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Drip-Fed: Drip-Fed

Die sprichwörtliche Abrissbirne
Wertung: 9,5/10
Genre: Hardcore, Punk
Spielzeit: 25:04
Release: 26.10.2018
Label: I.CORRUPT.RECORDS

Manchmal ist es ganz gut, wenn man Alben mal eine Weile liegen lässt bevor man sich an ein Review wagt. Beispielsweise haben sich die Begeisterungsstürme, die das selbstbetitelte Drip-Fed-Debüt ausgelöst hatte, schon ein bisschen gelegt und man kann relativ unvoreingenommen an die neun Songs herangehen.

Denkste wohl, schon die ersten zwanzig Sekunden zaubern dem geneigten Hardcore- und Punkfetischisten ein breites Grinsen aufs Gesicht, im Geiste fliegen schon Fäuste und Einrichtungsgegenstände, nur die gute Kinderstube kann einen davon abhalten, alles in Reichweite zu zerdeppern. Schön, wenn eine Platte so kompromisslos und gleichzeitig nicht stumpf beginnt.

Dabei halten sich Drip-Fed und vor allem auch Fronter Jeffrey gottlob fern von Hardcore-Proll-Allüren und setzen eher auf deftiges Vorwärtsgeballer und knietiefe Riffs, versehen mit „absurdem Nihilismus“, wie der Fronter es selbst beschreibt. Alles ist egal, also kann man auch in blinder Zerstörungswut voranpreschen. Und das scheinen die Texaner wirklich zu genießen. 25 Minuten lang hauen die Jungs dem Hörer eine Mischung aus Hardcore, Punk und tatsächlich auch clever eingestreuten Rock‘n‘Roll-Einsprengseln um die Ohren, dass man gerade beim ersten Durchlauf gar nicht so genau weiß, ob man begeistert sein oder in Deckung gehen sollte.

Hier die Ohren und Augen zu verschließen, wäre aber pure Blödheit, denn bereits der erwähnte Opener „Tell Me Off“ feuert nicht nur HC-technisch aus allen Rohren, sondern integriert auch ein richtig schön tanzbares Rock‘n‘Roll-Riff, was den Song nicht nur zu einem perfekten Opener, sondern tatsächlich zu einem der spannendsten Tracks des letzten Halbjahres macht. Dass ein bisschen Punk in den Adern der Truppe fließt, wird dann schon beim folgenden „Lower Primate“ klar, sogar ein ordentliches Drumsolo gibt‘s obendrauf, Verschnaufpausen findet man aber trotzdem erst mal keine am Wegesrand.

„Electric Kool-Aid“ kühlt einen dann so überhaupt nicht ab, sondern hinterlässt mit seinen flotten Drums und dem heftigen Geschrei eher einen Migräneanfall, den man bei solchem Biss aber gerne über sich ergehen lässt. So könnte man die ganze Trackliste abklappern: Unter den neun Tracks findet sich kein einziger Schwächling, Sänger Jeffrey kommt für einen Hardcore-Sänger erstaunlich variabel daher, erhält aber auch Unterstützung von Basser Nathan – Stücke wie „Live And Die In The City“ scheinen nur dazu gemacht, alles niederzureißen und ausschließlich verbrannte Erde zu hinterlassen. Selbst das schleppende, fast sludgig angehauchte „Pez“ hinterlässt ein Gefühl der Beklemmung, sodass auch hier der Adrenalinpegel hoch gehalten wird.

Ein Demo und zwei EPs haben die Texaner bereits im Vorfeld veröffentlicht und keine davon fiel mir auf? Zur Strafe gibt‘s „Drip-Fed“ noch mal auf voller Lautstärke – neun Songs, so überladen mit Wut und Energie, dass man tatsächlich nach den ersten Durchläufen ein bisschen in Schockstarre verfallen ist. Dass hier nicht die volle Punktzahl gegeben wird, liegt einzig daran, dass man davon ausgehen kann, dass die Truppe mit dem nächsten Werk noch einen Sprung macht – und wie sollte man dann bewerten?

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