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Dystopian Society: Cages

Weder Glanzpunkte noch Ausrutscher
Wertung: 4.5/10
Genre: Post-Punk, Gothic Rock
Spielzeit: 35:15
Release: 08.06.2012
Label: Danse Macabre Records

Dystopian Society sind ein wandelndes Paradoxon, bezeichnen sie ihre Musik doch als „Positive Punk“, singen aber gleichzeitig über wenig erbauliche Themen wie – der Bandname verrät es bereits – Gesellschaften am Rande der Dystopie, in denen Individualität und freies Denken unterdrückt wird. Und: Besonders positiv kommen die düsteren, mit einem Hauch Gothic Rock versehenen Post-Punk-Ergüsse der Italiener auch nicht gerade rüber. Da haben Dystopian Society wohl was missverstanden, aber das macht eigentlich gar nicht so viel aus, wenn man sich die neue und überhaupt erste Scheibe „Cages“ mal so nebenher anhört, denn die teils sehr schwarzmalerischen, teils unheilvollen Songarrangements sind doch im Großteil recht gelungen, auch wenn man sich an den Gesang erst ein bisschen gewöhnen muss – The Cure und Joy Division kommen einem da nicht nur wegen des leichten Halls in den Sinn.

Das Trio aus Sänger und Bassist Max Skam, Gitarristin Sara Hexe und Drummer Mariglen bedient sich einer recht monotonen Spielweise, die aber im Post-Punk, der deutlich an die Achtziger angelehnt ist, nicht unbedingt negativ auszulegen ist. Vielmehr bedient sich die Band der Monotonie bis zu einem gewissen Punkt als Stil, ähnlich wie manche Black-Metal-Bands. Das mag nicht bei jedem ankommen, Fans der Post-Punk-Ära könnten aber durchaus ihren Gefallen daran finden, speziell bei Songs wie „Last Crusade“, die zwar eine gewisse Tanzbarkeit ausstrahlen, aber alles andere als fröhlich daherkommen.

„The Legacy Of Wars“ übertreibt es dann direkt ein bisschen, bei dem Song schläft einem als allererstes das Gesicht ein und der nölige, lang gezogene Gesang macht es nicht gerade besser. Schade eigentlich, denn zu Beginn von „Cages“ haben Dystopian Society ja bereits gezeigt, dass sie es besser können – da hilft auch der plötzlich Tempowechsel mit dem scheppernden Schlagzeug nicht mehr allzu viel.

Überhaupt kriegen die Italiener die Kurve zwischen stampfenden Rhythmen und einschläfernden Passagen nicht so recht, „Heretic“ allerdings bleibt zumindest dem Anfangstempo treu und scheppert rasch nach vorne, unterstützt von gerufenen Vocals. Da der Song nur knappe zwei Minuten Spielzeit hat, muss man sich hier zumindest keine Sorgen um hektische Tempowechsel machen.

Bei „Masquerade“ fällt einem spätestens auf, was einen stört: Sänger Max klingt erstens immer, als wäre er weit weg in einem leeren Raum, und zweitens muten die gerufenen Texte ein wenig an, als würde er vom einen Ende des Bartresens zum anderen rüber schreien, um einen Drink zu bestellen. Das fällt einem mit der Zeit ordentlich auf die Nerven, dabei ist „Cages“ mit knapp 35 Minuten nicht einmal sonderlich lang. Auch das finale „Spiral“ (wenn man das Instrumentaloutro „Time Has Come“ mal außen vor lässt) hebt die Bewertungskurve nicht mehr merklich an. Dystopian Society machen zwar nicht unbedingt schlechte Musik, dafür geizen sie aber mit Abwechslung und Ideenreichtum. Unzählige Bands vor ihnen haben doch deutlich bewiesen, dass Post-Punk kein Trauermarsch sein muss, sondern trotz der durchweg melancholischen oder auch ins Depressive abdriftenden Stimmung durchaus interessant und spannend verpackt sein kann. „Cages“ beweist das nun nicht unbedingt, sondern dümpelt eher vor sich hin, ohne wirkliche Highlights, allerdings auch ohne großartige Ausrutscher.

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