Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dr. Living Dead: Crush The Sublime Gods

Mit viel Freude an der Innovation vorbei
Wertung: 7,5/10
Genre: Thrash Metal/ Hardcore/ Crossover
Spielzeit: 46:05
Release: 23.02.2015
Label: Century Media

Viel hat sich geändert und dann auch doch wieder nicht – Dr. Living Dead verloren 2013 Dr. Ape, neu hinzu kam Dr. Mania, was zumindest live insofern uninteressant ist, als dass das Mimikspiel durch die Masken komplett verloren geht. Und gleichzeitig hat sich aber eben nichts verändert; alle Kritiker der schwedischen Crossover Thrasher dürften einmal mehr mit einem „wer spielt das denn da wem nach“-Gerede nur schwer zu widerlegen sein. Egal, rufen sofort die Fans, denn genau diese Thrashcore-Mischung aus irgendwo ein wenig slayereskem Riffing, ganz viel Suicidal Tendencies-Spionage, roher Nuclear Assault-Power und auch Anthraxscher Moshattitüde haben sie auch auf dem mittlerweile dritten Longplayer „Crush The Sublime Gods“ verbaut.

Bei näherer Betrachtung sind es die kleinen, schon fast unscheinbaren Veränderungen, die anno 2015 bei Dr. Living Dead Einzug gehalten haben. So kommt das komplette Album deutlich rifflastiger daher und verzichtet fast komplett bis auf Ausnahmen wie z.B. in „Scanners“ auf Gitarrensoli, ganz im Gegensatz aber muss man ihnen auch eine Nummer wie „Eternal Darkness Of The Fucked Up Mind“ vor Augen halten, wo sie zwar mit dem ganzen Riffgeschiebe für eine ordentliche Moshdance-Nummer mit ganz viel Anthrax sorgen, aber so schnell auch austauschbar langweilig werden (dabei ist der Titel dieses Songs so cool; Anm.d.Red.).

Ohnehin sind es einmal mehr die verdammt flitzerigen Stücke wie das auch mit Videoehren geadelte „TEAMxDEADx“ – Achtung, ST lassen grüßen –, die am meisten Spaß verbreiten, Klar, das eben schon erwähnte „Scanners“, ein Bastard aus viel Slayer und weniger Nuclear Assault, verbreitet einfach nur das breitbeinige Dauergrinsen und lebt natürlich immer wieder von den zackig eingeleiteten Tempoverschärfungen.

Ungewöhnlich ruhig sogar mit Akustikklampfe schippern Dr. Living Dead mit „Salvation“ sogar in balladesken Fahrwassern, nehmen aber so auch ein wenig Schwung aus dem ballernden Vorwärtsdrang, wofür die Affen-Bandanas quasi als Synonym im Hard’n’Heavy-Almanach eingetragen sind – kein Gesang, keine Erklärung, schwunglos und auf „Crush The Sublime Gods“ deplaziert. Na gut, gegen Ende fahren sie dann wieder in gewohnten Spurrillen, lassen bei „No Way Out“ und auch „Triggerkiller“ einmal mehr die ST-Klötze heraushängen, legen aber mit „Wake Up…Join The Sead!“ noch ein besonders von den Gangshouts lebendes Schwergewicht vor, welches sich einmal mehr mit eruptiven Riffattacken in den Gehörgang fräsen kann.

Wahrlich, die ultimative Innovation haben alle sicherlich nicht von Dr. Living Dead erwartet, dafür war das Erfolgsrezept der ersten beiden Scheibletten einfach zu durchschlagskäftig. Und doch beschleicht einen dauerhaft das Gefühl, dass die Schweden gut daran täten, nicht so sehr auf Dauerschleifenriffing zu setzen, sondern sich immer wieder auf die kurzen Aggroattacken zu versteifen, denn genau hier sind sie einfach weiterhin frisch und authentisch. Die beiden Nummern „Free?“ und „One Man’s Truth“ müssen wir leider außen vor lassen, liegen sie doch der Bemusterungsscheibe nicht bei – nicht schön, ist aber so.

comments powered by Disqus