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Dragonsclaw: Judgement Day

Runder zweiter Rundling
Wertung: 8/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 41:25
Release: 02.08.2013
Label: Killer Metal Records

Die Welt ist kleiner geworden, nein, nicht geschrumpft, aber eine Mail ist in Windeseile auch im hintersten Zipfel dieser Erde angekommen, durch Facebook & Co. rückt die Welt und auch die Metalszene noch enger zusammen. Und doch sind es dann wieder die Zufälle, die mit einem Oha im Oberstübchen zum denkwürdigen Kratzen an den Geheimratsecken zwingt, denn auch wenn Dragonsclaw aus dem fernen Down Under kommen, so kann man doch schon seit ein paar Wochen Frontmann Giles Lavery, der seine Stimme auch der Metalband Doomed Beast leiht und mit Warlord die KIT-Fans verzückte, hier mitten im Pott herumrennen sehen und auf diversen Konzerten antreffen – soviel dazu, wie klein die Welt doch geworden ist.

Dragonsclaw werden jetzt aber nicht eingemeindet, keine Panik, mit solchen Behauptungen muss man ja gerade in Zeiten von Fachkraftmangel und Osterweiterung vorsichtig sein, doch die Sydney-Luft scheint ausreichend inspirierend zu sein, haben die Power Metaller seit ihrer Gründung 2010 schon ordentlich Gas gegeben und legen nun mit „Judgement Day“ ihren zweiten Longplayer vor. Und da greifen wir gleich das oben erwähnte Oha nochmals auf, denn die Aussies bieten hier Power Heavy Metal bis zum Anschlag, hier wird Power noch richtig mit Kimme und Korn ins Visier genommen.

Dabei haben es Dragonsclaw durchaus geschafft, mit ein paar symphonischen Sequenzen für Abwechslung im abwechslungsreichen Songmaterial zu sorgen, wie schon unschwer im Opener „Watching My Every Move“ zu erkennen ist. Schnell hämmernde Doublebass, fette Screams, mit David Reece (ex-Accept, Bangalore Choir, ex-Sircle Of Silence) einen exellenten Gastsänger, die eben angesprochenen symhonischen Keyboardspielereien, fertig ist ein Power-Metal-Geschoss mit internationalem Charakter in höheren Anschlaggefilden. Deutlich getragener kommt „Fear“ daher, mit einem Hauch Wehmut, punkten aber können sie auch hier durch einen Gastbeitrag, denn Natalie Whitton (Cursing Stone) ist für einige Gänsehautbackgrundchöre zuständig. Auf ihrem Debüt „Prophecy“ hatten Dragosnclaw ja schon mit Blaze Bayley im Titelstück gute Erfahrungen gemacht.

Dritter Gast im Bunde ist Jack Starr bei dem straighten Power-Metal-Track „Battly Cry“, der mit seinem Gitarrensolo an den am 25. Januar 2012 verstorbenen Gitarristen Mark Reale (Riot) erinnern will – gelungen, ohne an der Pathos-Klebeleiste zu verenden. Während der Titelsong „Judgement Day“ ein wenig verspielt wirkt, das vorherige „Onset Of War“ nur ein atmosphärisches Zwischenstück darstellt, so ballern sie mit „Bullet“ wieder deutlich straighter, schneller, aggressiver, ohne aber auf einige im Hintergrund symphonische Elemente zu verzichten – überhaupt, ein angenehmer Keyboardsound, der für Spannung sorgt. Der Kreis schließt sich dann auch wieder beim Warlord-Covertrack „Lucifer’s Hammer“,  bleiben sie bis auf den Anfang eigentlich nahe am Original, wobei hier zu wünschen wäre, dass sie einfach mehr experimentiert hätten als nur ein paar Keyboards dazuzupacken und die Soli zu modifizieren.

Nö, nö, viel zu meckern gibt es beim zweiten Album aus dem Hause Dragonsclaw nun wirklich nicht, dafür sind sie viel zu souverän an Instrument und Gesang und gute Songs schreiben sie noch dazu. Ob sie auch hierzulande Erfolg haben werden, wird sich wahrscheinlich nur bei dem Gradmesser „Livekonzerte“ wirkliche ausmachen lassen – „Judgement Day“ bleibt bis dahin ein mächtiger Tipp, ein runder zweiter Rundling halt.

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