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Dust Bolt: Awake The Riot

Hier kommt Agent Thrash!
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 58:30
Release: 30.05.2014
Label: Napalm Records

Thrash Metal aus Bayern: Ja, den gibt es. Inzwischen tummelt sich ein ganzer Pulk aus vielversprechenden Thrashbands im Freistaat. Da wären Mortal Infinity und Mynded, um nur zwei Namen zu nennen. Das Aushängeschild, das sogar gegen Ruhrpottgrößen der alten Schule anstinken kann, das sind eindeutig Dust Bolt. Ihren steilen Weg begannen die vier Jungs im Jahr 2006 und jetzt bringt das Kollektiv den zweiten Langspieler heraus. Gespannt dürften viele sein, denn das erste Album konnte schon gute Kritiken einfahren und live ist die Formation ja sowieso ein Garant für eine ordentliche Rundumwatsche.

Nun geht man also mit hohen Erwartungen an den Silberling, der im ersten Moment ziemlich Oldschool anmutet. Das Cover könnte auch von einer alten Megadeth-Platte stammen. Oder von irgendeiner anderen (Thrash)-Band aus den Achtzigern. „Never Judge A Book By The Cover“ – diese richtige Meinung hat auch heute noch Gewicht und so segelt der Rundling erst einmal in den Schacht. Und, siehe da, Dust Bolt enttäuschen nicht. Das Auditorium bekommt gleich die volle Salve auf die Nüsse. „Living Hell“ kracht schon ziemlich wüst und das folgende „Soul Erazor“ sollte eigentlich jeden Zweifel ausräumen, ob die Band irgendwie schwächeln oder nachlässig geworden sein könnte.

Dust Bolt machen ganz genau das, was sie am besten können. Sie hauen auf den Putz - und zwar gewaltig. Während der ersten 45 Minuten gibt es keine ruhige Sekunde. Zugegeben, ganz ohne Abstriche kann man diese Aussage nicht machen. „Agent Thrash“ ist der erste Song auf der Platte, der aus dem Rahmen fällt. Prinzipiell ist er eine geile Nummer, aber das lange Riffing zum Ende des Songs hin ist zwar live bestimmt unglaublich geil zum Headbangen, aber auf CD wirkt der Part monoton und zieht sich nach den ersten paar Hördurchgängen. Das ist aber die Ausnahme. Im Großen und Ganzen packen Dust Bolt den Vorschlaghammer nicht weg. In von ihnen gewohnter Manier trümmern sie alles nieder, was ihnen im Wege steht.

Hat sich zum ersten Album denn gar nichts verändert? Doch, das hat es schon. Die Bayern wirken wesentlich erfahrener (welch ein Wunder aber auch) und versierter an ihren Instrumenten. Die Jungs waren auch beim ersten Album kaum mehr für ihr Können zu kritisieren, aber dieser Zustand hat sich noch einmal deutlich verbessert. Die Soli kommen zum Beispiel weniger ausladend rüber, greifen dafür umso besser und fügen sich besser in die allgemeine Songstruktur ein. Auch das Songwriting wirkt ausgereifter und trotzdem nicht programmiert. Die Songs gehen schnell ins Hirn und reißen mit. Somit lässt die Platte kaum Wünsche offen. Das Evil Dead-Cover mit seinen Gangshouts ganz zum Schluss ist auch noch eine nette Idee, die die Gruppe noch einmal in einem etwas anderen Licht erstrahlen lässt.

Dust Bolt haben die wichtige zweite Platte wunderbar in Szene gesetzt und nun wäre es an der Zeit, dass der Formation mal der Erfolg zuteil wird, der ihr zusteht.

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