Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dragonforce: Maximum Overload

In kleinen Details haben sie sich gesteigert, jedoch...
Wertung: 8,5/10
Genre: Power Metal/ Speed Metal
Spielzeit: 49:34
Release: 15.08.2014
Label: earMUSIC

Mit „Maximum Overload“ wollen Dragonforce ihren mittlerweile sechsten Longplayer unter die Leute bringen. Die 1999 gegründete Band, welche ihr Debüt 2003 vorlegen konnte und spätestens mit den Alben „Inhuman Rampage“ (2006) und „Ultra Beatdown“ (2008) große Erfolge erlangte, war von Anfang an für ihren Mix aus traditionellem Power- und Speed Metal sowie brillanten Solis und Melodien bekannt. Doch verließ 2010 ihr Frontsänger ZP Threat die Band. Der Platz wurde 2011 durch Marc Hudson eingenommen, welcher auf dem Album „The Power Within“ (2012) seinen Einstand feierte. Dieses Album wurde daher von Anfang an sehr kritisch beäugt und gespannt erwartet. Letztendlich konnte Marc am Mikrofon auf voller Länger überzeugen und das Album war ein voller Erfolg.

Nun steht der Nachfolger dazu an. Und eins vorweg: Es ist fett! Prinzipiell hat sich auch hier am grundlegenden Songwriting nicht viel verändert. Mitreißende Melodien, welche durch vielseitigen Gesang ergänzt werden, treffen auf hymnenhafte Refrains, brutale Double-Bass-Passagen und Soli, die auf diese Art und Weise keiner sonst hinkriegt, denn Mastermind Herman Li beherrscht die Gitarre besser als kein anderer.

Doch haben sich einige Details geändert. Das Album startet mit dem schon vorweg veröffentlichten Song „The Game“ gleich richtig durch und legt die Messlatte für folgende Songs sehr hoch. Erwarten darf man stilistisch genau das, was man von Dragonforce bisher so kennt und wie man sie liebt. Dieses Niveau wird erfreulicherweise über die komplette CD gehalten. Mit „Tomorrow’s Kings“ und „No More“ folgen gleich die nächsten fetten Nummern und „Three Hammers“ ist der beachtliche Dreifachhammer dieses Albums. Eine Midtempo-Hymne, die sich ab der Hälfte komplett wandelt und einen Refrain hat, der sich wie kein anderer ins Hirn brennt. Momente, bei denen die Gitarre durch einen Chor ergänzt wird und Marc noch darüber singt, sind einfach fett und prägen sich ein. Von diesen gibt es zum Glück noch mehr. So wie zum Beispiel in „Extraction Zone“, wo es einen durch Synthesizer eingeleiteten Gitarrenpart gibt, bei dem es wohl darum ging, möglichst komische Geräusche mit der Gitarre zu erzeugen. Das Ganze wird fortführend mit dem Synthesizer ergänzt und ist zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber super in den Song.

Insgesamt fällt auf, dass Dragonforce sich wie auch schon beim Vorgänger darauf besonnen haben, kürzere Songs zu schreiben. Das machen sie keineswegs schlechter, sondern eher besser, da sie schneller auf den Punkt kommen und die Songs wirklich nur auf das nötigste reduziert wurden und sich so nicht ewig in die Länge ziehen. Das mag zwar einigen Fans nicht passen, aber die Songs enthalten immer noch alle Dinge, welche den Stil der Band ausmachen. Auch merkt man, dass die Jungs sich Mühe gegeben haben, auch mal Stücke mit verschiedenen Geschwindigkeiten zu schreiben. Das ist ihnen auch super gelungen, auch wenn sie teilweise ab der Hälfte des Songs wieder auf ihre 200bpm zurückfallen. Dies sorgt für Abwechslung, die man bei ihnen leider manchmal vermisst.

In puncto Abwechslung haben sie sich aber eine fette Überraschung bis zum Schluss des Albums aufgehoben, und zwar ihr Cover zu „Ring Of Fire“, einem Countrysong, welcher durch Johnny Cash sehr große Bekanntheit erlangte. Mit dieser Version sollte sich der Track auch in der schwarzen Szene wie ein Lauffeuer verbreiten, denn Dragonforce haben diesen Song auf ihren Stil umgeschrieben, ohne etwas von dessen Ohrwurmcharakter einzubüßen. Toll auch, wie Marc mit seiner Stimme hier punkten kann. Was kann man also abschließend über das Album sagen?

Mit „Maxmimum Overload“ geben Dragonforce ein gewaltiges Lebenszeichen von sich, welches definitiv mit seinem Vorgänger mithalten kann. In kleinen Details haben sie sich gesteigert, jedoch fehlt weiterhin Abwechslung beim Songwriting. Wer sie bisher gemocht hat, wird dieses Album definitiv lieben, sollte jedoch nicht zu viele neue Innovationen erwarten. Auch Leute, die gern Heavy Metal, Power Metal oder Speed Metal hören oder mit Bands wie Sabaton, Powerwolf und Hammerfall was anfangen können, sollten hier mal reinhören und können bei dieser CD getrost zugreifen.

comments powered by Disqus

Vigilance, Erazor & Spiker im Konzert (Essen, Oktober 2017)

„Bisschen Bier, bisschen Headbangen, bisschen Metal“

Insgesamt gelungener Tourauftakt im verregneten Hamburg