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Dyrathor: Sacred Walcraft Of Hel

Beachtlicher Erstling – leider noch etwas zu uneigenständig
Wertung: 7/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 50:44
Release: 11.06.2010
Label: Black Bards/Alive

Ein Cover mit Klasse! Das muss man den Jungs von Dyrathor lassen. Wer die berühmte römische Maske aus der Varusschlacht als Albumcover verwendet - und dazu noch Blut unterlegt - der beweist schon auf den ersten Blick einen Sinn für stilvolle Einstimmung.

Aber das Cover allein macht natürlich nicht das Album. Hören wir also einmal bei „Sacred Walcraft Of Hel“ näher hin. Ah ja, Pagan Metal – und zwar ziemlich typischer. Zu Beginn des Albums gibt es erstmal ein wunderbar gesprochenes Intro zu hören, für welches Sprecher Bodo Henkel (World Of Warcraft, Gothic-Reihe) seine Stimme lieh. Dies setzt den ersten Eindruck vom Cover noch einmal passend akustisch um und versetzt den Hörer schon in erwartungsvolle Stimmung auf den folgenden musikalischen Teil.

Dyrathor verbinden in ihrer Musik verspielte E-Gitarren mit einem treibenden Schlagzeug und Synthesizer-Klängen. Oben drauf gibt’s als besonders schönes Sahnehäubchen eine melodienreiche und passend eingesetzte Violine, die den richtigen Folk-Flair in die Sache bringt und klar herausgearbeitet wurde. Daneben überzeugen besonders die rauen Vocals von Sänger Morguul mit authentischen und derben Klängen. Auch cleane Vocals wurden zeitweise verarbeitet. Eine passende Idee, die leider nicht so gut umgesetzt werden konnte wie der ansonsten stimmige Sound. Sie wirken etwas zurückhaltend und ungeübt und setzen sich dadurch leider etwas zu deutlich vom Rest ab. Auch die eingesetzten Synthesizer-Momente sind zwar passend eingespielt, jedoch klingen sie einfach viel zu typisch und dadurch gleichzeitig wie schon hundertmal gehört. Ein Beispiel hierfür ist das Lied „Thumelius Secutor“.

Ganz anders hingegen wirkt z.B. „Memories in Frost“ oder „Wudana Wittekina Waigand“. Ersteres beweist mit durchschlagendem Drumming viel Druck, bevor dieser sich in zartem Violinenspiel auflöst. „Wudana Wittekina Waigand“ kann sich auch gut sehen lassen, da hier die folkigen Melodien besonders interessant und eigenständig wirken.

Wo wir auch schon beim Thema wären: Eigenständigkeit. Die junge Band Dyrathor legt uns hier ein interessantes und dynamisches Debütalbum vor, welches einen klaren und wirklich gut produzierten Pagan Metal zu bieten hat. Trotz alledem wollen die Lieder nicht so richtig zünden.

Ein Punkt, der dazu beiträgt: die Art der Lieder. Sie sind einfach zu klassisch und zu klischeehaft und klingen somit auch einfach zu bekannt. Dass die Band mit Größen wie Equilibrium oder Eluveitie schon zusammen auf der Bühne stand, wundert nicht wirklich. Denn die Musik von Dyrathor klingt nicht einfach nur passend zu dem Sound dieser Bands, sondern sie klingt auch einfach wie eine Mischung aus diesen. Dabei machen sie zwar eine recht gute, aber auch uneigenständige Figur. Zudem hat man das Gefühl, dass die Band sich musikalisch noch etwas wuchtiger und noch kämpferischer zeigen könnte. Die Anlagen dazu haben sie allemal (siehe Bandfotos des Booklets). Leider steht ihre Musik den Bildern in diesem Punkt etwas nach.

Ein weiterer Aspekt, der etwas verwirrend bei diesem Album ausfällt ist die Thematik, die Dyrathor aufgreift. Das Cover vermittelt ein Thema über „römische Streitmächte“, welches genauso interessant wie musikalisch unbefleckt ist und dadurch sehr innovativ ausfällt. Diese Thematik wird auch zum Bespiel in dem Song „Ariovist“ aufgegriffen. Ansonsten bedienen sich Dyrathor bunt aus allen Sagen und Mythen, die der Norden so zu bieten hat. Diese Auswahl wirkt leider etwas zu willkürlich, so dass die Lieder des Albums thematisch keine wirkliche Einheit bilden und sich nur über die recht ähnliche Klinge zusammen finden.

Fazit: Dyrathor schaffen es einen in sich stimmigen Sound zu kreieren, der besonders durch die Violine wie den derben Gesang aufgewertet wird. Leider fehlt es Dyrathor bei „Sacred Walcraft Of Hel“ noch an Abwechslung und markanterem Band-Charakter. Gerade als Erstling ist diese Scheibe aber trotzdem beachtlich.

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