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Eastern Front: Blood On Snow

Schwarzmetallisches Sperrfeuer
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 49:17
Release: 13.09.2010
Label: Candlelight Records

Das Rad erfinden Eastern Front mit „Blood On Snow“ nicht gerade neu. Trotzdem verdient es das vorliegende Album, einer genaueren Betrachtung unterzogen zu werden.

Die aus Südengland, genauer Ipswitch am Orewell River, stammende Truppe hat sich dem Black Metal verschrieben. Thematisch bewegt sich das Album im Bereich des zweiten Weltkriegs. Dazu soll aber gleich gesagt werden, dass hier keine Seite über die andere erhoben wird. Meist haben die Texte historisch erzählerischen Charakter. Musikalisch erzeugen Eastern Front eine depressive, hasserfüllte Atmosphäre, die von den immer wieder eingespielten Aufnahmen von abgefeuerten Raketen und anderen Kriegsgeräuschen noch dramatisiert wird. Die 2006 gegründete Band bedient sich hauptsächlich eines traditionellen Black Metal Sounds, doch werden auch andere Genres wie Doom, Death Metal, Folk und Klassik mitverarbeitet. Der Sound ist wohl am ehesten vergleichbar mit „Delictum“ von Siebenbürgen. Der Produzent von „Blood On Snow“ ist kein geringerer als Lord Belial Bassist Anders Backelin. 

Alleine das Intro zu „Stalinorgel“ wirkt schon sehr bedrückend. Die (vermutlich authentischen) Pfeifgeräusche der startenden Raketen muten sehr befremdlich an. Der Titel selbst besteht überwiegend aus High-Speed-Black-Metal der alten Schule.
„Battle of Smolensk“ befasst sich mit der Kesselschlacht um Smolensk, bei der ca. 468.000 Menschen getötet wurden oder bis heute als vermisst gelten. Auch dieses Lied treibt mit Stakkato-Black-Metal durch die Lautsprecher und erzeugt eisige Gänsehautwellen.

Mit dem Titeltrack „Blood On Snow“ beweisen Eastern Front, dass sie auch anders können. Hier mischen sich erstmalig auch Midtempo Parts unter das Geprügele, was die CD deutlich auflockert.

Panzermotoren und –ketten hört man zu Beginn von „Unleash The Panzer Division“. Inwieweit diese Samples authentisch sind ist schwer zu sagen. Dieses Stück ist der Durchhänger auf „Blood On Snow“.
Folklastig beginnt der Titel „Motherland“. Eine Akustikgitarre leitet den Song ein, der dann in gewohnt beißwütigen Black Metal übergeht. Einer der abwechslungsreichsten Titel auf dieser Langrille. 

Der einzige Synthietrack auf „Blood On Snow“ nennt sich „Dvenadtzat Kilometrov ot Moskvy“. Enthalten sind Originaldurchsagen der Russen, unterlegt mit Synthiestreichern und abermals Kriegsgeräuschen. Ein sehr verstörendes Stück.
„At The Gates Of Moscow“ hingegen besteht wieder aus knallhartem Black Metal und bäumt sich vor dem letzte Titel „ Where Warriors Once Fell“ wieder infernalisch auf.
Besagter Schlusstrack ist dann auch der abwechslungsreichste Titel auf der CD. Beginnend mit Akustikgitarren entwickelt sich das abschließende Stück durch mehrfache Rhythmikwechsel zur abwechslungsreichsten Darbietung auf „Blood On Snow“.

Eastern Front liefern mit „Blood On Snow“ ein ausgereiftes und gut durchdachtes Album ab. Stellenweise hätte eine etwas kernigere Produktion, die vor allem die Bassdrum etwas mehr betont vorteilhaft sein können. Für Fans des Genres absolut empfehlenswert. Auch Fans von z.B. Skyforger dürfen beruhigt einen Blick riskieren.

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