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Earthride: Something Wicked

Routiniert, aber nicht besonders abwechslungsreich
Wertung: 7/10
Genre: Doom/Sludge/Stoner Metal
Spielzeit: 52:17
Release: 03.05.2011
Label: Doomentia Records

Der Bandname Earthride dürfte trotz zweier bisheriger Albumveröffentlichungen bislang wenigstens hierzulande vergleichsweise wenigen Leuten etwas sagen. Die Vorgängerband des Frontmannes Dave Sherman hingegen, Spirit Caravan, genießt wohl einen etwas höheren Bekanntheitsgrad, immerhin zockte Sherman dort zusammen mit Szene-Ikone Scott „Wino“ Weinrich zusammen, der ja bei diversen Doom-Bands aktiv war und ist. 

Auch bei Earth Ride frönt man Stoner-Doom, allerdings weniger wie bei Spirit Caravan mit Psychedelic-, sondern eher mit Sludge-Einschlag, und schon wenn man die Titel der beiden vorigen Scheiben, „Taming The Demons“ und „Vampire Circus“ liest und sieht, dass die neue Platte „Something Wicked“ getauft wurde, wird klar, dass hier lyrisch gesehen mehr oder weniger die typischen Themen behandelt werden.

Originell ist sicherlich etwas anderes, aber eine Gruppe wie Earthride dürfte so etwas wenig interessieren, Sherman und seine Kompagnons wollen eben einfach nur ihre Lieblingsmusik spielen und wenn sie dabei sämtliche Klischees bedienen, geht ihnen das definitiv ziemlich am Allerwertesten vorbei. Dass sie ihr Handwerk verstehen, ist bei der Erfahrung klar, es kann ja auch gar nicht anders sein bei jemandem, der mal mit Wino in einer Band gespielt hat.

Kompromisslos tief gestimmt, düster verzerrt und heavy wie Hippo walzen sich die Gitarren bereits im Opener und Titelsong durchs Gelände, während Sherman mit rauer, kratziger Reibeisenstimme – die der von Crowbar-Mastermind Kirk Windstein nicht unähnlich ist, allerdings sogar eher noch eine Ecke kehliger tönt – den Vokalakrobaten mimt. In der Mitte gibt es einen schnelleren Part mit Solo, bei dem ganz old-schoolig auf eine Rhythmusgitarre verzichtet wurde und lediglich der Bass und das Schlagzeug als Begleitung pumpen. Hier wird dann auch der Black Sabbath-Einfluss deutlich, besonders durch die gedoppelte Lead-Gitarre (Copyright by Tony Iommi); andererseits muss man sagen: Welche Band, die auch nur entfernt etwas mit Doom und Stoner Rock zu tun hat, ist nicht von den Engländern beeinflusst?

„Hacksaw Eyeball“, Track Numero zwo, ist mindestens genauso heavy; Daves Stimme wurde sogar noch verzerrt, die Drums sind sehr perkussiv gehalten, und auch hier ist das Tempo hauptsächlich gedrosselt und wird nur hin und wieder durch eine schnellere Passage und ein Solo aufgelockert.

In ähnlicher Manier zieht sich das durch die gesamten 52 Minuten der Platte, mit anderen Worten: Man muss kein Genie sein, um das songschreiberische Rezept von „Something Wicked“ zu erfassen. Das hat alles Hand und Fuß, ist gut gemacht und riecht von vorne bis hinten nach gutem Gras und lecker Bier. Leider aber fehlt die Abwechslung, sieht man mal von „Zodiac“ ab, bei dem anfangs ein paar Akustikgitarrenklänge zu vernehmen sind. Die Riffs sind nett, aber häufig einfach zu Standard-mäßig. Mit „Watch The Children Play“ und Force Fed Fear“ stehen allerdings zwei echt coole Stücke zu Buche, weswegen Earthride es noch gerade so schaffen, die Sieben-Punkte-Marke zu knacken. Puristen, denen ihr sludgiger Stoner-Doom nicht schmutzig und heavy genug sein kann, werden eh gut bedient.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann