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DZ Deathrays: Positive Rising: Pt. 1

Kein "dance punk", aber streckenweise durchaus für die Tanzfläche geeignet
Wertung: 7/10
Genre: Indie Rock, Punkrock
Spielzeit: 33:36
Release: 30.08.2019
Label: Alcopop! Records

Die Australier DZ Deathrays als „dance punk“ zu bezeichnen, wie das weltweite Web es tut, wird dem Sound der Truppe nun wirklich nicht gerecht. Die letzte Veröffentlichung „Bloody Lovely“ ist gerade mal ein Jahr her, da hat sich das Duo zum Trio gemausert und mit „Positive Rising: Pt. 1“ den ersten Teil eines Doppelalbums vorgelegt, dessen zweite Hälfte jetzt gegen Ende des Jahres aufgenommen werden soll. Klar, man kann auf die neun Songs tanzen und ja, wir erleben sehr punkige Parts, aber „dance punk“ bricht es dann doch ein bisschen zu weit runter und klingt eher nach Chaosbeatgestampfe denn nach dem was DZ Deathrays hier fabrizieren: knalligen Indie-Sound mit Punkrock-Anleihen, der genauso gut als Autofahr-Soundtrack wie als Untermalung zum schlimmsten Liebeskummer herhalten könnte.

„Still No Change“ unterstreicht dann gleich mal den tanzbaren Charakter, den viele DZ Deathrays-Songs innehaben, getragen von Shanes etwas nöligen Vocals, die aber super zum Sound passen und den Track gleich mal in die Ohrwurm-Schublade wandern lassen. Einen Hauch rotziger präsentieren die drei Herrschaften sich dann schon bei „IN-TO-IT“, bei dem Anleihen an The-Bands wie The Hives oder The Vines deutlich werden; ganz großes Kino sind hier die Fillings, die von Gitarre und Drums gemeinsam bestritten werden und einen wunderbaren Groove durch die Boxen schicken.

Überhaupt zeigen sich die Australier erstaunlich vielseitig, lassen sich auch schon mal zu ausufernden Gitarrensoli hinreißen („A Lot To Lose“), und holen sich bei einem bärenstarken Track wie „Year Of The Dog“ dann noch Unterstützung von The Bronx-Fronter Matt Caughthran, der den fast schon Stoner-lastigen, düsteren Track mit seinem heiseren Organ veredelt.

Bei manch seltenen Passagen hat man ein bisschen das Gefühl, als würden die Australier einige Ausraster zugunsten der Tanzbarkeit zurückhalten – das eigentlich recht flotte „Snakes“ ist ein solcher Track, bei dem man sich in Anbetracht der bratenden Gitarren ein bisschen mehr Zorn von Sänger Shane gewünscht hätte. Richtig Miese machen DZ Deathrays damit aber nicht, stattdessen hält das Trio sich recht solide in der gehobenen Mittelschicht. Schade wird‘s dann auch in Stücken wie dem eher an wenig an US-Punkrock erinnernden „Nightmare Wrecker“, das aber einige düstere, fast schon doomige Riffs beinhaltet - das hätten die Jungs gerne noch ausbauen dürfen. Obwohl, vielleicht findet sich davon ja vermehrt etwas auf der hoffentlich bald erscheinenden „Positive Rising: Pt. 2“.

Ein Fazit fällt da trotzdem gar nicht so leicht: „Positive Rising: Pt. 1“ wird jetzt für die Schreiberin dieser Zeilen wahrscheinlich keine Platte, die im heimischen System noch lange rotieren wird, Wiedererkennungswert haben die drei Australier aber allemal, da kann man auch schon mal gespannt auf den zweiten Teil des Doppelalbums warten.

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