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Dr. Acula: Nation

Trotz "Party Metal" eine sehr ernstzunehmende Truppe
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore, Death Metal
Spielzeit: 32:29
Release: 19.06.2012
Label: Victory Records

Bands, die sich frei heraus als “Party Metal” bezeichnen, fallen für gewöhnlich durch das Raster der Schreiberin dieser Zeilen. Dr. Acula allerdings haben sich schon seinerzeit auf Myspace großen Respekt erspielt und mit dem Erstling „Slander“ direkt beim amerikanischen Kult-Core-Label Victory Records debütiert. Jetzt steht mit „Nation“ das Nachfolgewerk in den Regalen, das unerwartet heftig ausfällt – so hatte man die Truppe gar nicht in Erinnerung, aber bei all den Core-Bands heutzutage verliert man da auch schon mal recht schnell den Überblick.

Dr. Acula haben aber im Gegensatz zu so manchen Kollegen den entscheidenden Trumpf im Ärmel, dass sie mit zwei Sängern angeben können, die auch noch beide wirklich begabte Schreihälse sind und deren Stimmen man sogar unterscheiden kann, auch wenn ich nicht weiß, welche Stimme zu welchem Kerl gehört. Man muss natürlich für sich selbst entscheiden, ob man die Musik der Amis für sich als "interessant" bezeichnen würde, aber zumindest muss man als Musikfan oder im besten Falle auch -kenner zugeben, dass sich der Sechser technisch auf recht hohem Niveau bewegt. Zwar wird hier der teils recht stumpfe, animalische, typische Hardcoresound verwendet, allerdings ergibt das, gemischt mit den Death-Riffs und der Kombination der beiden Sänger, eine sehr schöne Mischung, zu der man Nasen und Stühle zerdeppern möchte oder einfach auch mal nur die Nachbarskatze ärgern kann, wenn man laut genug aufdreht.

Mit dem Intro "Be Careful What You Wish For..." leiten die Jungs schon mit stimmungsvollen Gitarren und einer Lautsprecherdurchsage ein; unterlegt mit Marschtrommeln hat man fast das Gefühl, sich mitten in einen apokalyptischen Katastrophenfilm hineingebeamt zu haben - klar, dass sich "Heavy Handed" da nahtlos anschließt. Mit knapp etwas über zwei Minuten Laufzeit hat der Song perfekte Hardcore-Länge und hier wird tatsächlich hauptsächlich auf klassischen HC gesetzt, aber auch Gitarrenläufe mit eingestreut. Die beiden Fronter Casey und Tyler überbieten sich gegenseitig in fiesen Growls und Gebell - live müssen die beiden eine richtige Macht sein, wenn sie auf Platte schon so losgelegen.

Naturgemäß knallt nicht jeder der zwölf Songs so rein: "Dressed For Transylvania In The Boiling Weather (Lipstick Guys)" mag zwar einen hübschen Titel haben, allerdings kann hier nur der Refrain groovemäßig überzeugen, der Rest versumpft ein bisschen in der Mittelmäßigkeit. Schon der Titeltrack ändert den Kurs allerdings wieder ganz gewaltig um 180 Grad: Gangshouts und Growls der derbsten Sorte, wo man hinhört und plötzlich - Bäm, schaltet sich die melodische Leadgitarre ein und man entschwebt, sanft getragen von den Tönen, bevor sich ganz klammheimlich das Schlagzeug einschaltet und die Sänger wieder loslegen, allerdings ohne die Melodie zu vertreiben. Hier fühlt man sich schon sehr an Post-Hardcore erinnert, aber der Song steht der Truppe richtig gut und gehört zweifelsohne mit zu dem Besten, was "Nation" zu bieten hat.

Recht hoch auf der Prioritätenliste steht auch "Citizen's Arrest", das in einem recht düsteren Kleid daherkommt und mit wahnsinnig aggressiven Shouts punkten kann. Dabei macht die tiefere Stimme fast ein bisschen mehr her als die leicht hysterischen Shouts, aber gemeinsam sind die beiden Sänger schlichtweg umwerfend.

Man hatte sich schon im Vorfeld auf "Nation" gefreut, aber das Endergebnis fällt doch überraschend geil aus. Damit können sich Dr. Acula endgültig im oberen Drittel einordnen, wenn es um Hardcore und Death Metal geht. Irrwitzige Shouts und intelligent getimte Gitarren machen die Platte zu einem echten Genuss - auf Dauer könnten die Doppelschreier am Mikro ein wenig anstrengend werden, aber so weit ist es nach geschätzten 50 Durchläufen erst mal noch lange nicht.

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