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Drive Like Maria: Creator, Preserver, Destroyer

Ein gutes Album, das lediglich gegen Ende hin ein wenig an Energie verliert
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 53:12
Release: 24.02.2017
Label: Caroline International

Obwohl außerhalb der Heimat bisher eher wenig beachtet, sind die Benelux-Rocker von Drive Like Maria schon seit über zehn Jahren im Geschäft. Mit „Creator, Preserver, Destroyer“ liegt seit Ende letzten Monats das Drittwerk des Quartetts vor, bereit auf dem The-Pit-Seziertisch auseinanderklamüsert zu werden. Zeit also, sich endlich dem Album zu widmen, das in Form dreier EPs schon seit Jahren auf dem Weg war und nun endlich als Gesamtwerk vorliegt.

„Creator, Preserver, Destroyer“ ist das erste Album der Band, bei dem alle Mitglieder gleichberechtigt in den Songwriting-Prozess involviert waren. Inwiefern die Bandbreite zwischen drückenden Riffs und radiotauglichen Melodien auf den neuen kreativen Ansatz zurückzuführen ist, kann der Schreiber dieser Zeilen nicht sicher sagen, sehen lassen kann sich das Drittwerk des Trios so oder so aber allemal.

Stilistisch bewegen sich die Mannen zwischen Alternative-, Blues-Rock und einer Prise Soul. Allzu hart wird es bei Drive Like Maria dementsprechend nicht, das eine oder andere groovig-drückende Riff darf die Band allerdings dennoch ihr Eigen nennen. So nimmt schon der Opener nach einer getragenen Eingangsminute ordentlich Fahrt auf und rollt groovend in die nächste Nummer über – ein Trend, der sich zumindest in Ansätzen auch auf den anschließenden Kompositionen fortsetzt.

Den ersten Cut stellt dann das getragene „Will We Ever“ dar, welches die nachdenklich-balladeske Seite der Band in den Vordergrund stellt und sich deutlich vom Gute-Laune-Flair der vorausgehenden Nummern abhebt. Im Falle von Drive Like Maria ist das Adjektiv „balladesk“ glücklicherweise nicht wie so oft mit „langweilig“ gleichzusetzen. Ganz im Gegenteil, Nummern wie eben „Will We Ever“ oder auch „Sinners“ und „When The Lights Go Down“ stellen einfach einen anderen, atmosphärischeren Aspekt des Gesamtsounds in den Vordergrund. Und eben jener verleiht dem Album ein zusätzliches Maß an Tiefe, welches bisweilen über den vergleichsweise sorglos wirkenden Alt-Rock hinausgeht.

Wobei es von letzterem noch mehr als genug gibt, um den Hörer vor dem Abrutschen in depressivere Regionen zu bewahren. Oft sind es dabei die Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die Bridge in „Tiny Terror“, die sich unwiderstehlich in die Gehörgänge frisst und nur eine der nicht dramatischen, aber eben doch durchdachten und passenden Wendungen in der längsten Komposition des Albums darstellt.

Mit „Sinners“ und „I Wonder If It Goes“ wird es im Anschluss dann etwas ruhiger, bevor die radiotaugliche Singleauskopplung „Tailight“ und das abschließende „Forget“ die Platte schlussendlich auf die Zielgerade bringen. Insgesamt fällt der zweite Part der Scheibe ruhiger aus als der Beginn. Das ist zwar an sich nicht zwingend schlecht, in diesem Fall nicht einmal schlecht umgesetzt, ein wenig mehr Groove gegen Ende wäre trotzdem nett gewesen – schlicht der Abwechslung wegen.

Die Blastbeat-Verehrer unter den The-Pit.de lesenden Musikfans dürfte dieses Review mittlerweile verloren haben. Liebhaber der härteren Gangart sind bei Drive Like Maria im Endeffekt aber auch ohnehin nicht an der richtigen Stelle. Nicht umsonst konnte das Trio schon ansehnlich Airplay in niederländischen Radios sammeln. Wer auf Brecher-Riffs und harte Breakdowns verzichten kann, findet bei den Benelux-Rockern dennoch einen interessanten Sound, der gut ins Ohr geht ohne jemals ins durchschnittlich-belanglose Soundwriting abzufallen. Persönlich hätte zumindest ich mich über etwas mehr groovende Nummern nicht beschwert, gerade der Beginn des Albums macht richtig Spaß, Qualitätsverlust kann man der Band allerdings auch bei den ruhigeren Nummern nicht vorwerfen und so steht am Ende dieser Rezension eine gute 7 für ein durchweg solides Album, das von vorne bis hinten Spaß macht, auch mit den Details überzeugen kann und lediglich gegen Ende hin ein wenig an Drive verliert.

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