songs, die allesamt aufmerksam gehört werden wollen, damit man die Feinheiten erkennt. Mit jedem Hördurchgang fressen sich die Ohrwürmer tiefer ins Gehirn. Für Edguy-Vertraute stellt sich die Anschaffensfrage wohl eh kaum. Für alle Fans des melodischen Hard Rock und Power Metal dürfte die Langrille durchaus interessant sein, sofern man nicht nur einmal kurz durch die Lieder zappt. Diese Songs müssen wirken, und dazu brauchen sie Zeit.

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