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Earthmover: Earthmover EP

Stoner Rock aus Ratingen
Wertung: 7.5/10
Genre: Stoner Rock/ Alternative
Spielzeit: 27:27
Release: 01.07.2011
Label: Eigenproduktion

Sind Earthmover nur ein Mythos, ein wohl gehütetes Zeitzeichen aus den tiefen Einöden des Kreises Mettmann im Regierungsbezirk Düsseldorf? Es scheint so, denn eher hat man den kompletten Wüstenstaub in Texas weggefegt, als dass man im Netz ein paar handfeste Inhalte zur Band findet. Kopf der Truppe ist Henning Wanner, den viele sicherlich von seinem Keyboard-Posten bei Jaded Heart her kennen, und dem einen oder anderen dürfte auch nicht entgangen sein, dass er auch für die Tastenarbeit bei White Lion zuständig ist. Komplett sind Earthmover durch Gitarrist Peter Noack, Bassist Martin Matthäus und Schlagwerker Oliver Theus. Das waren dann auch schon alle wesentlichen Informationen, sogar das Booklet hält sich da bedeckt, denn es besteht einfach aus einem Wendeblatt, welches auf beiden Seiten das gleiche Motiv aufgedruckt bekam.

Nun, eines gibt es vielleicht doch noch: Für den Mix waren Thomas Hannes (u.a. hat er auch für die Donots, Days In Grief oder auch für Killer Pilze gearbeitet) und Ulf Häusgen (u.a. ehemaliger Gitarrist bei The Alex Parche Project und Zeltinger Band) verantwortlich, die Produktion dieses ersten 6-Track-Lebenszeichens hatte die Band selbst übernommen.

Schon beim Live-Konzert vor einigen Wochen meinte Frontmann Henning, dass sie ähnlich wie Kyuss rocken würden, was sie dann durch einige Coverversionen unterstrichen, aber auch die Eigenkreationen vermittelten in Live-Atmosphäre genau diesen Eindruck. Und tatsächlich, auch auf CD lassen sich diese Einflüsse nicht weg retuschieren, denn gleich der Opener „Breakout“ hat eine fette Schlagseite Wüstendreck abbekommen und steht ganz in der Tradition kyuss’scher Komponierkunst, wobei Henning im Gegensatz zu seinen anderen Bands deutlich kratziger singt, als ob Wüstensand seine Stimmbänder zu 80er Schmirgelpapier umgewandelt hätte. Auch „Curiousity“ hätte glatt aus der Stonerfeder der Reminszenz stammen können, wobei er recht ruhig startet, Henning ein paar gebrechliche Textzeilen vorsichtig zur Gitarre wispert, bevor dann wieder purer Stoner Rock losbricht, um schnell wieder zur Oase der ruhigeren Töne zurück zu finden.

Bei „Nightflame“ verlassen sich Earthmover allerdings nicht auf das enge Korsett des Stoner Rocks und bauen ein paar zarte Einflüsse ein, wie sie Saigon Kick anfangs der Neunziger gerne auf ihren Scheiben verarbeiteten, das mal nur so als Standortbestimmung. Auch zu „Down The Trail“ braten noch fett die Stoner-Gitarren und Hennings Gesang bekommt ein bisschen Hysterie beigemischt.

Mit dem anschießenden „Come Tonight“ wird es dann deutlich chilliger, der Bass gibt den Ton an und wird nur spärlich durch die Gitarre begleitet, Henning packt seine melancholische Seite aus, ohne einen auf Emo, schnulzig oder anderen Schmontzens zu machen, und lediglich im Refrain heulen kurzfristig richtig trocken die Gitarren auf. Auch wenn die Klampfe im Verlauf des Songs dann doch noch ein wenig mehr Spielwiese abbekommt, so bleibt sie eher Siebziger inspiriert mit leicht psychedelischem Touch – „Come Tonight“ ist der bisher eigenständigste und auch von der Gesangsleistung nicht nur mutigste, sondern auch beste Song der EP. Zu „All My Life“ wendet sich das Earthmover-Konzept dann weitestgehend, denn dominierten bis hierher noch die dröhnenden Gitarren, so wird der Großteil dieses Tracks durch akustische Einheiten geprägt, und erst der Schluss endet wieder im knietiefen Stoner/ Alternative Rock.

Toller Sound, authentische Songs – man braucht sich also keine Staublunge holen, um sich eine Dosis Stoner Rock zu verpassen, denn Earthmover aus Ratingen in NRW haben sich die kalifornischen Patentrechte genau angesehen und bringen mit deutlichen Alternative-Anleihen auch eigene Ideen ein. Es schließt sich allerdings der Kreis der Unnahbarkeit, denn wer sich für diese EP interessiert, der kann das nur über die Henning Wanner Facebook- oder Myspace-Seite machen; 10 Euro werden inklusive Versand (in Deutschland) fällig.

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