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Earthlimb: Origin

Gutes Debüt des Ex-Fear-My-Thoughts-Gitarreros Patrick Hagmann
Wertung: 7.5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 43:50
Release: 11.05.2012
Label: Golden Antenna

Man kann von Fear My Thoughts halten, was man will, aber eine produktive Band waren sie zweifellos. In den zwölf Jahren ihres Bestehens veröffentlichten die Süddeutschen immerhin sieben Studioalben, einige Demos, eine Split und eine EP – quantitativ durchaus eine beeindruckende Bilanz. Aus der Asche der 2010 aufgelösten Combo steigt nun Gitarrist Patrick Hagmann hervor und lässt mit „Origin“ das Debüt seines neuen Projekts Earthlimb von der Leine los. Hier bedient er bis auf das von Norman Lonhard (früher ebenfalls Fear My Thoughts, jetzt unter anderem bei Triptykon aktiv) eingespielte Schlagzeug und die von einem gewissen Alex Bleiziffer eingesungenen Vocals alle Instrumente selbst. Spielten Fear My Thoughts auf ihren letzten Outputs in erster Linie Melodic Death Metal, geht das von Earthlimb Dargebotene schon deutlicher in die progressive Ecke; zu Teilen in Richtung neuere Porcupine Tree oder Anathema, zu Teilen sogar in den Siebziger-Prog-Bereich.

Letzteres wird zumindest beim Quasi-Opener „Hiding“ deutlich, der nach dem mit sehr spacigen Klängen ausgestatteten Intro und Titelstück mit wunderschönen, gedoppelten Gesangslinien und wabernden Clean-Gitarren aufwartet. Wenn man so wie meine Wenigkeit ein sehr großer Fan von mehrstimmigem Gesang und generell derlei Harmoniegeschichten ist, dann denkt man sich, dass das auf jeden Fall einen mehr als vielversprechenden Beginn darstellt, zumal der Song auch im weiteren Verlauf mit einem spannenden Aufbau glänzen kann. Schließlich setzen harte Gitarren ein, es gibt ein paar verspielte Schlenker und letztlich die Rückkehr zum Anfangsthema – alles sehr überzeugend, nachvollziehbar und proggy.

„Pulsar“ zeigt dann – wie bereits im Intro angedeutet – die Vorliebe Hagmanns für spacige, elektronisch gefärbte Sounds. Synthesizer leiten dieses Instrumental ein und sollen auch die Basis bleiben, Protagonisten in diesem Stück sind aber dennoch die Gitarren, die zwischen kräftigen Rhythmen, perlenden klaren Tönen und einer markanten Leadmelodie pendeln. Durchaus mitreißend und trotz des etwas futuristischeren Charakters im Vergleich zum vorigen Track keineswegs deplatziert wirkend.

Das Rezept geht auch im Folgenden weitestgehend auf: Man bewegt sich zwischen spacigen Synthies, schwebenden Clean- und riffenden Zerrgitarren, während der bis dato eher unbekannte Alex Bleiziffer mit sehr angenehmer Stimme über dem Ganzen thront und eine gute Visitenkarte für künftige Mikrojobs abliefert. Hin und wieder sind außerdem ein paar symphonische Keyboards zu hören, doch wer bei dem Geschilderten jetzt an Bombast-Overkill oder Überladung denkt, irrt, denn die verschiedenen Elemente wurden durchdacht miteinander verzahnt, hier ist ein klares Konzept erkennbar.

Bei dieser Beschreibung wird man sich fragen, wieso denn hier nicht konsequenterweise mindestens acht Punkte vergeben wurden, doch gibt es leider einen nicht ganz unerheblichen Kritikpunkt anzumerken: Obwohl die Songs an sich viele spannende Momente und tolle Einfälle bergen und trotz der Nähe zu oben genannten Acts erkennbar Wert auf Eigenständigkeit gelegt wird, fehlt es gerade in der zweiten Hälfte des Albums ein bisschen an eindeutigen Höhepunkten. „The Red Tide“ oder „Virtues“ beinhalten sicherlich hübsche Melodien, aber die wirklichen Hooks fehlen. Das mächtig Dampf machende Mainriff beim finalen „Waves“ lässt noch einmal aufhorchen, kann die eine oder andere Länge aber nicht ganz kaschieren. Dennoch handelt es sich um ein wirklich gutes Album, das Hoffnung für die Zukunft macht und zudem erfreulich organisch, dabei aber immer noch durchschlagskräftig produziert wurde.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann