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Edenbridge: Solitaire

Starkes, abwechslungsreiches Stück Symphonic Metal ohne Tellerrandprobleme
Wertung: 9/10
Genre: Symphonic Metal
Spielzeit: 53:17
Release: 02.07.2010
Label: Napalm Records

Die Österreicher Edenbridge melden sich mir neuem Album im Gepäck zurück. „Solitaire“ heißt das neue Schaffenswerk der Band. Das Cover ist ein wenig mystischer geraten als sonst. Man sieht Sabines Auge in einer keltischen Triade, welches das Hinterfragen aller Glaubenssätze symbolisieren soll. Der mit „My Earth Dream“ eingeschlagene Weg wird konsequent weitergeführt und der Kritikpunkt, wenn es denn überhaupt einen gibt, dass Sabine manchmal zu hoch singt, wird auch ein wenig mehr eingedämmt. Sie klingt bodenständiger denn je, trotz immer noch elfenhafter Klanganmutung.

„Entree Unique“ ist der erwartete bombastische Filmmusikeinstieg, der für deutliche Spannung sorgt und auch live sehr gut funktionieren sollte, als Einmarschmusik. 

„Solitaire“ startet  mit treibenden Gitarren der eher rauen als lieblichen Art. Sabines Stimme erklingt und die Drums von Max Pointer sorgen für einige Herzschlagtakterhöhungen. Der Bombast wurde ein wenig reduziert. Ein guter und für Edenbridge recht straigther Opener auch trotz des Keyboardparts in der Mitte, der die Einleitung zum gelungenen Gitarrensolo darstellt. Einfach nur schön.

„Higher“ bildet dann schon ein richtiges Highlight des Albums. Mit tollem Klavierauftakt und eher rauen Gitarren wird hier auf eine Gesangslinie hin gearbeitet, die sich auch mit den größten der Szene messen kann. Ein Ohrwurm, der auch in den Charts kräftig mitmischen könnte. Man schließt die Augen und schwebt auf harten Gitarrenteppichen durchs gefühlte Nirwana. Da würden sich die holländischen Kollegen von Within Temptation freuen, wenn sie den Song zu ihren zählen könnten.

Mit deutlich erhöhtem orientalischen Flair stapft dann „Skyline`s End“ daher. Die zuckersüße Stimme von Sabine Edelsbacher ist einfach grandios. Und über Edenbridge-Mastermind Lanvall und seine musikalischen Einfälle noch zu reden, nein das ist nun wirklich wie Eulen nach Athen tragen. Unglaublich, was die Band hier direkt nach „Higher“ abliefert. Irgendwie zusätzlich gekrönt wird das dann auch noch durch die Violine von Gastmusikerin Astrid Stockhammer. Einer der besten Songs, die ich dieses Jahr aus diesem Musikbereich hören durfte.

„Bon Voyage Vagabond“ kann da beileibe nicht mithalten. Zwar auch hochklassig wird hier doch deutlich härter gerockt und der gigantische Melodieanteil wird merklich reduziert. Irgendwie fühle ich mich ein wenig an das tolle Debüt Album von Delain erinnert. Lediglich der Refrain hat, wie bei fast allen Songs auf diesem Album Ohrwurmcharakter.

„Come Undone“ ist dann glücklicher Weise kein Robbie Williams-Cover. Unglücklich, einen gleich lautenden Songtitel zu wählen wie ein derartiger Erfolgshit aus einem anderen musikalischen Genre. Aber egal, Sabine brilliert hier wieder einmal mit ihrer phänomenalen Stimme. Aber trotzdem schafft man es nicht, das Qualitätsniveau wirklich oben zu halten. Der orientalische Flair wird nur ab uns zu und häppchenweise serviert.

Fast schon ein wenig zu keyboardlastig beginnt dann für meinen Geschmack „Out Of This World“. Das ändert sich aber glücklicher Weise nach eineinviertel Minuten und es entwickelt sich ein echter Schmusesong im Refrain. So etwas kann auch nur mit einer herausragenden Sägerin funktionieren. Wie gut, dass Edenbridge eine eben solche haben. Schade, dass man dann aber wieder zeitweise in die ursprüngliche Songeröffnung zurückfällt. Da wäre mehr drin gewesen.

„Further Afield“ entflieht dann fast schon in Power Metal-Gefilde, ohne aber auf typische Symphonic Attribute zu verzichten. Eine coole Nummer mit grandiosen melodischen Gitarrenmomenten. Das macht Spaß und weiß zu begeistern. Die gefällige Melodie geht ins Ohr. 

Nochmal härter und vor allem schneller kommt dann „A Virtual Dream“ daher. Da hätten auch Dawn Of Destiny ihre Freude dran. Technisch auf hohem Niveau zeigt die Band, dass sie auch ein deutlich härteres Publikum ohne Probleme zufrieden stellen könnte. Man könnte fast glauben, stellenweise sogar einen leichten Power/Thrash Metal Flair zu spüren.

Dann kommt quasi zum Abschluss vor dem Ender der längste Song des Albums: „Brother Diamir“. Langsam und mit deutlich reduziertem Instrumenteneinsatz startet der Song, um irgendwie melancholisch wirkend den Hörer gefangen zu nehmen. Auch mit sein fast sieben Minuten Spielzeit wird der Song nicht langweilig. Unglaublich, wie geschickt man hier die verschieden langen Passagen zusammenfügt und den Song so permanent spannend hält, ohne auch nur irgendwie überladen zu wirken. Nein, im Gegenteil, nach dem Schlussteil ist man eher traurig, dass der Song schon beendet wird.

„Exit Unique“ ist dann das Pendant zu dem Opener, aber wenn man das komplette Album betrachtet, eigentlich überflüssig. Tolle Filmmusik, aber nicht wirklich zum Album passend, geschweige denn es aufwertend. Man hätte beide weglassen sollen und stattdessen einen der zwei Bonustracks, die es aber nur auf anderen Versionen des Albums gibt, mit draufpacken sollen.

Fazit: Ein wirklich starkes Album, das sich durch Eigenständigkeit und Qualität weit von der Masse abhebt. Der immer wieder auftauchende, aber nie zu dominant werdende orientalische Touch steht der Band wirklich gut. Das macht Spaß und sorgt für verträumte gute Laune.

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