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Drown My Day: Confessions

Nach einer Weile ist die Luft raus
Wertung: 6/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 30:34
Release: 03.05.2013
Label: Noizgate Records

Man muss schon sagen, kleine Szenen helfen sich wirklich sehr nett untereinander. Da entdeckt man doch beim genauen Hinsehen auf dem Debüt der Polen Drown My Day einen alten Bekannten: Kein Geringerer als The Southern Oracle-Sänger Barnabas Collins nämlich hat für die Jungs die „Confessions“-Platte gestaltet. In ihrer Heimat scheinen die Herren aus Krakau schon zu den empfehlenswerten und bekannteren Metal- beziehungsweise Deathcorebands zu gehören, hierzulande dürfte das (noch) etwas mau aussehen – zumindest danach zu urteilen, wie bekannt die beiden Vorgängerscheibchen „One Step Away From Silence“ und „Forgotten“ hier sind, die bereits 2008 und 2010 in EP-Form veröffentlicht worden sind.

Macht aber gar nichts, schließlich haben die Krakauer jetzt ein Debütalbum am Start, mit dem sie dank eines Deals mit Noizgate Records sicherlich höhere Wellen schlagen können. Geboten wird deftig-brutaler Deathcore, ohne Schnörkel und vor allem ohne Klargesang, was sicherlich viele Corefans freuen wird, die sich über die inflationäre Einstreuung von Clean Vocals beschweren.

Im ersten Überblick wirkt „Confessions“ ziemlich zielgerichtet. Es geht straight nach vorne, Fronter Groov growlt sich gleichmäßig und technisch versiert durch die knappe halbe Stunde Liedmaterial und die Instrumentalfraktion sorgt mit ordentlich Tiefdruck für Bodenhaftung.

„Morality Of A Cannibal“, so schön der Titel dann auch anmuten mag, steht schon so ziemlich stellvertretend für das ganze Album: Es wird zwar aus allen Rohren gepfeffert und es gibt durchaus einige Glanzmomente – wie hier der Groove in Kombination mit Groovs heftiger Stimme –, aber insgesamt wird doch zu wenig Abwechslung aufgebaut. Dabei kann die Gitarrenfraktion auch einiges: Slawomir und Sergiusz bauen fleißig tief dröhnende Tempowechsel ein, die einem immer mal wieder ein leichtes Lächeln auf die Lippen zaubern.

So richtig mag aber keine Euphorie aufkommen. Der einzige Song, der wirklich dauerhaft aus der Geschreddersuppe heraussticht und begeistern kann, ist „Hoichi The Earless“: Hier scheint mehr Motivation dahinterzustecken als beim Rest der Platte, die Vocals bewegen sich eher auf einer Art Heaven Shall Burn-Niveau und weniger auf dem sonstigen tiefen Gegrowle und im Refrain bildet sich dann auch noch ein richtig schönes Leadriff heraus, das von rufenden Gesangslinien unterbrochen wird. Ein richtig geiler Track, von dem man auf „Confessions“ gerne mehr gehabt hätte.

Etwas über dem Durchschnitt liegen die Polen allemal, nur hat man halt nicht immer Bock auf Dauergeprügel und da kommt einem ein Track wie „Hoichi The Earless“ gerade richtig. Da dieser Track aber das einzige Highlight bleibt, müssen sich die Jungs mit sechs Zählern begnügen.

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