Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Drip-Fed: Kill The Buzz

Die Texaner sind ein Garant für cleveren Hardcore
Wertung: 9/10
Genre: Hardcore, Punk
Spielzeit: 30:33
Release: 26.03.2021
Label: I.CORRUPT.RECORDS

Der Kalender zeigte Oktober 2018, da knallten die Texaner Drip-Fed uns ihr selbstbetiteltes Debütalbum um die Ohren, das uns mit seiner Mischung aus Hardcore, Punk und Rock‘n‘Roll derartig schockstarr hinterließ, dass unterm Strich 9,5 Zähler herauskamen.

„Kill The Buzz“ heißt die neue Scheibe der US-Amerikaner unter der Ägide von Frontschreier Jeff und rein musikalisch hat sich erst mal gar nicht so viel geändert. Musste es ja aber eigentlich auch nicht, schließlich schlug die besagte Genre-Mischung ein wie eine Bombe, und wie heißt es so schön: never change a winning team.

Auf gerade mal einer halben Stunde Spielzeit kloppt die Truppe alles raus, was auch nur annähernd wütend genug für den derzeitigen Zustand der Welt klingt: Bereits die erste Single-Auskopplung „Move Right Through Me“ macht da keine Gefangenen, sondern zelebriert eine fast schon im Post-Hardcore verankerte Symbiose von Jeffs brachialem Geschrei und flirrenden Gitarrenspuren, die deutlich anzeigt, dass Drip-Fed auch auf der Nachfolgerscheibe zum Debüt sämtliche Kompromisse über den Haufen zu werfen gedenken.

Im Vergleich dazu besitzt das folgende „Snake Oil“ fast schon eine übertriebene Lässigkeit, tendiert eher in die Sludge-Ecke und bietet damit bereits das erste Anzeichen dafür, wie vielseitig Drip-Fed agieren können, was mit dem fast blumig unterlegten „Moonlighting“ nur noch mal unterstrichen wird. Zwar kommt auch dieser Track ohne nennenswerte Klargesang-Passagen aus (mal abgesehen von dem schüchternen Versuch gegen Ende), die perlenden Gitarrenspuren lassen aber eher an Sommer auf der Wiese denken denn an Abrissbirnen.

Für letzteres sorgt dann eher wieder das rasant durch die Synapsen preschende „Tone Deaf“, wobei im letzten Drittel ordentlich auf die Bremse getreten wird und erneut eher düster-sludgige Töne dominieren, was dem Sound und auch der Herkunft der Combo sehr gut zu Gesicht steht. Wie ein Countrysong auf Speed legt „Wearing A Wire“ dann die letzten Reserven frei, galoppiert brachial gegen eine Soundwand und lässt einen brüllenden und schwitzenden Fronter zurück. Ganz deutlich darf der Rock‘n‘Roll-Anteil von Drip-Fed hier wieder gezeigt werden, der nahezu nahtlos in Hardcore-Attitüde umzuschlagen weiß.

Das Debütalbum knacken die Texaner mit der neuen Platte „Kill The Buzz“ nicht, dennoch bewegen sich die elf neuen Songs auf einem ähnlich hohen Niveau wie die Tracks der Vorgängerscheibe. Mit einer knalligen Mischung aus Hardcore, Punk, Rock‘n‘Roll, etwas Sludge und tatsächlich einer Prise Country (wenn auch nur beim bärenstarken „Wearing A Wire“) sowie einem unfassbar wütenden Sänger weiß die Band auch diesmal wieder voll und ganz zu überzeugen. Dabei wird nicht stumpf nach vorne geballert, sondern die Essenz des Hardcore mit intelligentem Songwriting vermengt. Drip-Fed sollte sich also wirklich jeder Fan der härteren Gangart merken.

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen