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Eat The Gun: Stripped To The Bone

Gutes Rockalbum, welches durchaus mehr Biss der alten Scheiben vertragen hätte
Wertung: 7,5/10
Genre: Rock
Spielzeit: 33:00
Release: 22.11.2013
Label: Steamhammer/ SPV

Wow, wieder nur zwei Jahre, da ist das Trio Eat The Gun schon wieder mit einer neuen Platte am Start – da haben sie sich also schön im Zwei-Jahres-Rhythmus eingependelt. An der Livefront sind sie dabei ebenfalls erfreulich aktiv, hunderte an Shows haben sie nun schon auf dem Buckel, wobei sich dabei die Wacken-Erfahrungen vor zahlreichen Fans mit Clubshows und wenigen Leuten kreuzen – jaja, deutsche Bands haben es einfach immer ein bisschen schwerer als andere, was allerdings nicht immer von Nachteil sein muss.

Gerade in der Vergangenheit gehörten Eat The Gun zu den energetischen Bands, die sich nicht wie ein Münsteraner Grubendackel mit eingekniffenem Schwanz durch die Gitterstäbe bellen, sondern lieber wie ein reinrassiger Terrier mit einer ordentlichen Portion Wut und Biss zuschnappen und keine Gefangenen machen. Mit „Stripped To The Bone“ wollen sie also auch endlich die Karriereleiter deutlich nach oben klettern, wozu natürlich der Steamhammer-Deal helfen könnte, öffnen sich durch eine größere Plattenfirma auch sicherlich ganz andere Schlösser.

Doch Eat The Gun wären nicht die ersten, die an den eigenen Erwartungen scheitern, doch soweit kommt es auf „Stripped To The Bone“ nicht, auch wenn es reichlich frappierend auffällt, dass die neue Scheibe schon deutlich glatt polierter aus den Speakern dröhnt. Das bedeutet jetzt nicht zwangsläufig, dass sie sich überflüssig gemacht haben, aber seien wir mal ehrlich: Genau diese Bissigkeit war es doch in der Vergangenheit, für die diese Band so beliebt war und ist.

Natürlich können auch Eat The Gun nicht ganz die Querverweise im Rockgeschäft abstreifen, auch wenn sie deutlich bemüht sind, ihren eigenen Stiefel durchzuziehen. Gleich die erste Sequenz bei „Wake Me Up“ schickt einen auf den ZZ Top-Pfad, wobei das Trio dann doch eher rockiger zu Werke geht und hier besonders mit dem gelungenen Refrain den Fan abholt. Für bisherige Eat The Gun-Nichtkenner klingt die erste Single „Loner“ wie ein Bastard aus Danko Jones und den nicht mehr existenten 5 Bugs, „Bad Memories“ dagegen schöpft aus dem Fundus der leicht punkigen Einflüsse, als sei hier auch teilweise ein uraltes Sex Pistol-Riff verbraten worden – „God Save Eat The Gun“ und auch der schön treibende Rocker „Hot Blood“ dürfte den Jones’schen Dankos gut zu Gesicht stehen, hier mit einem schönen Rock’n’Roll-Zitat bei leicht verfremdeter Stimme aufgepeppt.

Und genau da liegt dann auch der Hase im Pfeffer gebraten, um nicht an höheren Punkterängen zu kratzen, denn immer wieder schimmern die internationalen Weihen durch, die sicherlich mehr Leute erreichen als bisher. „At The End Of The Day“ gehört zu den schön schnörkellosen straighten Rockern, der sich sogar radiotauglich einschmeichelt wie auch „Apocalyptic Blues“, doch an die Schmerzgrenze gehen sie nicht damit – sie tun damit einfach zu wenig weh. Bei „Made Of Stone“ passt es dann aber besonders gut, lebt der Song vom beschwingten Rhythmus, wobei auch hier wiederholt der große Trumpf im Refrain liegt. Dabei geht Hendrik hier gesanglich noch ein wenig ruhiger zur Sache, oder besser dezenter, lässt aber irgendwie auch treffender seine Stimmbänder vibrieren.

Richtig zwiespältig dürfte dagegen „Won’t Let You Down“ sein. Als Halbballade angelegt, schwenken die Jungs gegen Ende des Liedes um, „machen dann einen auf Stadionrock“ mit „Whoohoo“-Chören, die man heutzutage eher den Toten Hosen zurechnen würde – nun ja, die letzte Minute könnte man sich auch schenken.

Natürlich lassen sich auch beim Münsteraner Trio Eat The Gun diverse Querverweise festmachen – die üblichen Rockgrößen des Genres schimmern durch, was sich ja per se nicht verhindern lässt, doch dieses Trio umschifft ganz geschickt die Kopierklippen, wobei es unterm Strich schon schade ist, dass sie ihren Biss nicht mehr im Studio vertonen (können/ wollen). Fans der alten Stunde werden sicherlich auch den Schritt des Erwachsenwerdens mitgehen, schließlich ist man mitgealtert. Großer Pluspunkt für „Stripped To The Bone“ dürfte dann aber sein, dass hier die Hörgewohnheiten einer breiteren Masse getroffen wurden. Ob dieser Schritt der richtige ist oder ob man damit die „Basis“ vergrätzt, das wird die Zeit locker zeigen.

Vielleicht noch als wichtiger Hinweis: Die Digipak-Variante kommt mit einem schönen zweifach klappbaren Artwork daher, wobei die Texte (leserlich) auf einem Faltblatt in einem Einschub festgehalten werden. Macht Sinn und auch Spaß.

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