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Dragonforce: Twilight Dementia

Letztes Live-Dokument der Briten mit altem Sänger
keine Wertung
Genre: Melodic Speed Metal
Spielzeit: 95:52
Release: 17.09.2010
Label: Spinefarm Records

Die britischen Vorzeige-Extrem-Power-Metaller haben anlässlich ihrer „Ultra Beatdown“-Tour einige Livegigs in ihrem Heimatland dazu genutzt, um dort Material für die erste Live-CD seit Bandbestehen aufzunehmen. Ergebnis ist die hier vorliegende Live-Doppel-CD „Twilight Dementia“. Für die Fans der Band ist dies dann auch die letzte Gelegenheit, in den Besitz eines Live-Erzeugnisses der Briten mitsamt dem mittlerweile aus der Band ausgetretenen Sänger ZP Theart zu kommen, der dieselbige ja aufgrund musikalischer Differenzen verlassen hat.

Der Sound auf dem Doppelpack ist gut, für eine Live-CD fast schon zu gut, möchte man meinen. Wenn die Interaktion vor allem von ZP mit dem Publikum (und sei es nur das leidige „Motherfuckers“) nicht wäre, könnte man, wenn man nicht hundertprozentig genau hinhört, manchmal fast dem Eindruck erliegen, dass es sich gar nicht um ein reinrassiges Live-Erzeugnis handeln würde, denn das Publikum wurde für meinen Geschmack über weite Strecken ziemlich weit heruntergeregelt. 

Die Furiosität von Herman Lis und Sam Totmans Fingern auf ihren Saiteninstrumenten wird allerdings ausgiebig unter Beweis gestellt. Doch gerade hier liegt auch wieder der Hase im Pfeffer: Gerade diese Parts sind es, die auf Livegigs die Fans wie gebannt zur Bühne schauen lassen, um Zeuge der Fingerfertigkeit dieser zwei Gitarreros zu werden. Und da wir gerade beim Vermissen sind: Auch das Herumhüpfen und Ausrasten des verrückte Keyboarders Vadim Pruzhanov vermisst man beim Hören der CD, insofern man ebensolches auch mal auf einem Livekonzert hat miterleben dürfen. Denn da das Auge ja bekanntlich mitisst, hat man hier einerseits zwar ein astreines Hörerlebnis, aber das Visuelle, das fehlt dann doch irgendwie. 

Ich will hier nicht so sehr meckern, das Produkt an sich ist ein gutes – doch eben wenn man Vergleiche heranziehen kann zu persönlich miterlebten Konzerten, dann ist das Ganze schon etwas relativierter zu sehen. ZP lässt bei seinen Songansagen das Publikum nämlich recht häufig wissen, dass das Ganze für eine CD aufgenommen wird – was aufgrund der Häufigkeit der Erwähnung auf die Dauer der Spielzeit doch ein klein wenig nervend auffällt. Auch gerade deswegen scheinen die Akteure extrem gut drauf zu sein. 

So gut waren sie dagegen beispielsweise im Februar letzten Jahres in der Kölner Essigfabrik nicht. Doch sollten nicht alle Fans, egal, ob man den Gig für eine CD aufnimmt oder nicht, die gleiche Show geboten kriegen? Nun denn, das sind persönliche Eindrücke und Vergleiche – Fakt ist, dass die Band richtig gut drauf ist und eine gute, abgefahrene, technisch höchst niveauvolle Show abliefert. Der Sound ist wie schon mal angerissen fast schon zu gut für eine Live-CD, bei der man gemeinhin eher eine knarzigere Soundkulisse erwarten würde.

Die Songauswahl bietet einen guten Durchschnitt durch die Schaffensphase der Band, wobei man noch in den Genuss von zwei hierzulande seltenen Perlen kommt: "Where Dragons Rule" und "Strike Of The Ninja" gibt es lediglich auf den Japan-Pressungen der Alben "Valley Of The Damned" und "Ultra Beatdown". Ein weiterer Anreiz, seine CD-Sammlung durch dieses Livedokument zu erweitern. Klar wird der ein oder andere den ein oder anderen persönlichen Songfavoriten vermissen, doch das passiert einem bei einem persönlich besuchten Livegig ebenso. 

Fazit: Für alle, die ein letztes Live-Dokument der Briten mit ihrem alten Sänger haben wollen, sei ein Kauf angeraten.

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