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Dying Humanity: Fragments Of An Incomplete Puzzle

Von wegen unvollständiges Puzzle, viel mehr nahezu perfekt
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal / Thrash Metal
Spielzeit: 32:53
Release: 05.06.2009
Label: Maintain Records

Schon im Oktober des vorletzten Jahres klappten landauf, landab so einige Kinnladen herunter, als das Erstlingswerk “Fallen Paradise” (unser Review dazu findet ihr hier) der im Jahre 2006 gegründeten sächsischen Melodic Deathcoreler von Dying Humanity in den CD-Playern rotierte. Ziemlich tüchtig ist die Band, denn nun haben die Jungs im dritten Jahr ihres Bestehens und nur eineinviertel Jahre nach ihrer Debut Full Length-Scheibe schon wieder ein Eisen im Feuer. Ob dieses denn nun auch so richtig heiß ist, werden wir im Folgenden erläutern. 

In dieser vergleichsweise kurzen Zeit hat sich so allerhand getan bei den Jungs. Die technischen Finessen und Fertigkeiten der Saitenfraktion um Kai Seidel und Ken Uhlig haben um einiges zugelegt; außerdem haben die Jungs die Menge der Einsprengsel aus dem Lager des Grindcore zurück geschraubt. Viel eher gehen die Jungs nun den Weg, der in metallisch- melodischer Hinsicht gen Schweden führt, aber auch Oldschool-Thrashparts in denen die Band wirklich keine Gefangenen nimmt. Was zudem ausgebaut wurde, ist das überaus kreative Händchen für allerbeste Melodie-Arrangements.  

Schon das Intro „Catch The Puzzles” macht neugierig auf das, was mit dem ersten Song „Internal Decay“ in Form eines farbenfrohen Melodic Death Metal-Gewitters über den Hörer hereinbricht. Hier wie auch noch das ein oder andere Mal in weiteren Songs auf dem Album findet man hier das überaus effektvolle Instrument des Subbasses, was an diesen Stellen wunderbar passt und gerade weil es nur hier und da einmal zum Einsatz kommt, kommt dieser Effekt noch besser zur Geltung. 

In den tempomäßig wunderbar abwechslungsreich in Szene gesetzten Stücken „Worth Of Human Life“ und „Sick Desire - Dead Aim“ zieht Marcus in Sachen Gesang wieder einmal vielerlei Register, denn diese reichen über tiefe Growls bis hin zu fiesen Screams, wobei er auf diesem Longplayer im Gegensatz zum Debut die Ausflüge Richtung Grind nahezu gänzlich ausgemerzt hat. 
Letztgenannter Song geht zudem mit einer melodischen Überleitung in das Stück mit dem wenig schmeichelhaften Namen „Bitch“ über. Hier gehen die Jungs tempotechnisch wieder voll aufs Ganze, wobei das, was die Band auch hier wieder an Melodiearbeit aus den Ärmeln schütteln, von allerfeinster Güte ist und den Begeisterungslevel weiter und weiter nach oben schraubt.

Vom Aufbau der gesamten Scheibe her lassen sich durchaus Parallelen ausmachen zur Debutscheibe, denn wie auf dem Erstlingswerk findet der Hörer auch hier zur Mitte der Scheibe hin mit „Make Them Forgotten“ ein wunderschönes, wenn auch ein wenig zu kurz ausgefallenes Instrumental; eine Ruheinsel inmitten der rasanten und zugleich wunderschön anzuhörenden Kompositionen. 

Rasant und zugleich mit wunderschönen Melodien bestückt ist auch genau das Prädikat, welches man uneingeschränkt auf das folgende Stück „Perversion For Defenceless Victims“ anwenden kann. Einzigartig, was die Jungs hier auf der zweiten Scheibe in Folge leisten; kaum auszudenken, was den Hörer erwarten könnte, wenn die dritte Scheibe der Jungs auf dem Plan steht. 
Relativ frickelig dagegen erscheint das Titelstück „Fragments Of An Incomplete Puzzle“, was natürlich nur auf die Momente bezogen ist, wo die Jungs das Tempo forcieren. „Failing Existence” zeigt die Jungs von ihrer besten Thrash-Seite und dürfte wohl für Action im Moshpit sorgen, sollte die Band dieses Stück live zum Besten geben. 
Wie das so mit den Instinkten ist, so gestaltet sich auch das gleichnamige Stück „Instinct“ bezogen auf den ansonsten sehr ausgeprägten Fokus weniger auf die Melodien und vielmehr auf Härte und Brutalität. Hat zwar zweifelsfrei auch etwas für sich, jedoch gefallen die Jungs in den stärker auf Melodien bezogenen und gleichzeitig harten Parts der anderen Songs besser. Furios klingen auch im Weiteren die Stücke „Vicious Silence” und „A Sleaze And A Shame“, denn es ist für einen Melodiefan wunderschön anzuhören, was die Jungs hier auf die Beine gestellt haben. Und auch die Freunde des Moshpits werden in dem letztgenannten Stück voll auf ihre Kosten kommen. 
Zu guter Letzt glänzt das Outro „Annul The Fragments“ durch seine Akustik-Klampfenklänge und setzt somit einen wunderschönen Schlusspunkt unter dieses sehr bemerkenswerte Werk. 

Die Produktion der Scheibe ist nahezu perfekt. Im Coburger Fortefortissimo aufgenommen, wurde das Werk durch Alan Douches im WestWestSideMusic Studio druckvoll und gleichzeitig transparent abgemischt. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. 

Fazit: Dying Humanity dürften mit „Fragments Of An Incomplete Puzzle“ wohl ziemlich viel Aufsehen erregen, denn mir ist in der letzten Zeit keine deutsche Band mit solchen Fähigkeiten mehr untergekommen. Und um die Brücke zu den einleitenden Worten zu schlagen: Dieses Ding ist heiß … verdammt heiß. 


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