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Edge Of Forever: Another Paradise

Achtziger Jahre-Kitsch gepaart mit wahnwitzigen Keyboards
Wertung: 3.5/10
Genre: Melodic Rock
Spielzeit: 51:25
Release: 15.01.2010
Label: 7Hard

Die Italiener wieder. Nirgends ist man vor ihnen sicher, kulinarisch, musikalisch und im Sport stürzen sie uns ins Verderben. Millionen vergossen wahre Sturzbäche an Tränen bei der WM 2006, die Menschen stopfen Pizza und Pasta in sich hinein, als gäbe es kein Morgen und auch im Metal-Bereich neigen die Bewohner des Stiefels, nun ja, zu heimtückigen Schlägen unter die Gürtellinie. Nach den unsäglichen Fit To Die schafft es jetzt erneut eine italienische Band, den gemeinen Metalhead völlig zur Verzweiflung zu bringen.

Möglicherweise liegt es tatsächlich am berühmten südländischen Temperament, wahrscheinlich ist es einfach nur Zufall, aber die Herren Alessandro Del Vecchio, Walter Caliaro, Nik Mazzucconi und Bob Harris legen mit ihrem dritten Werk „Another Paradise“ ein derartiges Prachtstück an Kitsch und Pathos hin, dass sich sämtliche Casanovas dieser Welt eine gehörige Scheibe davon abschneiden können.

Schon der Opener hat es in sich: „Distant Voices“ erinnert schwer an die deutschen Kollegen von Edguy, inklusive schnulzigem Text und einer verstörenden Falsett-Einlage gleich zu Anfang. Der Refrain entwickelt einen absolut nervtötenden Ohrwurmcharakter – aber das wird nicht das letzte Mal beim Durchhören der Platte bleiben.

Weiter geht´s mit dem nicht mal schlechten Titeltrack; bei den ruhigeren Parts hat Alessandros Stimme durchaus eine angenehme Nuance, wobei man hier von der lustigen 80er Jahre-Gitarre abgelenkt wird, die frappierend an die Schweden Europe erinnert. Bei „My Revenge“ keimt leise Hoffnung auf: Die Gitarre im Intro hat leichte Southern Rock-Tendenzen und klingt wirklich gut, bis der Gesang einsetzt – zwar taucht das Gitarrenlick auch während des Songs auf und soll vermutlich irgendwie bedrohlich und böse wirken, wird durch den Gesang aber völlig zunichte gemacht.

„What I´ve Never Seen“ entpuppt sich als Kitsch-Ballade reinsten Wassers - daran ändert auch der Einsatz von Drummer Bob Harris als Backgroundsänger nichts. Zwar war der gute Mann immerhin schon vokalistisch für Frank Zappa und Steve Vai zuständig und hatte bis zu „Another Paradise“ den Sängerposten bei Edge Of Forever inne, aber auch der arme Bob kann den Song nicht retten. Sämtlichen Hörern werden sich unisono die Fußnägel hochrollen bei der folgenden Cover-Version des „Flashdance“-Klassikers „What A Feeling“ aus den frühen Achtzigern – was die Band hier veranstaltet gleicht einem Massaker. Hoffen wir, dass die ursprüngliche Interpretin Irene Cara, die sogar einen Grammy für ihre Darbietung des Songs bekam, diese Version niemals zu hören bekommt.

Beim Schlussakt „Against The Wall“ dreht Alessandro am Keyboard nochmal mächtig auf, spontan kommen einem flotte 80er Jahre-Frisuren mit fünf Kilo Haarspray in den Sinn, es wird Bombast und Kitsch aufgefahren ohne Ende, aber es hilft alles nichts – nachdem die Platte zu Ende gelaufen ist, muss man sich erstmal den Schweiß von der Stirn wischen.

Eigentlich bedarf dieses Album keines Fazits, aber irgendwie muss man diese absolut fehlgeleitete Scheibe ja erklären. Entweder, Edge Of Forever sind völlig in den Achtzigern steckengeblieben oder die Zeitrechnung Italiens läuft einfach anders, aber sämtliche Punkte, die man für diese Platte vergeben kann – und das sind nicht viele – gehen ausschließlich an die ab und an hervorblitzende Gitarre. Einen halben Punkt lege ich der Unterhaltung und des lustigen Keyboards wegen drauf, obwohl einem hier das Lachen ganz schnell vergehen kann.

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