Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dust Bolt: Violent Demolition

Großartiges Thrash-Debüt mit schnöden Drums
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 41:58
Release: 27.07.2012
Label: Napalm Records

Heiliges Kanonenrohr! Was haben Dust Bolt denn da für ein Prachtstück abgeliefert? Von der ersten Minute an wird ein Thrash-Feuerwerk entfacht, das gar nicht mehr aufzuhalten ist und sich durch 40 Minuten brachialer Zerstörung wütet. Wer die junge Truppe aus Bayern bereits von diversen Live-Auftritten kennt, weiß ja, dass der Vierer einiges auf dem Kasten hat. Immerhin haben die Jungs im vergangenen Jahr schon in Wacken beim Metal Battle ihr Talent unter Beweis gestellt und sich außerdem auf etlichen Touren mit Szene-Größen wie Sepultura oder Obituary einen festen Ruf erspielt. Mit dieser Voraussetzung konnte man sich kürzlich einen Vertrag mit Napalm Records sichern und das erste Album veröffentlichen.

Neun Songs haben es auf das "Violent Demolition" getaufte Debüt geschafft. Neun Songs, die den brutalen Abriss zelebrieren in ganz guter Marnier alter Thrash Titanen wie Sepultura oder Exodus. Dabei mangelt es den vier Bayern aber nicht an Eigenständigkeit. Was "Violent Demolition" vor allem ausmacht, sind einerseits die allgegenwärtigen starken Riffs und die wütenden Vocals von Fronter Lenny, anderseits die vielen melodischen und hin und wieder auch proggressiven Ansätze, die die vier immer wieder einflechten. So wird beispielsweise ein Song mit einem harmonischen Gitarrensolo begonnen, woanders mit zweistimmigen Gitarren experimentiert und dann ein fast schon hymnischer Refrain eingebaut.

Die Technik der beiden Gitarristen sowie auch das Songwriting der Band beweist gerade dort sein Potenzial. Zugegebenermaßen wird die noch ausbaufähige Produktion dem nicht ganz gerecht, aber man darf dabei nicht vergessen, dass es sich um das erste Schaffenswerk der jungen Band handelt und der Sound zwar nicht sehr bombastisch, dafür aber umso organischer klingt. Einige Stücke dürften dem Fan sicherlich bereits geläufig sein, so zum Beispiel der obligatorische Thrash Opener "Opulence Contaminated" sowie der fetzige Up-Tempo-Kracher "March Thru Pain" als auch das epische "Pleasure On Illusion" gegen Ende der Platte. Für den letzten Track "Deviance" konnte sogar Sepultura-Frontman Derrick Green als Gastsänger dazugeholt werden, der allerdings nicht so recht ins Gesamtbild passen will. Und "Violent Aboltion" wurde jüngst mit einem Musikvideo versehen.

Ein Problem, dass zumindest für den Verfasser dieses Reviews immer ein großer Störfaktor gewesen ist und auch leider immer noch auf "Violent Demolition" gegenwärtig ist, sind die Trommelkünste von Drummer Nico. Dieser spielt nämlich einfach ziemlich lahm während der schnelleren Parts, wo es eigentlich abgehen sollte. Um das zumindest für Drummer etwas zu konkretisieren: Bei einem üblichen Skank Beat werden hier nur Hi-Hats auf der Bassdrum gespielt, obwohl diese sowohl während der Bassdrum als auch während der Snare gespielt werden sollte. Und so klingt das ganze recht langweilig, als hätte der Drummer gar keine Lust, sich ins Zeug zu legen. Das zieht leider nicht nur die ganze Klasse der Musik, sondern auch das Talent der restlichen Musiker runter. Schade drum, denn es sind wirklich so unglaublich potenzielle Riff-Granaten auf dem Album, die nicht nur einmal von den lahmen Drumbeats völlig wirkungslos gemacht werden. Deswegen können hier auch leider nur sieben Punkte und nicht etwa 8 oder mehr vergeben werden, schlicht und ergreifend wegen den faden Drumparts. Die gewaltsame Demolierung ist leider am Schlagzeug nicht angekommen. Immerhin zieht die grandiose Riffarbeit und das ausgefeilte Songwriting das Ganze gerade so aus der Bredouille. Und auch das geile Cover, das thrashiger kaum sein könnte, macht das wieder gut.

Mit "Violent Demolition" gewinnen Dust Bolt ganz sicher keinen Innovationspreis und wer grundsätzlich einen großen Bogen um derartige Retro-Thrash-Veröffentlichungen macht, wird auch hier keinen Gefallen daran finden, aber als Old-School-Thrash-Band mit ausgefeilten Ideen macht sich das junge Quartett aus Landsberg am Lech wirklich gut und hat eindeutig seine Berechtigung, bald mit Größen wie Suicidal Angels oder Havok auf der Bühne zu stehen. Zumindest solange sich ein neuer Drummer an Bord geholt wird.

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend