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Dragonforce: Ultra Beatdown

DAS Präferenzwerk für schnellen, melodischen und futuristischen Power Metals
Wertung: 9.5/10
Genre: Modern Power Metal
Spielzeit: 58:18
Release: 22.08.2008
Label: Spinefarm Records

Die Jungs von Dragonforce wollen es anno 2008 wohl wirklich wissen, aber sie haben ja auch recht, denn wie heißt es doch so schön „wenn nicht jetzt, wann dann?“. „Ultra Beatdown“ ist der Name des mittlerweile vierten Albums der Londoner. Als ich die Band auf dem 2005er Wacken Open Air sah, muss ich entweder zu müde gewesen sein oder sonstwie geistig eingeschränkt, aber ich hatte den Jungs leider Gottes nicht die Aufmerksamkeit beigemessen, die sie ohne Frage nach wie vor verdienen. Doch nun, drei Jahre später und um einiges an Erfahrung reicher, bin ich dazu auserkoren, die neue Langrille der Jungs zu rezensieren und ja, sie haben mich eines Besseren belehrt. Belehrt darin, dass man sie nicht unbeachtet lassen sollte und dass sowieso kein Weg an ihnen und „Ultra Beatdown“ vorbei führt, wenn man das Jahr 2008 und modernen, zeitgemäßen Power Metal miteinander in Verbindung bringt.

Die Jungs aus dem Land der Queen scheinen mit dem sehr flotten Opener “Heroes Of Our Time” biographische Züge von sich zu geben. Ich habe selten, wirklich selten zuvor in meinem Leben einen Power Metal-Song hören dürfen, der so viel positive Energie in sich beinhaltet, solch eine Intensität, eine solch gute Stimmung verbreitet wie dieses Stück, das im übrigen, wie alle Songs dieses Werkes, weit jenseits der Fünfminutenmarke alles auch sich herauszuholen scheint. Wahrhaft geniale Melodien und ein erstes Mal geht die vollste Anerkennung an den Leadgitarristen Herman Li. Der Mann an den Saiten spielt tatsächlich qualitativ in einer eigenen Liga, zu der sich wohl die wenigsten Gitarristen dieses Planeten zählen dürfen. Oder ist der Gute dann doch jemand von einem anderen Stern?

Egal, denn er sowie seine Mitstreiter Dave Mackintosh (Drums), Vadim Pruzhanov (Keyboards), ZP Theart (Vocals), Frédéric Leclercq (Bass), und Sam Totman (Gitare) zeigen mit diesem genialen, flotten Stück immer wieder ihre Klasse. Schon zu Beginn des Albums steht also schon solch ein absolutes Highlight, das einen fragen lässt, wie sich das Gehörte im Folgenden wohl noch toppen lassen wird. Ein Stück, das mir ohne Scheiß ob seiner Power und Intensität und genialem Sinn für Melodie die Freudentränen in die Äugelein treibt, verdammt!

Auch “The Fire Still Burns” geht nach kurzer Einleitung zunächst wieder Volldampf voraus. Mit der ersten gesungenen Strophe kommt mir ein bisschen der Gedanke an „Eye Of The Tiger“, welcher sich aber zeitens des Refrains vollstens verflüchtigt. Anfangs ähnlich tempoorientiert wie sein Vorgänger, bietet sich dem Hörer dann nach ca. 4,5 Minuten ein Break, der dann erstmal die Luft rausnimmt und dadurch fast verträumt klingt. Mann, was liebe ich diese Gitarrenarbeit; die ist aber auch echt grandios! Dieses Stück entwickelt sich mit seiner Spielzeit zu einem weiteren, großen Burner.

Ziemlich abgefahren startet danach “Reasons To Live” mit einer abgefahrenen Spielerei zwischen spacigen Gitarren und Blastbeats, bis dann das volle Brett von der gesamten Band aufgefahren wird und ein weiteres, wunderschön melodisches Stück an die Ohren des Hörers gelangt. Hier schaffen es die Jungs wieder, mächtig positive Vibrations in ihrer Mucke zu transportieren. Und dann kommt, ups, ein ganz langsamer Zwischenpart, der instrumental dargeboten wird und im weiteren gar vertrackt daherkommt. Sehr schön, nur ein klitzekleines bisschen zu sehr ausufernd ist dann doch das Keyboard. Aber ansonsten sehr, sehr gut.

Schon die Eingangsmelodie zu “Heartbreak Armageddon” punktet mit Höchstzahl bei der Rezensentin. So geil melodisch, dass einem richtig warm ums Herz wird. Mit durchgedrücktem Gaspedal wechselt man sich ab zwischen Mitgröhlen des Refrains und bedingungslosem Headbangen zu diesem schnellen Power Metal-Beat. Dann ist es fast unglaublich, wie gut dieser sphärische Instrumentalpart da mittenmang hinein passt; und dann wird´s wieder verhext fix, und alles passt zueinander. Spätestens an dieser Stelle sollte ich dringend mal erwähnen, dass ich mir für Dragonforce keinen besseren Sänger vorstellen könnte als ZP Theart, denn der Kerl ist erstens in allen Tonlagen zuhause und zweitens klingt er dann auch noch allererste Klasse! Verdammt, ist DAS ein geiles Stück!

“The Last Journey Home” hat zwar auch wieder diese championsleague-mäßigen Melodien intus, jedoch meine ich diesmal hier nicht positiv stimmende Vibes auszumachen, sondern hier ist der Grundtenor meiner Meinung nach eher ein wenig melancholisch ausgelegt, am ehesten zu erkennen im grandiosen Refrain sowie in dem überirdisch genialen Gitarrensolo. Lobende Worte habe ich zuvor schon zu Genüge von mir gegeben, sodass ich mich hier nur wiederholender würde. Ich füge lediglich noch hinzu, dass dieser Song einer der stärksten Stücke des Albums ist, da hier melodisch auch mal eine andere Seite als nur die positive gezeigt wird, und das wieder einmal perfekt. Note 1a!

“A Flame For Freedom” wirkt schon vom Namen her schonmal ein bisschen abgegriffen, ich geb´s ja zu. Und dieser Eindruck wollte auch während der ersten Minuten nicht weichen. Ein Midtemposchmachtsong, wenn ich es denn mal so nennen darf. Mutig, dass die Jungs diesen Schritt machen. Zugegebenermaßen steht den Jungs es aber besser, es richtig krachen zu lassen. Handwerklich qualitativ steht die Arbeit der Jungs auch hier außer Frage, aber durch die Länge des Songs (über derer fünf) wirkt diese Hymne an den Frieden dann etwas langatmig und insgesamt zu seicht.

Aber hey, wer macht sich denn Sorgen? Denn wem das zu langweilig war, der ist mit „Inside The Winter Storm“ allerbestens bedient, denn hier wird wieder pfeilschneller, moderner Power Metal der Güteklasse A, äh, ich meine der Marke DragonForce, geboten. Oh mann, ist das wieder ein arschgeiles Teil, das auch wieder einen atmospärischen Mittelpart innehat sowie ein Gitarrensolo, das ich nicht anders nennen kann als irre. DragonForce trauen sich echt was, und das ist es auch, was erstens die Mucke so einzigartig macht und ihnen, so hoffe ich, den absoluten Durchbruch bescheren wird. Meine Wenigkeit dankt an dieser Stelle der Band schonmal für diesen absoluten Kracher.

Mann, was ist die Zeit wie im Fluge vergangen, denn „The Warrior Inside“ ist schließlich schon das letzte Stück dieses Überalbums. Hier wird in gnadenloser Geschwindigkeit wieder der Fröhlichkeit gefrönt. Allerdings wirkt dieses Teil vor allem in den Refrains irgendwie ein bisschen gehetzt.

Fazit: Mehr als nur „fast and furious“! DAS Präferenzwerk für schnellen, melodischen und futuristischen Power Metals des Jahres 2008! Diese Jungs sind die wirklichen Helden unserer Zeit! „Ultra Beatdown“ sollte Maßstabe setzen, denn da, wo Gamma Ray oder Konsorten dann doch ein wenig verstaubt klingen, gehen DragonForce einfach mit der Zeit und sollten es schaffen, mit dieser Scheibe den großen Durchbruch zu erlangen.

Übrigens werden die Jungs Anfang kommenden Jahres auch in deutschen Clubs aufschlagen. Sollte man definitiv nicht verpassen.

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