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Echidna: Dawn Of The Sociopath

Es fehlt der richtige Wumms
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 41:18
Release: 10.10.2011
Label: Rastilho Records

Echidna aus Portugal gehören zu den Massen an Bands, die schon fast eine Handvoll Releases auf dem Markt haben, die aber trotzdem irgendwie keine Sau kennt. Bereits 2001 gegründet, feiert die Band in diesem Jahr nicht nur zehnjähriges Bestehen, sondern auch die Veröffentlichung ihres zweiten Full-Length-Albums „Dawn Of The Sociopath“, das, wie der Titel vermuten lässt, eine recht interessante Story beinhaltet – nämlich die Entwicklung eines Menschen vom normalen Gesellschaftstier zum Soziopathen.

Für die Soziopathen-Geschichte muss natürlich der richtige Sänger her. Der bisherige Fronter Pedro Fonseca wurde rasch ausgetauscht und der ehemalige Schreier der Groove-Thrasher Breed Destruction, Bruno Capela, ins Boot geholt. Sollten im Laufe dieser Rezensionen Kritikpunkte auftauchen, liegen diese sicherlich nicht an dem Sänger – der gute Mann pöbelt sich durch die knapp 40 Minuten Laufzeit, dass es eine wahre Freude für Trommelfell und Stimmbänder ist. Lediglich der Sound lässt streckenweise etwas zu wünschen übrig; da klingen die Gitarren fast ein bisschen dünn und auch dem Schlagzeug fehlt es an dem richtigen Wumm.

Dass die Jungs sich ganz schön Zeit mit dem neuen Material gelassen haben, erkennt man bei einem Blick in den Backkatalog: Drei Jahre ist der Erstling „Insidious Awakening“ inzwischen alt, der mir leider nicht bekannt ist, aber aufgrund des Sängerwechsels vielleicht sowieso keinen adäquaten Vergleich bietet. Bruno jedenfalls mutet an wie eine vokalistische Schnittmenge zwischen Chimaira und Soilwork, nur ohne Klargesang. Musikalisch wird der beliebte Genremischmasch zwischen Tod und Thrash gewählt, der ja vor allem live immer ganz gut ankommt, auf Platte aber öfter mal durchfällt.

Nach dem Griffbrettwichserei-Intro wird direkt der neue Sänger vorgestellt. „The Antagonist“ (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Band) walzt sich groovend durch die Membranen, unterlegt mit leicht verzerrten Spoken-Words-Passagen, bevor recht typisch galoppierende Gitarren auftreten und Bruno sich schreiend Bahn bricht. Epische Ansätze im Refrain muten fast ein bisschen symphonisch an, nur ohne Kitsch. Das klingt doch zumindest schon mal nicht ungeil. So richtig brutal aus dem Quark kommt der Track allerdings noch nicht – es fehlt noch die Geschwindigkeit, die den Kopf zum Kreisen bringt.

Auch „Commanded By Demons“ nimmt nur langsam Fahrt auf, das halbe Lied wird mit Gitarrenriffs verzockt, durch die eingestreuten kurzen Doublebasspassagen kommt aber ein bisschen Bewegung ins Spiel. Gegen Ende breakdownt der Track schön derb vor sich hin, auch wenn die sehr dominanten und allgegenwärtigen Gitarrensoli in diesem Bereich ein wenig stören und ein Gutteil der Dynamik zunichte machen. Immerhin: Folgen wir der Story, befinden wir uns jetzt in dem Teil, wo der zukünftige Soziopath allmählich anfängt, durchzudrehen. Es müsste es also bald schneller werden, wenn Echidna ihrer Storyline treu bleiben wollen.

Und tatsächlich: „Obscuring My Reason“ bollert dann schön voran, wobei die Herren aber auch hier das Tempo schon bald wieder wechseln. Trotzdem macht allein schon Brunos stimmliche Leistung den Track zu einem Anspieltipp, erst recht, wo die geistige Verwirrung des Protagonisten durch den Wechsel zwischen einem sehr ruhigen Gitarrenlick und den knallenden Drums schön angezeigt wird. Nur das Solo hätte man sich (mal wieder) schenken können. Dann geht es dem psychischen Abgrund entgegen: „Bloodlust“ verspricht einiges und hält auch beinah so viel. Richtig fiese Vocals, ein schneller Schlagzeugbeat, ein bedrohlich-schleppender Refrain; der Song gehört definitiv mit zu den besseren auf „Dawn Of The Sociopath“.

Zum guten Schluss landen Echidna mit „The Fallout“ zwar noch mal einen Punkt, allerdings kann das Album durch die vielen Tempowechsel und die irgendwann nur noch nervigen Gitarrensoli nicht so richtig an Fahrt gewinnen. Immer, wenn man mal begeistert vor der Anlage klebt oder grade schön am Headbangen ist, wird das Tempo gedrosselt und ein schleppender Groove eingebracht, der aber nicht so recht zum eigentlich eher kristallklaren und sterilen Klangbild der Band passen will. Man darf gespannt sein, wie und ob die nächste Platte den Sound weiterführt.

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