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Eden's Curse: Trinity

Melodischer Schmalz bis straighter Power Metal – tolle Songs ohne Innovationen
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Rock
Spielzeit: 58:14
Release: 18.03.2011
Label: AFM Records

Vor etwas mehr als zwei Jahren überraschten die Melodic Rocker Eden’s Curse mit einem seichten, aber nichtsdestotrotz starken zweiten Album „The Second Coming“. Im Sommer 2009 kam es dann zum Wechsel an den Tasten, denn die Band gab bekannt, dass sie nun mit Alessandro Del Vecchio einen italienischen Musiker integriert, der u.a. auch bei Edge Of Forever in Lohn und Brot stand. Weitere Änderungen gab es allerdings nicht.

Wichtig für alle Eden’s Curse-Neueinsteiger ist es zu wissen, dass hier seichte Rockkost angeboten wird. Zwar versucht die multikulturelle Truppe mit Heimat in England ein wenig härter und kraftvoller herüberzukommen, doch wer hier fett bratende Gitarren erwartet, der muss sich lange gedulden und so manchen Schmuser über sich ergehen lassen. Denn davon versammeln sich reichlich auf dem dritten, auf dem Namen „Trinity“ getauften Album.

Allein der Opener, der mit einer halben Opernarie monumental eingeleitet wird, trieft vor lauter melodischen Schmeicheleien. Zwar rocken auch hier die Gitarren ein wenig, halten sich aber dezent zurück und überlassen das Feld fast in Gänze dem hochmelodischen, sehr klaren Gesang von Namensgeber Michael Eden.

Doch so richtig schmalzig wird es dann bei der Ballade „Guardian Fool“. Sachte klimpert das Piano, die gezupfte Gitarre begleitet die ersten Textzeilen, und Michael schlittert erstaunlich standfest auf der Butterspur, bevor dann doch noch zaghaft ein paar Elektrogitarren dazu stoßen. Live werden hier sicherlich die Feuerzeuge Hochkonjunktur haben. Was aber „Guardian Angel“ im weiteren Verlauf nach schlappem Anfang zum guten Song werden lässt, sind der extrem griffige Refrain und on Top das Gitarrensolo, welches kurz vor Schluss sehr gefühlvoll ganz sicher bei zahlreichen Damen den Schlüpper feucht werden lässt.

Trotz des glockenklaren Gesangs können Eden`s Curse aber auch anders, was sie z.B. mit dem straighten Rocker „Can’t Fool The Devil“ nachweisen, wo sie deutlich an der Tür zum Power Metal anklopfen. Doch die Reifeprüfung legen sie eindeutig mit „Black Widow“ ab. Das durch das Keyboard eingestreute orientalische Flair steht dem Song genauso gut zu Gesicht wie die Gastvocals von Andi Deris, so ganz nebenbei Frontmann bei Helloween. „Black Widow“ wird sicherlich in Kürze auch die Tanzflächen diverser Tempel füllen.

Eden`s Curse bauen aber auch auf noch mehr prominenter Unterstützung. Die meisten Fans sollten eigentlich schon das als Comic angelegte Video zur Halbballade „No Holy Man“ kennen, denn mit James LaBrie (Dream Theater) haben die Briten einen weiteren begeisterten Sänger hinter das Mikrofon zerren können.

Als Rausschmeißer versuchen sie sich dann an einem Klassiker erster Kajüte - „Rock’n’Roll Children“ von DIO. Bitte, musste das sein? Solch einen Klassiker covert man nicht einfach, wenn man nicht wirklich einen sehr eigenen, persönlichen Stempel aufdrücken kann – und diesen Nachweis können Eden`s Curse nicht annähernd bieten. Dafür gibt es dann auch Punktabzug in der A- und B-Note.

Melodic Rockfans kommen bei „Trinity“ der Briten Eden’s Curse voll auf ihre Kosten – vollgepackt mit Emotionen, einem Sänger, der auch wirklich singen kann, und von der Ballade bis zum straighten Rocker werden auch alle Facetten der melodischen Songschreibkunst ausgereizt. Doch Obacht: Mit Metal hat das bis auf „Can’t Fool The Devil“ und „Black Widow“ beileibe nichts zu tun. Der Schmalzfaktor ist hoch, und gerade die knapp am Kitsch vorbeischlitternde Ballade „Guardian Angel“ könnte mit deutschen Texten auch auf WDR 4 laufen. „Trinity“ ist ein gutklassiges und melodisches Rockalbum – gut, wenn man so etwas beim nächsten Mutti-Besuch in der Hinterhand hat und sie nicht gleich verschrecken will. Doch wie bei so vielen anderen Rockalben dieses Genres sucht man die Innovationen mit der Lupe und wird eigentlich nicht wirklich fündig.

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