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Earthship: Iron Chest

Groove als letztes Ziel?
Wertung: 8,5/10
Genre: Sludge Metal
Spielzeit: 43:30
Release: 15.10.2011
Label: Pelagic Records/ Cargo

So wirklich lange gibt es Earthship noch nicht. Seit 2010 grooven sich die Hauptstädter durch die Unterwelt und bringen nun trotzdem schon ihr zweites Album auf den Markt. Die erste Platte mit dem Namen „Exit Eden“ konnte schon jede Menge gute Kritiken einfahren und so darf man gespannt sein, wie es mit der neuen Veröffentlichung aussieht. „Iron Chest“ wurde das gute Stück getauft und zehn Titel sind auf dem Silberling enthalten, knapp eine dreiviertel Stunde Spielzeit schafft die Scheibe.

Während der Zeit führt die Band den Hörer durch alle Couleur der harten und vor allem der getragenen harten Musik. Mit viel Engagement haben es die Musiker geschafft, während des ganzen Albums nie von ihrer Spur abzuweichen und trotzdem ein großes Spektrum in kompositorischer Hinsicht abzudecken. Vom Sludge Metal weicht die Band nie ab, aber innerhalb dieser Genregrenze wird alles ausgelotet, was machbar ist. Von richtig wild und aggressiv geht die Palette bis hin zu fast balladesken und tief melancholischen Stücken, die so nahbar und ergreifend wirken, dass man sich der Stimmung kaum mehr zu entreißen vermag. 

Beim allerersten Durchhören wird den meisten vor allem der Titeltrack im Kopf bleiben. Trotz der Tatsache, dass elementar alle Songs des Albums auch im Titeltrack vertreten sind, erzeugt der Song eine mitreißende und massive Stimmung, die keinerlei Widersprüche zulässt. Melodien sind hier nicht ganz so wichtig, der Groove ist der Meister. Earthship können aber eben auch anders. Schon die Folgenummer zeigt, dass die Band durchaus auch mit viel Gefühl an ein Stück herangehen und auch sehr subtile Spannungskurven anscheinend mit Leichtigkeit inszenieren kann. „Boundless Void“ ist so ein Stück, in das man hineinwachsen muss, welches aber auch bei jedem Mal anhören neue Überraschungen für den Zuhörer parat hat. Mal schneller, mal langsamer, aber immer mit brachialer Wucht brechen die Riffs über dem Hörer herein und hinterlassen nichts als ein verstörendes Gefühl. Vor allem die letzte Nummer auf der Platte hat noch einmal das gleiche Potenzial und schafft es abermals, die Repeat-Taste zu strapazieren.

Wie oben schon angemerkt gibt es keine Ausbrüche aus dem Genre. Allerdings sind diese auch nicht wirklich nötig. Von den mächtigen Arrangements angefangen bis hin zu Samples wird alles verbaut, was dem Sound der Band zuträglich ist. Jeglicher Schnickschnack wird von vorneherein nicht toleriert. Sludge-Fans und Doom-Anhänger sollten sich in das Album reinhören. Es dauert schon ein wenig, wenn man sich wirklich in die Materie einhören will, aber am Ende ist die Zeit nicht verschenkt. Earthship beweisen viel Gefühl und technisches Know How bei der Verwirklichung ihrer Songs.

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