Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dunkelwerk: Höllenbrut

Endzeit aus Überzeugung
Wertung: 8.5/10
Genre: Dark Electro
Spielzeit: 61:20
Release: 06.11.2009
Label: Alfa Matrix

Selten hat ein Debüt derart eingeschlagen wie das 2006er Album „Troops“ des Dark Electro-Projektes Dunkelwerk. Nach einer dreijährigen Pause wird nun das neue Album „Höllenbrut“ veröffentlicht – und erscheint wie das Debüt sowohl als Standard-Version, als auch in limitierter Form eines Digipacks mit der Bonus-CD „Nightbreeders“.

Eine besondere Stärke des Albums ist dessen Abwechslungsfaktor: Einerseits gibt es treibende Tanzflächenfüller à la „The Majesty Of Vengeance“, aber auch - im Kontrast dazu – langsamere Stücke, so beginnt der Song „Ungethuem“ mit einigen fast schon ambienten Pianoklängen.

Der stellenweise etwas monotone Gesang passt sich sehr gut dem harmonischen Gesamtklang an und variiert von abgehackten Ausrufen, wie beispielsweise bei dem Song „Harkers Verderben“ vorzufinden, über melodisch gesungene Parts bis hin zu verzerrten Vocals wie man sie unter anderem beim letzten Stück „Incantatio (Zauberspruch)“ vernehmen kann. Zwar kommen verzerrte Vocals vor, allerdings sind diese nicht aggressiv eingesetzt, sondern mit einem Vocoder bearbeitet, viel mehr abwechslungsreich und melodiös.

Aber auch instrumentale Teile können sich problemlos in den Gehörgängen festsetzen, da die atmosphärischen Flächensounds in Kombination mit Piano- sowie Bassspuren und den treibenden Beats einen enormen Wiedererkennungswert besitzen und nicht so schnell aus dem Kopf des Hörers verschwinden, auch wenn es sich nicht um typische Ohrwurmmelodien handelt, wie man sie aus dem Radio kennt. Gerade auch der komplett instrumentale Track „Grabgesang“ ruft schnell die ein oder andere Gänsehaut hervor und drängt darauf, noch mehrmals angehört zu werden.

Gelegentlich hat man sogar das Gefühl sich in einer Art Hörspiel zu befinden, was beispielsweise bei dem Song „Mehr Licht“ auf die Art der Lyrics zurückzuführen ist. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass die Lyrics durchweg sowohl in Englisch als auch auf Deutsch verfasst sind. Soweit ich das Album überblicke, mischen sich die beiden Sprachen in jedem Songtext – ob dies zusagt oder doch eher gewöhnungsbedürftig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Dunkelwerks Musik ist einzigartig. Diesen Sprung zwischen EBM, Dark Electro und klaren Vocals, teils melodisch eingesungen, teils gesprochen und dies in verschiedenen Sprachen, findet man bei kaum einem anderen Projekt. Am ehesten könnte man den Sound noch mit Heimataerde messen, jedoch ist dies auch ein sehr schwankender Vergleich, denn schließlich befasst sich Heimataerde mit dem Mittelalter, wohingegen Dunkelwerk sich viel mehr mit der Nazi-Thematik auseinandersetzt. Als einziges weiteres vergleichbares Projekt kommt mir die Underground-Formation Blütenasche, welche von Song zu Song etwas an eine noch nicht so ausgereifte Version von Dunkelwerk erinnert und vor Kurzem ihr Album veröffentlicht hat, in den Sinn.

Doch trotz aller bemühten Vergleiche kann ich abschließend nur empfehlen, das Album anzutesten – entweder liebt man den wirklich sehr gut umgesetzten Stil oder kann damit nur wenig anfangen. Aufwendig produziert ist die CD alle Mal, darüber hinaus ist das Songwriting anspruchsvoll und weiß durch gelungene Melodiebögen und atmosphärische Texte sowie Sounds zu bestechen. Endlich wieder ein überzeugendes Dark Electro-Album ohne Harsh Vocals, das sich aus dem Einheitsbreit klar hervorhebt.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna