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Downstairs Left: Nothing But Memories

Fragiler Traum in Schwarz
Wertung: 8.5/10
Genre: Dark Wave, Gothic, Experimental
Spielzeit: 21:57
Release: 07.08.2009
Label: Echozone

Ein kleiner Tipp zu Beginn: Man sollte sich die EP "Nothing But Memories" nicht unbedingt zu Gemüte führen, wenn man einen schlechten Tag hatte oder sowieso schon zu einer depressiven Stimmung neigt. Zart besaitete Seelchen könnten hier durchaus in ihrer Depression bestärkt werden; allerdings nicht, weil die Musik so unterirdisch ist, sondern weil Downstairs Left mit ihrem Erstlingswerk hier eine ganz eigentümliche Stimmung verbreiten. Die Scheibe ist trotz ihrer augenscheinlichen Leichtigkeit nicht so leicht zu verdauen - und lässt die schwarze Gemeinde nägelkauend auf ein baldiges Album hoffen.

Was Hayle, Eld, Sewin und Aldama hier mit nur vier Songs schaffen, bringen andere Bands mit ganzen Alben nicht zustande. Der Hörer wird von den Melodien eingeschlossen und sanft hin und her gewiegt, nur um dann festzustellen, dass die Stücke viel zu schnell vorbei und bald nichts als eine Erinnerung sind. Dabei erschaffen die experimentierfreudigen Herren ein wahres, wenn auch kurzes Gesamtkunstwerk.

Schon "The Rose" lässt einen ungefähr ahnen, was da heranrollt: Die Bildsprache ist recht stark, der Song öffnet seine metaphorischen Blütenblätter - im Gegensatz zu anderen Bands des Genres werden Synthesizer hier nur dezent eingesetzt, ihnen werden zarte Klänge entlockt, zu denen mystische Trommeln einen perfekten Kontrast bilden. Traurig-schöner Gesang setzt sein, der einem erst einen Schauder über den Rücken jagt und dann wie ein Dorn mitten ins Herz trifft, wo er sich festsetzt und nur mit äußerster Mühe wieder gelöst werden kann. Noch Stunden später habe ich Hayles Stimme im Ohr, die etwas an Chris Pohl erinnert, der uns unter anderem mit seiner Gothic-Band Blutengel und seinem EBM-Projekt Terminal Choice gezeigt hat, dass man kein perfektes Englisch sprechen muss, um erfolgreich zu sein. Hier allerdings klingt der Gesang differenzierter, nicht ganz so monoton und insgesamt angenehmer.

Obwohl relativ poppig anmutende Gitarren zum Einsatz kommen, sind die Stücke keineswegs fröhlich. "Come And Go" driftet rasch wieder in die Melancholie ab, es entwickelt sich ein auf eine gewisse Art leichter, schwebender Song, der trotzdem sehr schwermütig klingt. Wunderschöne Melodien nehmen den Zuhörer gefangen und lassen ihn seine Umwelt völlig vergessen.

Mithilfe derart intelligenter Arrangements schaffen es Downstairs Left auch, dem einzigen Instrumentalstück "Salvation" einen besonderen Charakter zu geben, der tatsächlich fast etwas Heilendes und seltsam Befreiendes hat und einen darüber hinwegtröstet, dass die Reise nach knapp über zwanzig Minuten schon wieder vorbei ist.

Hier gilt definitiv der Slogan "Mehr Klasse statt Masse". Qualität geht hier vor Quantität, und daher bin ich merkwürdigerweise kein bisschen verärgert über die kurze Spielzeit. Im Gegenteil, "Nothing But Memories" ist genau die richtige Scheibe, um sich zurückzulehnen und der Welt für einen Moment zu entfliehen, alles um sich herum zu vergessen und sich für kurze Zeit in der Musik zu verlieren. Eine EP also, deren Full-Length-Nachfolger, der hoffentlich nächstes Jahr erscheinen wird, man zweifelsohne mit großer Spannung erwarten kann.

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