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Dying Empire: Samsara

Mehr Eigeninitiative ist gefragt!
Wertung: 6,5/10
Genre: (Modern) Metal
Spielzeit: 48:37
Release: 24.04.2020
Label: Bleeding Nose Records

Wenn eine Band sich heutzutage einfach nur als „Metal“ bezeichnet, wird man als Metalhead schon mal wahlweise neugierig oder misstrauisch ob all der vertanen Chancen, sich in Genres und Subgenres zu klassifizieren. Bei Dying Empire sind hier ganz klare Tendenzen zu erkennen: Die Truppe klingt nämlich über weite Strecken frappierend nach Trivium. Diese allerdings haben in ihrer doch sehr erfolgreichen Karriere ungleich hymnenhaftere Songs produzieren können – Dying Empire üben da mit ihrem zweiten Album „Samsara“ noch ein bisschen.

Die Dresdner Truppe vereint auf den neun Songs eigentlich alles, was guter (Modern) Metal braucht – recht deftige Screams, Klargesang, der sich nicht vor den Genregrößen verstecken muss, eine tighte Instrumentalfraktion, eine gute Mischung aus Geballer und Melodie. Und dennoch: So richtig überspringen will der sprichwörtliche Funke einfach nicht.

Tatsächlich startet die Scheibe mit „Wrath“ recht vielversprechend: Da werden gar keine Gefangenen gemacht, sondern direkt ab der ersten Sekunde drauflos gebolzt, das Schlagzeug zertrümmert direkt zu Beginn die Hörgänge, während Gitarrist Gastel und Basser Panzer sich die Vocals teilen – kraftvolle Shouts und rauer Gesang treffen hier auf Blastbeats und melodiöse Gitarren. Ein starker Einstieg, inklusive klassisch- flirrender Gitarrensoli.

Das angestammte Niveau können Dying Empire dann mit den folgenden Tracks nicht mehr so ganz halten, obwohl zumindest „The Inner Void“ nochmal ordentlich Gas gibt und auch hier die Vocals wieder positiv herausstechen – da kommen Erinnerungen an ältere Fear Factory hoch, was vorwiegend durch den leichten Hall zu erklären ist. Das Gaspedal treten die Jungs dann aber nicht allzu lange durch, was eigentlich schade ist, denn gerade wenn die Truppe ordentlich Dampf ablässt, kann sie auf ganzer Linie überzeugen.

Fast schon überspringen möchte man dann zu Beginn die obligatorische Ballade „Incubus“, ist aber angehalten, dem Song eine Chance zu geben – denn was zu Beginn daherkommt wie die 347. Powerballade, entfaltet einen stimmlich bombastischen Refrain, den man nach zwei Durchläufen dann auch schon mitsingen kann. Egal ob Panzer oder Gastel sich für diesen Part zuständig fühlen: Geil gemacht!

Schön geraten ist dann auch das nachfolgende „Impale Your Sun“, das zuerst mit verzerrtem, fast gesprochenem Gesang einen gewissen Wiedererkennungswert aufbaut, der so ein bisschen an den US-Crossover/Nu Metal der Anfangs-2000er erinnert, schon bald setzt aber die Blastbeatkanone wieder ein und auch die brachial-fiesen Vocals können ordentlich Punkte einkassieren, ganz zu schweigen von dem bärenstarken Höhepunkt in Form von „Impale Your Sun!“-Gesängen. Mehr davon, und „Samsara“ hätte sicherlich etwas mehr Punkte verdient. Technisch stecken die Herrschaften nämlich keineswegs mehr in den Kinderschuhen, auch wenn es sich hier „erst“ um die zweite Veröffentlichung handelt. Wenn Dying Empire sich trauen, noch etwas mehr aus dem Schatten berühmter Vorbilder zu treten, kann aus der Truppe eine richtige Granate werden – Songs wie „Incubus“ und „Wrath“ beweisen das schon recht deutlich.

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