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Early Man: Death Potion

Ideenlose Kopie der Helden der NWOBHM
Wertung: 4/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 44:55
Release: 23.07.2010
Label: The End Records

„There is nothing ironic about Early Man. They want to be the next Black Sabbath, the next Judas Priest, the next Iron Maiden... and the first Early Man“ Na, wenn das mal keine Ansage ist! Und vor allem haben es den Amerikanern die Mannen um Steve Harris ganz offensichtlich angetan. Ihr zweites Album „Death Potion“ tönt nämlich gewaltig nach den ganz alten Maiden-Scheiben „Iron Maiden“ und „Killers“, als noch ein gewisser Paul Di'anno das Mikro in der Hand hielt und der Musik einen gehörigen Punk-Anstrich verpasste. So ganz nebenbei begründeten die Briten damit ja quasi die NWOBHM, die wiederum Early Man wohl mit der Muttermilch aufgesogen haben. Leder, Nieten, Kutten und äußerst fragwürdige Frisuren erscheinen vor dem geistigen Auge.

Nicht erst seit den letzten zwei saustarken Grand Magus-Alben hat in der Metalszene ein gewisser Retrotrend eingesetzt. Solange man dabei den Spaß an der Musik heraushört, ist daran ja auch nichts Verwerfliches. Im Falle von „Death Potion“ fängt das schon mit der Produktion an, die Soundfetischisten wohl gar nicht schmecken wird. Der Klang ist ziemlich dünn geraten und nimmt den 13 Songs einiges von ihrer potentiellen Durchschlagskraft. Auch mit dem Gesang muss man sich wohl erst anfreunden, da hier sämtlicher Wiedererkennungswert fehlt und er sogar ein wenig gelangweilt und emotionslos klingt. Glaubt ihr nicht? Hört euch mal „Brainwash At Birth“ an.

Instrumental sollte man keine großen Sprünge erwarten, da die Band sehr nah an ihren Vorbildern klebt. Hier hört man etwas Maiden, dann kommt etwas Thrash der alten Schule (Metallica standen mehr als deutlich Pate für „Nine Riders“) und etwas punkig darf es auch mal werden. Eben alles, was in der „New Wave Of British Heavy Metal“ angesagt war. Das kann funktionieren, scheitert im Falle dieser Band aber leider größtenteils.

Wie gesagt, ein schönes Album der ganz alten Schule kann heutzutage richtig Spaß machen. Wenn den Musikern aber nichts anderes einfällt, als sich aus bereits x-mal gehörten Riffs, die sich zudem auch ständig wiederholen, Songs zusammenzubasteln und das Ganze dann auch noch mit uninspiriertem Gesang zu krönen, verliert man recht schnell die Lust an so einer Platte. „Death Potion“ hat mit „Kill“ und „By The Serpents Breath You Seen“ lediglich zwei Songs zu bieten, die richtig Spaß machen. Ansonsten fragt man sich, wie oft man noch ein Riff innerhalb eines Songs wiederholen kann oder der Gesang macht alles zunichte. Dem Mann fehlt leider alles, was ein Sänger haben muss: Kraft, Variabilität und Charisma.

Fazit: Retro – schön und gut, aber bitte richtig. „Death Potion“ wird mit zunehmender Spielzeit immer ärgerlicher und langweiliger. Manchmal wundere ich mich wirklich, welchen Bands alles Plattenverträge in die Hand gedrückt werden. Damit tut man weder ihnen, noch dem Markt einen Gefallen. Es ist zwar bereits fünf Jahre her, dass Early Man ihre Debüt-EP veröffentlichten, aber dennoch sollten sie noch mehr Zeit im Proberaum verbringen. Mit dem eingangs erwähnten Zitat tut man ihnen nämlich keinen Gefallen. Es ist mir bewusst, dass dieses von einem Journalisten stammt, aber dennoch sollte man vielleicht erst damit werben, wenn man musikalisch mehr vorzuweisen hat, als Aufgebackenes mit schwachem Gesang.

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