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EBM - The Compilation

Qualitativ hochwertiger EBM-Sampler
keine Wertung
Genre: EBM, Electro
Spielzeit: 60:32
Release: 30.04.2010
Label: Out Of Line Music/Universal

Der Name verrät uns eigentlich schon, was uns hier erwartet: Electronic Body Music, in diesem Fall der ganz alten Schule, die Ursprünge sozusagen, also die Bands, ohne die wir heute nicht zu EBM oder Dark Electro in den Clubs tanzen könnten. Die meisten EBM-Fans, die die Musik heute hören, dürften die Bands, die auf „EBM - The Compilation“ vertreten sind, gar nicht kennen – mit dabei sind neben wenigen Neuheiten Gruppierungen, die sich vor zwanzig, teils sogar dreißig Jahren formierten und erst im Laufe der Jahre zu EBM entwickelten. Voraus ging bei den meisten die Faszination der damaligen neuen technischen Möglichkeiten, die es ermöglichten, Musik auf elektronischer Ebene zu produzieren, ohne dass das Endergebnis klang wie ein Computerspiel.

Neben bekannteren Bands wie den 1981 gegründeten Front 242 oder dem dänischen Soloprojekt Leæther Strip sind auf der EBM-Compilation auch Gruppen vertreten, die hierzulande als Geheimtipp gelten dürften – so zum Beispiel das Brutal EBM-Projekt NordarR oder die Schweden Pouppee Fabrikk, die ebenfalls bereits seit den Achtzigern im Electro-Untergrund herumwerkeln.

Interessant ist der Vergleich zwischen den neueren Bands und den Godfathern des EBM allemal, denn hier treten nicht unwesentliche Unterschiede zutage: Sind aktuelle Releases vor allem auf Ohrwurm- und Tanztauglichkeit ausgelegt, klingen die alten Sachen noch sehr krude, sehr experimentell, man probierte sich und die Technik noch aus und war sich noch nicht ganz im klaren darüber, wie manche Beats zusammenpassen sollten.

Wie üblich bei Out Of Line, dem Electro-Label unseres Vertrauens, wurde auch hier wieder so gut wie möglich Abwechslung ins Spiel gebracht. So stehen primitiv anmutende, aber dennoch mitreißende Tracks wie „Straight Jacket“ von Container 90 neben düster-bedrohlichen Electro-Beats Marke A Split Second, DAF rufen mit „Alle Gegen Alle“ zum kollektiven Massenindividualismus auf, während Vomito Negro, die übrigens seit dem Achtzigern durchweg aktiv sind, mit „Stay Alive V.2K10“, verzerrtem Gesang und Sozialkritik auf sich aufmerksam machen.

The Klinik machen ihrem Namen hier alle Ehre; kalt und verwirrend kommt „Quiet In The Room“ daher, ein starker Track nichtsdestotrotz, der aber zu den weniger Tanzflächen-tauglichen Songs der Platte gehört. Etwas zu minimalistisch für meinen Geschmack zeigen sich Jäger 90 mit „Wir Brauchen Kein Feuer (Flagge Zeigen)“, das wird aber spätestens bei Nordaar wieder ausgeglichen, die in „Craving“ einen faszinierend hypnotischen Beat untermischen. Ebenso überzeugen können Signal Aout 42 mit einem recht lässigen Beat und verzerrten Vocals, während Turnbull Acs in einem fast schon fröhlichen Rhythmus schwelgen und proklamieren: „We Can Drink Without Having Fun“. Was für ein Schlusswort.

Mit „EBM – The Compilation“ verschafft man sich einen interessanten Überblick über die Pioniere der alten Schule, ebenso wie über neuere Strömungen, die die älteren Stilmittel aufgreifen und New School mit Old School vermischen. Definitiv eine Kaufempfehlung für alle, die über den Tellerrand sehen wollen –das Booklet bietet außerdem noch Informationen zu jeder einzelnen Band, für Fans der Electronic Body Music ist die Platte also nahezu unverzichtbar.

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