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Drautran: Throne Of The Depths

Erhabenes Pagan-Geschoss aus dem heimischen Underground
Wertung: 8.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 50:41
Release: 26.10.2008
Label: Lupus Lounge

Im hohen Norden braut sich dieser Tage eine allzu finstere Brise zusammen, die alsbald droht, den gesamten Kontinent mit ihren heroischen Stürmen zu belagern. Der Ursprung der reißerischen Gewalt geht dabei auf die Kieler Black-Metal-Formation Drautran zurück, deren zweites Album nach ewig währender Wartezeit nun auf offiziellem Wege in die Läden gestellt wird und gleichsam eine der besten, erfinderischsten Genre-Kapellen überhaupt präsentiert.

Auf „Throne Of The Depths“ kombinieren die Norddeutschen die stürmische Gewalt des traditionellen skandinavischen Sounds mit der heroischen Urgewalt des Pagan Metals, entfesseln indes jedoch ein Gesamtwerk, das vor Aggression und Entschlossenheit nur so strotzt. Auch wenn Drautran sicher nicht vor Melodien Halt machen und sich diesbezüglich gerade im mittleren Teil äußerst freizügig zeigen, liegt der Fokus ganz klar auf bestimmten Riffs, infernalischen Shouts und ungestümen Tempovorstößen, deren kulminierte Gewalt wahrhaftig intensiv über die Hörerschaft hinwegfegt. In der Tat hat diese Band sich zwischen dem letzten Album „Unter dem Banne der Nordwinde“ und eben jener neuen Veröffentlichung unheimlich stark entwickelt!

Und dennoch konzentrieren sich Drautran vorwiegend auf die bewährten Stilmittel der Pagan-Szene, setzen in manchen Passagen sogar Keyboards ein, um die majestätische Atmosphäre solcher Stücke wie „Blot – Lohen der Opferung“ zu untermauern. Auch akustische Einsprengsel wie etwa im Instrumental „Saevar Nidr“ sowie stimmige Outros werden geschickt und keinesfalls berechnend eingebaut und dienen überdies hinaus als perfekte Übergänge zwischen den teils sogar an Emperor erinnernden, impulsiven Vorpreschungen.

Mit düsteren, forschen Epen wie „Gebaren des Sterbens in klanglosen Sphären“ und dem abwechslungsreichen „Dust Of The Fimbulwinter“ setzen sich die Kieler schließlich sogar ein kleines Genre-Denkmal, handelt es sich hierbei doch um zwei der elegantesten Beiträge, die die Szene in langen Jahren hervorgebracht hat. Ähnliches lässt sich rückblickend aber auch für „Throne Of The Depths“ sagen. Drautran wischen das Ärgernis über die lange Wartezeit seit dem letzten Release mit verblüffender Souveränität hinfort und manifestieren ihren durchaus guten Insider-Ruf mit einem echten Klassewerk.

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