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Dunkelschön: Vergehen & Werden

Zehn Jahre und keine Abnutzung in Sicht
Wertung: 8.5/10
Genre: Celtic Medieval Folk Rock
Spielzeit: 50:04
Release: 06.06.2014
Label: Screaming Banshee / Alive

Zehn Jahre ist es her, seit die Band zum ersten Mal in Erscheinung trat. Und zum diesem Jubiläum veröffentlichen sie ihr sechstes Album und zeigen einmal mehr, dass sie nicht mehr nur auf die typische Mittelaltermusik beschränkt sind. So gibt es neben Harfe, Geige und den anderen üblichen Verdächtigen auch vielfach die E-Gitarre zu hören.

Zweifelsohne einen der Höhepunkte und zugleich die erste Auskopplung stellt der Titel „Morgenland“ dar. Hier zeigt sich die klassische Stärke der Combo, welche in eingängigen Melodien und dem kraftvollen Gesang von Frontfrau Vanessa Istvan besteht. Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass die Melodie von den Ohren direkt in die Beine geht und man sich im Takt der gut platzierten Trommeln drehen muss. Der Gesang sorgt dann für den Rest, Vanessas engelsgleiche Stimme, die hier immer wieder durch Michael Kaisers kraftvolles Organ unterstützt wird, trägt dich auf den Flügeln des Falken hinfort.

Wo „Morgenland“ noch zum Tanzen einlädt, da bringt das ruhige „Lenore“ die Zuhörer zum Nachdenken und In-sich-versinken. Mit knapp acht Minuten ist es zugleich auch das längste Lied des Albums. Es basiert auf dem Gedicht „Der Rabe“ von Edgar Allen Poe und wird, dazu passend, in einem erzählenden Gesang vorgetragen. Die Instrumente halten sich überwiegend im Hintergrund und dienen nur dazu, die Atmosphäre zu festigen. Durch diese perfekte Mischung, gelingt es der Band, eine dunkel-schöne Aura zu schaffen, die den Zuhörer in das Lied eintauchen lässt.

Aber wie schon erwähnt zeigen Dunkelschön auch, dass sie härtere Klänge beherrschen. Ein gutes Beispiel ist das ziemlich rockige „Übers Meer“. Denn hier kommt die E-Gitarre keinesfalls zu kurz, ganz im Gegenteil, sie treibt das Tempo nach oben und den Zuhörer „Übers Meer“. Gerade während des Refrains bekommt das Lied einen fast schon metallastigen Anstrich und dieser steht ihm auch ganz gut. Die harten Riffs, das schnelle Schlagzeug und der fordernde Gesang bilden eine perfekte Einheit. Ähnlich verhält es sich beim schwedischen „Kolarekarl“ – hier wird alles sogar noch ein Stück härter. Dunkelschön schaffen es aber, hier auch ruhigere Töne und klassische Mittelalterklänge wie die Flöte passend zu integrieren, so dass man fast schon traurig ist, wenn das Lied plötzlich endet. Zweifelsohne ein Beispiel dafür, wie man verschiedene Stile vermengen kann, um etwas großartiges Neues entstehen zulassen.

Dunkelschön zeigen, dass man sich immer weiterentwickeln kann, ohne an Qualität zu verlieren. Sie haben hier ein sehr starkes Album vorgelegt, in welchem sie verschiedene Elemente der Szene problemlos vermengt haben. Es passiert selten, dass sie sich total verzetteln oder überladen wirken, obwohl sie den kompletten Bereich von der Harfe bis zur E-Gitarre abdecken. So erfreut es umso mehr, dass es der Band gelungen ist, die richtige Balance zu finden. Von ruhigen, ergreifenden Melodien über harte Riffs bis zu lebensfrohen Stücken ist hier für jede Stimmung etwas vertreten. Dazu passen die gut durchdachten dunkel-schönen Texte. Die Band macht ihrem Namen dementsprechend alle Ehre und man hofft, dass sie mindestens noch weitere zehn Jahre im Musikgeschäft bleiben werden und uns mit großartiger Musik erfreuen.

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