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Downstairs Left: Waiting For The Golden Age

Eine willkommene Abwechslung in der Gothic-Szene
Wertung: 8.5/10
Genre: Gothic, Dark Wave, Experimental
Spielzeit: 61:33
Release: 22.10.2010
Label: Echozone

Downstairs Left gehören bereits seit ihrem ersten Output, der letztjährigen „Nothing But Memories“-EP, zu den Gothic-Bands, die man im Auge behalten sollte. Leichtfüßig mischten die Mannen um Sänger und lyrisches Aushängeschild Hayle melancholische Pop-Strukturen mit schwebenden, ja schwingenden Dark Wave-Einschlüssen und einem inzwischen für die Combo typischen gänsehäutigen Unterton. Nachdem „Nothing But Memories“ als Appetitanreger bereits starke 8,5 Punkte sammeln konnte (siehe Review), war man natürlich gespannt auf den Langstrecken-Nachfolger.

Selbiger liegt nun mit „Waiting For The Golden Age“ vor mir auf dem vollgestopften Schreibtisch. Unscheinbar sieht das Ding aus, ganz in schwarz gehalten natürlich, bis auf den weißen Text im Schreibmaschinenstil und das graue Bild einer Statue in der Mitte. Damit haben sich Downstairs Left scheinbar einem optischen Konzept verschrieben, denn die Vorgänger-EP sah sehr ähnlich aus. Dreizehn Songs haben es nun also auf die Platte geschafft, inklusive einer zu Tränen rührenden Akustikversion des ohnehin starken „The Rose“ und einer Coverversion des No Comment-Tracks „Typewritten Life“. Viel vorgenommen haben sich die Drei da – mal sehen, wie sie ihre Ideen umsetzen konnten.

„My Angel“ fungiert als Opener und obwohl die Truppe sich titelmäßig öfters mal am Kitsch vergreift, umschippern sie selbigen in den Songs immer ganz gut. Hier werden wir empfangen von sphärischen Dark Electro-Klängen, die zwar Hayles Stimme ein wenig in den Hintergrund rücken lassen, sich aber trotzdem gut in den Song einfügen. „If You Are Gone“ verbreitet dann eine irgendwie vertraute-Kneipenstimmung; man stellt sich förmlich bildlich vor, wie die Jungs auf Barhockern sitzen und mit der Akustikklampfe das Publikum in Trance singen. Schöner Song, der das typische Downstairs Left-Flair verbreitet. „Desperation Song“ geht da zwar etwas flotter und mit mehr Elektro-Einfluss zu Werke, verbreitet aber genau die Stimmung, die man sich bei dem Titel schon hätte denken können. Großartig, wie Downstairs Left scheinbar ohne große Schwierigkeiten solche Songs fabrizieren!

„And You Smile“ gerät ein bisschen in Richtung Düster-Flamenco, was aber vermutlich vor allem an den hintergründig gehaltenen Rasseln liegt und dem Song eigentlich ganz gut zu Gesicht steht. Wirklich großartig mit mystischen Tribaldrums und geheimnisvollem Indianergesang im Intro präsentiert sich dann „Hands Of Destiny“. Haleys tiefe Stimme trägt den Song mit Leichtigkeit und auch die E-Gitarrenspur trägt einiges zur leicht gruseligen Atmosphäre des Tracks bei.

Von allen Songs der ersten EP konnte sich wohl „The Rose“ am schnellsten in Kopf und Herz festsetzen – nicht etwa wegen seiner Chartskompatibiltät, nein, beileibe nicht. Vielmehr geht es hier um tiefschürfende Emotionen, was natürlich die auf „Waiting For The Golden Age“ vertretene Acoustic Version noch spannender macht. Hayle bekommt hier weibliche Unterstützung und obwohl die beiden Stimmen im ersten Augenblick überhaupt nicht zusammen zu passen scheinen, bekommt man doch recht schnell eine dicke Gänsehaut. „Wunderschön“ ist wohl die einzige Beschreibung, die hier passt ohne zu untertreiben.

Die deutschen New Waver No Comment sind, wenn auch nicht selbst, mit „Typewritten Life“ vertreten. Nun ist mir das Original nicht bekannt, aber Downstairs Left haben das Stück mithilfe einer weiblichen Sängerin fast lasziv neu umarrangiert. „Hope“ fällt dann mit seinen Samples und den leicht verzerrten Vocals völlig aus dem Rahmen, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss, zeigt der Song doch einfach nur eine völlig andere Seite von Downstairs Left. Ich persönlich finde zwar, der Song passt so gar nicht zum Album, aber an sich ist der Track ziemlich cool gemacht – vor allem, da er trotz der elektronischen Ausrichtung immer noch die leicht depressive Stimmung der anderen Stücke innehat.

Fazit: Hier Anspieltipps zu geben ist beinah ein Ding der Unmöglichkeit. „Waiting For A Golden Age“ muss als Ganzes gehört, begriffen und genossen werden. Hier zeigt sich, dass Downstairs Left die eigentümliche Stimmung der EP auch auf Full Length bannen können, ohne an Qualität einzubüßen. Ein wunderschönes Album mit Herz und Seele, das sich freimacht von den Klischees der momentan allzu sehr von sich selbst überzeugten „schwarzen“ Szene, und gerade damit neue Maßstäbe setzt.

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